24.05.2018, 10:48 Uhr

Mit viel Geschick und starken Pferden durch den Parcours


Brauwagen-Viererzug-Wettbewerb gewinnt Goldene Bieridee 2018.

ZWIESEL Schnaubend stehen sie da, die starken Kaltblutpferde mit ihren prachtvoll geschmückten Brauereiwägen. Sie tänzeln nervös auf der Stelle und warten auf den Startschuss. Und dann geht es auch schon los. Jetzt wird Ross und Kutscher alles abverlangt. Die Rede ist vom Brauereiwagen-Geschicklichkeitsfahren in Zwiesel. Einer einmaligen Tradition, die es so wohl nirgendwo anders gibt. Heuer feiert das „Zugpferd“ des Grenzlandfestes Zwiesel sein 30-jähriges Jubiläum. Außerdem wurde das Brauereiwagen-Geschicklichkeitsfahren erst kürzlich mit einem Preis ausgezeichnet, der Goldenen Bieridee 2018.

Ihren Anfang schreibt die Erfolgsgeschichte im Jahr 1988. Auf der Suche nach einem neuen Event für das Grenzlandfest sind Festbräu Dr. Dieter Pfeffer, Festwirt Michael Rankl, Pferdekenner Alois Weber und der damals junge Rosserer Egon Probst bei einem Kirchweihfest auf die Idee gekommen, eine Einlage mit starken schweren Pferden passend zu einem Bierfest ins Leben zu rufen. Seither ist das Brauereiwagen-Geschicklichkeitsfahren der Höhepunkt des Zwieseler Grenzlandfestes und zieht jedes Mal bis zu 15 Teilnehmer-Gespanne aus der Region aber auch aus Österreich und Tschechien sowie Tausende von Besuchern an.

„Mit einem abwechslungsreichen Hindernisparcours wird die Fahrkunst der Fahrleute herausgefordert“, sagt Egon Probst, der von Anfang an zum Organisationsteam des Wettbewerbes gehört und der die Veranstaltung jedes Mal vom Rathausbalkon aus moderiert. Dies geht vom haargenauen Anfahren einer Laderampe, über das Rückwärtsrichten eines gesamten Viererzug-Gespannes, Durchfahren von abgewinkelten Balkenspuren, Durchfahren eines Wasserlaufes, Anhalten und Herhalten des Zuggewichtes an der Steigung des Stadtplatzes, Durchfahren einer aufgeschütteten Sandbahn, Überfahren von polternden Holzbrücken bis hin zum Durchfahren einer engen Waldschneise. Außerdem müssen immer wieder enge Kurven um Bierfässer absolviert werden.

Den Wagen vorgespannt sind stets gut ausgebildete, charakterfeste Kaltblutpferde verschiedener Rassen wie Süddeutsches Kaltblut, Noriker, Rheinländer, Percheron oder Brabanter in unterschiedlichen Farbgebungen mit Füchsen, Schimmel, Tigerschecken oder Rappen. „Die Pferde müssen zugfest sein und ausschließlich dem Stimmkommando des Fuhrmanns und der Leinensteuerung vom Kutschbock aus parieren“, so Egon Probst.

Gewinner erhalten Pokale und Geldpreise

Über die Platzierung entscheidet eine unabhängige Jury. „Die Fachleute ermitteln die Fehlerpunkte bei den einzelnen Hindernissen und bewerten diese. Außerdem fließt natürlich auch der Gesamteindruck in die Bewertung ein, beispielsweise das Eingreifen oder Führen an der Hand oder eine Zeitüberschreitung“, erklärt Egon Probst. Den Gewinnern winken neben Pokalen auch Geldpreise als Lohn für das gezeigte Können.

In den letzten 30 Jahren wurde der Parcours natürlich immer wieder verändert. Auch heuer wird es einige Neuerungen geben. „Die heurige Jubiläumsveranstaltung soll mit Einlagen und Sonderprogrammen aufgewertet werden, doch das soll eine Überraschung bis zum Festsonntag bleiben“, sagt der Mitorganisator.

Wer also die Überraschungen erleben und die starken Pferde sehen möchte, der sollte sich schon jetzt den Sonntag, 15. Juli, im Kalender anstreichen. Um 10 Uhr beginnt das Vorprogramm. Das Geschicklichkeitsfahren startet ab 13 Uhr und dann wird man schon von Weitem das Schnauben und Wiehern der stolzen Kaltblüter hören.


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