25.10.2018, 08:30 Uhr

Benefiz-Auktion zugunsten Bild-Werk Glaskunst unterm Hammer


Seit 31 Jahren kommen beim Bild-Werk Frauenau die Ideen und das Können der regionalen Glas- und Kunstszene und der Internationalen Studioglasbewegung zusammen. In den Sommermonaten bringt es ein buntes Künstlerpublikum aus aller Welt in den traditionellen Glasmacherort im Bayerischen Wald.

FRAUENAU Trotz der weltweiten Bekanntheit der Sommerakademie und trotz hohen ehrenamtlichen Engagements kann der Verein seine Aktivitäten jedoch nur mit großen Anstrengungen halten. Weil das Bild-Werk Frauenau aus der Region ebenso wie aus der internationalen Glas-Gemeinschaft aber nicht mehr wegzudenken ist, haben 64 Künstlerinnen und Künstler aus 14 Ländern weltweit 83 Werke in Glas, Malerei, Grafik und Bildhauerei gespendet, die am Samstag, 3. November in den Werkstätten und Ateliers des Bild-Werk Frauenau versteigert werden.

Regional und International

Die Kunstwerke sind so vielfältig und facettenreich wie das Bild-Werk Frauenau. Zur Versteigerung kommen Objekte von international renommierten Künstlern wie Petr Novotný (CZ), der u.a. eine ofengeblasene pinke Vase gespendet hat, oder der US-amerikanischen Glaskünstlerin Alicia Lomné. Aus ihren Händen stammt ein Pâte de Verre-Gefäß mit dem Namen „Zwielicht“, das an den letzten rötlichen Schimmer der untergehenden Sonne kurz nach einem Sturm erinnern soll. Ebenso vertreten sind zahlreiche Namen aus der regionalen Studioglasszene des für seine jahrhundertealte Glastradition bekannten Bayerischen Walds, darunter Rike Scholle oder Christian Schmidt.

Improvisation und Interdisziplinarität

Improvisationsgeist und die Freiheit, mit der die Grenzen zwischen Menschen, Medien und Materialien überschritten werden, sind eine der Besonderheiten des Bild-Werk Frauenau. Viele der Auktionsobjekte sind in dem schöpferischen Reizklima der Akademie entstanden und spiegeln das für das Bild-Werk typische interdisziplinäre und grenzüberschreitende Miteinander wider; so beispielsweise eine der Graal-Glasskulpturen, die aus der spontanen Zusammenarbeit des schwedischen Glasmachers Micke Johansson mit dem tschechischen Glasgraveur Jaroslav Šara in der diesjährigen Frühjahrsakademie hervorgegangen ist. Auch der gläserne Heißluftballon, den die US-amerikanische Künstlerin Kit Paulson in diffiziler

Handarbeit mit ihrem Gasbrenner eigens für die Auktion angefertigt hat, ist diesen Sommer im Lampenglasstudio des Bild-Werks entstanden. Mit einem außergewöhnlichen Stück haben sich außerdem die beiden Kursleiter des diesjährigen interdisziplinären Kurses im Heißglasstudio beteiligt: Das im Objekt eingeschlossene Uranglas lässt deren Skulptur unter UV-Licht fluoreszieren.

Keramik und Bildhauerei, Malerei und Grafik – die Bandbreite ist groß

Doch nicht nur Glasliebhaber werden in der Auktion fündig, die für die gespendeten Objekte verwendeten Materialien und Techniken weisen eine ebenso große Vielfalt auf wie die in den Sommermonaten angebotenen Akademiekurse des Bild-Werks. Gisela Griem hat auf Büttenpapier gedruckte Holzschnitte gespendet, die von Blättern, Blütenformen oder der filigranen Struktur von Pusteblumen inspiriert sind. Von Michael Lauss stammt die Skulptur eines „Mädchens mit hochgesteckten Haaren“, für die er ein Stück Lindenholz mit der Kettensäge zerlegt und die Stücke anschließend wieder zusammengefügt hat. Und natürlich hat auch der international bekannte Pionier der Studioglasbewegung und Bild-

Werk Gründer Erwin Eisch etwas zur Auktion beigesteuert – aus seiner Hand stammen zwei Aquarelle und eine großformatige Acrylmalerei mit dem Titel „Mutter hört alles“. Alle, die sich eines dieser einzigartigen Kunstobjekte sichern und zugleich eine einmalige Einrichtung unterstützen möchten, alle Interessierten und Neugierigen, die einen spannenden Tag im Bild-Werk Frauenau erleben möchten, sind herzlich eingeladen, am 3. November vorbeizukommen. Landrätin Rita Röhrl hat die Schirmherrschaft für die Auktion übernommen, und Musikanten aus der lokalen Gistl-Szene sorgen in den Pausen für Stimmung.

Die Auktion findet am Samstag, 3. November ab 14 Uhr in Tom’s Hall, Moosaustr. 18a in Frauenau statt. Vorbesichtigung: Freitag, 12 – 18 Uhr und Samstag 10 – 12 Uhr. Infos und Katalog unter www.bildwerkfrauenau.de oder auf Anfrage (Tel. 09926/180895, E-mail info@bild-werk-frauenau.de).


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