12.09.2019, 13:51 Uhr

Systemsprenger Emotionales Film-Drama über unser pädagogisches System

(Foto: Port au Prince)(Foto: Port au Prince)

Zu sehen am Freitag, 20. Sptember, um 20 Uhr im Burghauser Ankersaal

BURGHAUSEN. Pflegefamilie, Wohngruppe, Sonderschule: Egal, wo Benni hinkommt, sie fliegt sofort wieder raus. Die wilde Neunjährige ist das, was man im Jugendamt einen „Systemsprenger“ nennt. Das sind Kinder, die schon sehr früh Schlimmes erleben müssen und mit ihrer unglaublichen Kraft und Ausdauer die pädagogisch ausgebildeten Erwachsenen, die versuchen ihnen zu helfen, immer wieder zur Verzweiflung bringen. Allerdings setzen sie dadurch oft ihre Chancen für die Zukunft aufs Spiel. Dabei will Benni doch nur eines: Liebe, Geborgenheit und wieder bei ihrer Mutter wohnen! Doch Bianca hat Angst vor ihrer unberechenbaren Tochter und traut sich deshalb nicht, die Beziehung zu ihr wieder aufzubauen. Als es keinen Platz mehr für Benni zu geben scheint und keine Lösung mehr in Sicht ist, versucht der Anti-Gewalttrainer Micha, sie aus der Spirale von Wut und Aggression zu befreien.

Im Wettbewerb der 69. Internationalen Filmfestspiele Berlin 2019 feierte „Systemsprenger“ eine fulminante Premiere. Die Regisseurin Nora Fingscheidt überzeugte die Jury und durfte sich für ihr intensives und gefühlvolles Spielfilmdebüt über den Silbernen Bären Alfred-Bauer-Preis sowie über den Publikumspreis der Leserjury der Berliner Morgenpost freuen.

Seit der Berlinale lief der Film auf zahlreichen Festivals und wurde mehrfach ausgezeichnet, darunter beim 23. Sofia International Film Festival mit dem Preis für die Beste Regie, beim Molodist – 47. Internationales Filmfestival Kiew mit dem Preis der Ökumenischen Jury sowie beim 29. Filmkunstfest Mecklenburg-Vorpommern mit vier Preisen und beim 30. Internationalen Filmfest Emden-Norderney mit zwei Preisen.

Bei der Recherche und den Drehvorbereitungen zum Film wurde Nora Fingscheidt von Professor Dr. Menno Baumann unterstützt. Die Regisseurin habe „ein sehr ernstes Thema unserer Kinder- und Jugendhilfe aufgegriffen und in seiner Komplexität in Szene gesetzt. ...immer, wenn der Zuschauer glaubt, Hoffnung keimt auf, belehrt uns der Film eines Besseren. Und dieses Kerngefühl, das Helfer und Helferinnen in ihrer Arbeit immer wieder erleben, ist in dem Film eingefangen“, sagt der Professor für Intensivpädagogik.


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