24.09.2018, 15:24 Uhr

Einweihungsfeier Schießl-Haus erstrahlt in neuem Glanz


Mit einer offiziellen Eröffnung und Einweihungsfeier wurde am Samstag eines der markantesten Gebäude in Kollnburg, das so genannte Schießl-Haus, nach einer umfangreichen Umbaumaßnahme der Öffentlichkeit vorgestellt.

KOLLNBURG Das rund 251 Jahre altes Gebäude an der Ecke Markstaller-/Burgstraße wurde in 16 Monaten nach den Auflagen des Denkmalschutzes generalrestauriert und vom ehemaligen Handwerkerhaus in ein Künstlerhaus umgewandelt. Dem Eigentümer Thomas Niggl aus Feldafing bei Starnberg und dem erfahrenen Regensburger Architekten Günter Naumann ist es dabei gelungen, das historische Gebäude mit sensiblen substanzerhaltenden Instandsetzungsmahnahme zu einem wahren Schmuckstück in Kollnburg zu gestalten. Zahlreiche Besucher und Ehrengäste, darunter Vize- Landrat Erich Muhr, Bürgermeisterin Josefa Schmid, Kreisheimatpflegerin Cornelia Schink, Leiter des Amts für Ländliche Entwicklung Roland Spiller und ALE-Mitarbeiter Hans Edenhofer, Architekt Günter Naumann, Vertreter der an der Sanierung beteiligten Firmen und die Hauseigentümer Thomas und Issi Niggl freuten sich über das neu erstrahlende Waldlerhaus, das trotz den umfangreichen Umbaumaßnahmen seinen ursprünglichen Charakter erhalten hat. Die gemütliche Stube mit einem lichtdurchfluteten Atelier, den hellen Räumen und einem ausgebauten Dachboden steht nun für eine Nutzung als Künstlerhaus für „Artists in Residence“ (Bleibe für Kunstschaffende, die sich vernetzen und ihrer Tätigkeit vorübergehend an einem anderen Wirkungsort nachgehen wollen) bereit. Das rund 200 Jahre im Familienbesitz stehende „Schießl“-Haus ist ursprünglich ein Wohnstallhaus mit zweigeschossigem Flachsatteldachbau und im Obergeschoß mit regionaltypisch verschindeltem Blockbau. Das Gebäude entspricht nicht dem regionaltypischen klassischen Waldlerhaus-Schema, erklärt Architekt Günter Naumann. Es ist weniger als Bauernhaus oder als Handwerkerhaus anzusehen, sondern es handelt sich wohl um ein früheres Weberhaus, in welchem das Handwerk der Weberei ausgeführt wurde, erklärt Naumann anhand der lichtdurchfluteten Zimmer im Obergeschoss. Eine kleine Ökonomie zur landwirtschaftlichen Eigenversorgung war integriert. Das neu sanierte „Schießl-Haus“ präsentiere sich nun in einer wunderbaren Symbiose aus alt und neu, bei der die historische Substanz so weit als möglich erhalten geblieben ist und dennoch ein modernes, freundliches, funktionales Wohngefühl Einzug hält, ist Architekt Naumann überzeugt. Das Künstlerhaus in Kollnburg könnte eine Plattform und ein Botschafter für Kultur- und Kreativschaffende aus der Region in der ILE Donau-Wald, werden, gab sich ALE-Amtsleiter Roland Spiller visionär.

Kreisheimatpflegerin Cornelia Schink bedankte sich bei Herrn Thomas Niggl und seiner Frau Issi für das engagierte und beherzte Eingreifen zur Rettung des Baudenkmals in der Ortsmitte von Kollnburg. Das Projekt „Artists in Residence“ sei nicht nur von höchst regionaler Bedeutung für Kollnburg und den Landkreis Regen, sondern weit überregional als Leuchtturm-Projekt zu betrachten. Künstler könnten sich im Baudenkmal eine bestimmte Zeit auf enthalten und hier künstlerisch arbeiten. Dadurch entstünde auf absehbare Zeit eine kleine Kunstgalerie. Die Öffentlichkeit hatte bei der Einweihungsfeier die Möglichkeit, das Gebäude, die Künstlerinnen Katrin Savvulidi und Aylin Neuhofer und deren Kunstwerke im Atelier kennenzulernen. Auch Bürgermeisterin Josefa Schmid freute sich über das neue Schmuckstück in der Gemeinde und versprach von Seiten der Gemeinde beim Ziel, das Haus im künstlerischen und kulturellen Bereich mit Leben zu füllen, nach Kräften zu unterstützen.


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