14.02.2018, 07:59 Uhr

Ein ganz besonderes Erlebnis „Im Museum Goldener Steig im Schein der Taschenlampe“

Im Lichtkegel der Taschenlampe standen die Teilnehmer der Führung zwei ganz besonderen Persönlichkeiten gegenüber: Johann Caspar Staudenhöchtl (1763 – 1835) und seiner Frau Maria Anna (1775 – 1830). Staudenhöchtl versorgte über Jahrzehnte zu Beginn des 19. Jh. die Verletzungen und Krankheiten der Waldkirchner.
  (Foto: Museum Goldener Steig)Im Lichtkegel der Taschenlampe standen die Teilnehmer der Führung zwei ganz besonderen Persönlichkeiten gegenüber: Johann Caspar Staudenhöchtl (1763 – 1835) und seiner Frau Maria Anna (1775 – 1830). Staudenhöchtl versorgte über Jahrzehnte zu Beginn des 19. Jh. die Verletzungen und Krankheiten der Waldkirchner.
  (Foto: Museum Goldener Steig)

Ein ganz besonderes Erlebnis für Jugendliche im Alter zwischen zehn und zwölf Jahren, welche sich gerne für Waldkirchen und seine Geschichten interessieren, war der Museumsbesuch der etwas anderen Art.

WALDKIRCHEN An einem kalten Winterabend versammelte sich eine Gruppe erwartungsvoller Kinder vor den Türen des Museums Goldener Steig, um es nur mit einer Taschenlampe ausgestattet zu erkunden. Der alte Ringmauerturm aus dem 15. Jahrhundert bietet bei dieser spärlichen Beleuchtung eine einzigartige Kulisse, die unzählige Kinderfantasien Realität werden lässt.

Mit Vorstand Christian Seidel vom Heimat- und Museumsverein suchten die Kinder Gestalten und Gegenstände der Vergangenheit ihrer Heimatstadt auf. Im Schein der Taschenlampe stießen die Kinder so auf den „Herrn über Waldkirchen“. Dieser war vor 400 Jahren nicht etwa, wie sie zu Beginn meinten, bereits der aktuell amtierende Bürgermeister Heinz Pollak, sondern der Passauer Fürstbischof. Weiter ging es dann über einen Waldkirchner Bürger, Informationen zum Goldenen Steig und dem Salzhandel zum früheren Wundarzt Johann Caspar Staudenhöchtl. Das Ölgemälde im Erdgeschoss hatte es den jungen Besuchern besonders angetan. Mit seinen prächtigen Knöpfen, dem wertvollen Gewand und gepflegtem Erscheinungsbild war auch für die Kinder ersichtlich, dass es sich hier um einen reichen Bürger Waldkirchens handeln musste.

Da machte die letzte Station schon einen ganz anderen Eindruck - der Nachtwächter. In der Stube des Wehrturms traf die Gruppe auf diesen etwas streng und ärmlich wirkenden Zeitgenossen, der bis zum Ende der 1. Hälfte des vergangenen Jahrhunderts bei Nacht für Ruhe und Ordnung sorgte. Passend zu dieser Persönlichkeit holte Seidel am Ende der Führung ein altes Buch hervor und las gemeinsam mit den Kindern das Nachtwächterlied.

Der Heimat- und Museumsverein bietet zweimal jährlich zur dunklen Jahreszeit derartige Führungen an. Die nächste Erkundungstour wird im November 2018 stattfinden und dazu sind alle Interessierte herzlich eingeladen. Ziel ist es auch bei den jungen Bewohnern unserer Stadt das Interesse an Geschichte und der Vergangenheit zu wecken.


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