20.02.2018, 08:40 Uhr

Altes Handwerk Federnschleißen im Kapplhof

In der beheizten Stube des Kappl-Hofs können die Museumsbesucher eigenhändig testen, wie lange es dauert, ein kleines Kissen zu füllen. (Foto: Freilichtmuseum Finsterau)In der beheizten Stube des Kappl-Hofs können die Museumsbesucher eigenhändig testen, wie lange es dauert, ein kleines Kissen zu füllen. (Foto: Freilichtmuseum Finsterau)

Das Federnschleißen gehörte zu den vielen Winterarbeiten auf einem Bauernhof. Selbst einmal ausprobieren können es die Besucher des Freilichtmuseums am Sonntag, 4. März, zwischen 13 und 15 Uhr.

FINSTERAU Vom Gänse- und Entenrupfen hatten sich übers Jahr eine Menge Federn angesammelt. Wenn es draußen fror und schneite, trafen sich die Mädchen und Frauen reihum in den Bauernhäusern zum Schleißen: das heißt, die Federn bzw. Daunen vom Kiel zu zupfen und so das Füllmaterial für warmes Bettzeug zu gewinnen.

Dazu saßen die Weiberleit rund um einen Tisch, auf den die Hausfrau einen großen Haufen Federn gab. In gemütlicher Runde ging es dann mit flinken Händen ans Schleißen: die Federn wurden in Kissenhüllen gefüllt, die Kiele fielen auf den Boden. Stunden- und tagelang saßen die Frauen in der warmen Stube beisammen, in die am besten kein Luftzug kommen durfte, damit die Federn nicht davonflogen. Dabei wurde auch viel erzählt, gelacht und gesungen und die fleißigen Arbeiterinnen bekamen zu Essen und Trinken.


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