02.10.2018, 16:38 Uhr

Sagenhaft Keltenwanderung mit Heimatforscher Josef Sperl

Viel zu erzählen über die Kelten hatte der Kollnburger Heimatforscher Sepp Sperl (vorne) und fand darin zahlreiche aufmerksame Zuhörer, unter anderem Bürgermeisterin Josefa Schmid und Viechtachs Waldvereins-Vorsitzender Sören Eller (von links). (Foto: Schmid)Viel zu erzählen über die Kelten hatte der Kollnburger Heimatforscher Sepp Sperl (vorne) und fand darin zahlreiche aufmerksame Zuhörer, unter anderem Bürgermeisterin Josefa Schmid und Viechtachs Waldvereins-Vorsitzender Sören Eller (von links). (Foto: Schmid)

Zahlreiche Besucher wanderten bei der ersten Keltenwanderung im Ort Kollnburg mit Heimatforscher Josef Sperl, um Sagenumwobenes aus vergangenen Zeiten über die Kelten im Burgdorf zu erfahren.

KOLLLNBURG In der dreistündigen Wandertour ging es zuerst in den Burgstallweg. Der dürfte vermutlich auf einer alten keltischen Viereckschanze gebaut sein, was der in der Nähe gelegene rituelle Platz am Liebesfelsen andeuten mag. Die Vermutungen und auch Nachforschungen an anderen Keltenplätzen und deren Lage weisen auf einen Platz hin, an dem möglicherweise der Sitz eines Stammeshäuptlings war und in dessen Umgebung eine Siedlung der Kelten vorhanden war. Leider wurden dazu beim Bau des Wasserspeichers Grundmauern vollkommen zerstört, aber auch beim Bau des Turnplatzes ist die Ansicht dieses Bergsporns vollkommen verändert worden. Mit hoher Wahrscheinlichkeit waren dort weitere Wallanlagen vorhanden. Auch war dort der ursprüngliche Verlauf des Handelswegs, der „Boierweg“, dessen örtlicher Verlauf wohl in diese Anlage mündete.

Im 11. oder 12 Jahrhundert stand dann an dieser Stelle eine kleinere Burganlage mit wahrscheinlich einem Turm, der wohl auch als Schutz diente und auch zum Bau der neuen Burganlage „Chalenberg“. Der Burgenbau Kollnburgs liegt nach neueren Erkenntnissen unter der Zugrundelegung von Material und Größe der Burganlage in einem Zeitraum zwischen 10 bis 30 Jahren. Der Burgstall selber dürfte ein Alter von bis zu 3000 Jahren haben. Man geht an dieser Stelle von einer ursprünglichen Keltenschanze aus.

Die meisten der im Bayerischen Wald entstandenen Burganlagen ruhen auf bereits genutzten Plätzen der Kelten. Zu Zeiten der Kelten dürfte an dieser Stelle mit hoher Sicherheit bereits ein Turm gestanden haben, in Holz- oder Steinbauweise.

Danach ging die Gruppe um Josef Sperl, bei der auch Bürgermeisterin Josefa Schmid und Viechtachs Waldvereins-Vorsitzender Sören Eller unter den Interessierten waren, zum Liebesfelsen. Josef Sperl berichtete, dass dieser Platz als Opferstelle diente, aber auch zu spirituellen Zwecken genutzt wurde. Opfer in Form von Obst, Gemüse, aber auch kleinere Tieropfer mögen dort praktiziert worden sein. Eine Sitzschale, die neben der Opferschale in den Stein geschlagen wurde, zeigt den hohen spirituellen und rituellen Zweck dieses Ortes. Gefundene Tonscherben, Leder und Stoffreste, teils aus der Zeit der Kelten, aber auch aus der Zeit des 13. bis 16. Jahrhunderts deuten auch auf eine Nutzung im Mittelalter hin. Irgendwann in dieser Zeitspanne wurde der große Schalenstein am Liebesfelsen mit drei eingemeißelten Kreuzen versehen um dort das Böse zu verbannen. Nach damaligen religiösen Glauben vermutete man an solchen Plätzen Böses, sodass die Heiden dort auch Opfer brachten.


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