07.12.2017, 10:00 Uhr

Galeriebesichtigung in Schönberg Kleine Künstlervereinigung mit großer Wirkung


Es war vor über 50 Jahren, als sich neun Künstler aus der Region zum Bayerwaldkreis zusammenschlossen. „Damals gab es nur sehr wenige bildende Künstler und es bestand ein echter Bedarf an Ausstellungen“, blickt der renommierte Künstler Gerhard Steppes-Michel am Montagabend im Rathaus Schönberg zurück. Dorthin hatte der CSU-Ortsverband eingeladen, um sich von dem langjährigen Geschäftsführer der Künstlervereinigung nochmal an das Wirken der Gruppe erinnern zu lassen.

SCHÖNBERG Denn Gerhard Steppes-Michel hatte zu seinem 60. Geburtstag von jedem Künstler ein Bild geschenkt bekommen – zehn Jahr später, zu seinem 70. Geburtstag, vermachte er diese dem Markt Schönberg, wo sie seitdem die Wände im Obergeschoss schmücken.

Steppes-Michel erinnerte an die Entstehung der Gruppe und die Künstler, die die Werke geschaffen haben: Hermann Eller (Natternberg), Josef Fruth (Fürsteneck), Rupert Kamm (Vilshofen), Konrad Klotz (Zwiesel), Oskar Langer (Zwiesel), Karl Mader (Englburg), Erica Steppes (Ulrichsberg) und Hans Wölfl (Bodenmais). Im Laufe der Jahre kamen außerdem noch Richard Triebe (Etterzhausen), Herbert Muckenschnabl (Schönanger) und Robert Kaindl-Trätzl (Geisenhausen) dazu. „Wir haben viel geschaffen, insgesamt haben wir in den 30 Jahren 127 Ausstellungen im In- und Ausland veranstaltet“, so Steppes-Michel, der selbst drei Bilder mit Motiven aus der Antarktis zur Schönberger Galerie beigesteuert hat.

Stolz auf sein außergewöhnlich kunst-volles Rathaus ist natürlich Bürgermeister Martin Pichler. Aber auch Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich betonte, dass Kulturförderung - eine der Aufgaben des Bezirks - eben nicht nur in der Stadt, sondern auch in der Fläche wichtig sei. „Ich danke Ihnen, dass es Ihr Ort immer wieder schafft, den Fokus darauf zu richten, was die Region zu bieten hat.“ Das sah auch der frühere Regierungsvizepräsident Dr. Heinz Huther so, der ein wichtiger Unterstützer und Förderer des Bayerwaldkreises war. Auch zahlreiche weitere Persönlichkeiten waren der Künstlervereinigung verbunden, was aber die Auflösung im Jahr 1996 nicht verhindern konnte. Zu viele Mitglieder waren damals bereits verstorben, die Gruppe hatte ihre Kraft verloren.

Aber – auch das zeigte die jüngste Veranstaltung in der Bayerwaldkreis-Galerie – sie sind nicht vergessen. In ihren Kunstwerken haben die Künstler auch ein Stück von sich selbst in Farben und Strichen für die Ewigkeit festgehalten.


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