11.04.2019, 09:39 Uhr

Satire über Altötting Ach, Du Schreck: Die Schwarze Madonna von Altötting ist weg

Das Coverbild von Wolfgang Pauls Roman stammt übrigens von Monika Vitzthum aus Emmerting. Foto: Parchatka  (Foto: pa)Das Coverbild von Wolfgang Pauls Roman stammt übrigens von Monika Vitzthum aus Emmerting. Foto: Parchatka (Foto: pa)

Der Zweck heiligt nicht die Mittel: Wolfgang Paul weiß das in seiner jüngst erschienenen Satire gewitzt zu vermitteln

BURGKIRCHEN. „Keiner kann aus seiner Haut. Alles, was wir tun, tun wir erst einmal aus der Überzeugung, dass es das Richtige ist“, sagt Wolfgang Paul. Der Burgkirchner ist „Hobby-Schriftsteller“ und hat bereits einige Bücher veröffentlicht. Sein Metier ist die Lyrik, aber auch in der Prosa lotet er seine Grenzen aus. Sein 2012 erschienener „Pilgerführer für Fortgeschrittene“ dürfte in Altötting nicht unbedingt auf eine begeisterte Anhängerschaft getroffen sein.

Unverdrossen hat der 58-Jährige sich in seinem jüngsten Werk aber erneut mit der Wallfahrtsstadt beschäftigt. Gerade erschien sein Buch „Ramadan ist nebenan“ beim Verrai Verlag Stuttgart (ISBN 978-3-946834-73-1). Wolfgang Paul erzählt eine Geschichte, die zweifellos für Altötting ein „worst case“ wäre: In einer Silvesternacht geht das Gnadenbild verloren!

Der Autor liefert die Missetäter frei Haus

Was wie ein Kriminalfall klingt, ist eigentlich keiner, denn Wolfgang Paul liefert seiner Leserschaft die Missetäter rasch frei Haus. „Es handelt sich vielmehr um eine Satire“, erklärt der Autor schmunzelnd und verweist auf den Klappentext des Verlegers: „Einfach erheiternd erzählt Autor Wolfgang Paul in seinem Roman ,Ramadan ist nebenan‘ vom Verschwinden der Schwarzen Madonna aus Altöttings Wallfahrtskapelle und dem, was passiert, wenn keine Wahrheit mehr zählt. Alle Beteiligten stolpern letztendlich über ihre eigenen Ideale und Fallstricke.

Aus verschiedenen Blickwinkeln führt Wolfgang Paul die Erzählstränge zusammen und lässt diesen Eindruck auch sprachlich zurück – lockerleicht, intelligent, humorvoll.“

Tatsächlich hat der Autor, der als Therapeut tätig ist, eine „flüssige Schreibe“: „Wenn ich an einem Text arbeite, dann ist das in etwa wie in der Bildhauerei: Ich versuche, inhaltlich alles auf den Punkt zu bringen, ohne großes Drumherum einen guten Lesefluss zu erreichen“, erklärt er.

„Ich schreibe, was ich gern selber lesen würde ...“

Seine Themenwahl ist einfach: „Ich schreibe, was ich selbst gern lesen würde“, lacht er. Dabei hat Paul auch bei „leichter Kost“ einen Anspruch: „Es muss in jedem Fall intelligent sein, das heißt: Alles muss stimmig, fundiert und logisch sein ...“ Ein Mystiker ist der Burgkirchner jedenfalls nicht ...

Die Frage, was wäre, wenn, beantwortet der Autor in seinem Buch damit, dass das Gnadenbild der eigenen Wallfahrt geopfert wird. Und das wäre angesichts des Kommerzes rund um die Schwarze Madonna vermutlich gar nicht so weit her geholt.

So ganz nebenbei räumt Wolfgang Paul dann auch mit den Überresten eines gewissen Feldherren auf und zu guter Letzt überrascht er seine Leser dann doch noch mit einem „mystischen Moment“.

Übrigens, wer gern mehr von Wolfgang Paul lesen und dabei ein gelegentliches Schmunzeln im Gesicht spüren möchte, dem sei ein Besuch auf der Homepage des Burgkirchners empfohlen: www.birnenpalme.de


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