12.03.2019, 14:14 Uhr

Zwei Sprachen, ein Gedanke Böhmen im Arberland Haus

(Foto: pm/Arberland Regio)(Foto: pm/Arberland Regio)

Frank Smith hat einmal gesagt: „Mit einer Sprache sitzt du nur im Hausflur des Lebens. Zwei Sprachen öffnen dir jedoch alle Türen.“ Um nicht nur Türen zu öffnen, sondern Tore weit aufzustoßen, führt die Volkshochschule Arberland gemeinsam mit den Staatlichen Schulämtern Regen und Freyung-Grafenau sowie zwei Partnern in Budweis und Pilsen das Interreg-Projekt „Zwei Sprachen - Ein Gedanke“ durch.

REGEN „Ziel ist es“, so Projektkoordinatorin Catharina Klauser von der vhs Arberland, „grenzüberschreitende und sprachliche Kompetenzen zu stärken. Auch systembedingte Hemmnisse im Bildungsbereich gilt es abzubauen.“ Dieses Ansinnen wurde vor zwei Jahren von zehn Grundschulen der Nachbarlandkreise Regen und Freyung-Grafenau sowie zehn tschechischen Grundschulen begeistert aufgenommen.

Knapp 70 Stunden Fremdsprachenunterricht, einige Exkursionen und Besuche im Klassenverband später, fanden sich die projektteilnehmenden Lehrkräfte inklusive ihrer Schulleitung beim gemeinsamen Erfahrungsaustausch im Arberland Haus Regen wieder. Schulrat Mark Bauer-Oprée hieß die Anwesenden, insbesondere sein Pendant auf tschechischer Seite, Miroslav Pikhart, willkommen: „Es liegen zwei spannende Tage vor uns und nun wollen wir natürlich wissen, wie die Partnerschulen ihre Sprachcamps erlebt haben!“

Anlässlich der Projekttage im Herbst hatten die Kinder der Grundschulen Bodenmais, Lindberg, Patersdorf, Zwiesel, Grafenau, Hohenau, Jandelsbrunn und Neureichenau ein Ferienlager mit ihren neuen Freunden auf der anderen Seite der Grenze verlebt. Viele der Gruppen mieteten sich in Quartieren rund um den Stausee Lipno ein, wo sie das Areal als Piraten oder Indianer erkundeten, zum Basteln benutzten, was ihnen der Herbst gab, Burgen besuchten, Lieder sangen und auch das 100-Jahr-Fest der tschechischen Republik gemeinsam begingen. Die deutschen und tschechischen Lehrkräfte konnten berichten, dass die Sprachcamps nicht nur bei den Kindern, sondern auch ihren Eltern auf große Resonanz gestoßen waren. Besonders freute man sich für die Grundschulen Rinchnach und Tittling, denen die Camps heuer noch bevorstehen.

Nachdem man die erlebnisreichen Herbsttage hatten Revue passieren lassen, wurden mögliche Veranstaltungen und weitere Aktivitäten des Projekts diskutiert. Die Fachgespräche setzen sich bis ins Nachmittagsprogramm fort, in dessen Rahmen die 50-köpfige Gruppe eine Gewölbeführung durch den Postkeller Regen erhielt. Das Abendessen fand im neuen Arberseehaus statt, übernachtet wurde im Arberland Hotel und der Arberland Akademie. Die im Rahmen dieser intensiven Zeit gewonnenen Ideen und Eindrücke besprach man am folgenden Tag, bevor die Pädagogen und Projektträger ihren Rückweg in die Heimat antreten mussten. „Unser aller Bestreben ist es“, so fasste Catharina Klauser zusammen, „langfristige und nachhaltige Partnerschaften zu etablieren. Nur sie können das Grenzgängertum zwischen unseren beiden Länder wiederbeleben, das früher einmal selbstverständlich war.“


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