15.03.2019, 13:00 Uhr

Ausstellung und Buch Eine Hommage an die 50. Burghauser Jazzwoche

Ray Brown, 1999 (Foto: Rudolf Hetzmannseder)Ray Brown, 1999 (Foto: Rudolf Hetzmannseder)

Zum 50. Jubiläum der Jazzwoche wird im Haus der Fotografie eine ganz besondere Ausstellung eröffnet und das neue Jazz-Buch präsentiert.

BURGHAUSEN. Wenn sich am Freitag, 22. März, um 19 Uhr die Türen des Hauses der Fotografie auf der Burg öffnen, gibt es gleich zwei Dinge zu feiern: Zum einen die Eröffnung der neuen Ausstellung zum 50. Jubiläum der Internationalen Jazzwoche, zum zweiten die Präsentation des neuen, außergewöhnlichen Jazz-Buches, das die Musikjournalisten Ulrich Habersetzer und Roland Spiegel in Zusammenarbeit mit der Burghauser Touristik veröffentlicht haben. Beides läuft unter dem Titel: „It has lines in its face“. Der Ausspruch stammt von Sänger, Songwriter und Pianist Jamie Cullum, der damit aussagen wollte, dass die Internationale Jazzwoche Burghausen eine Veranstaltung mit beeindruckenden Lebenslinien sei.

Die Jazzwoche ist tatsächlich ein Festival mit langer, spannender Geschichte und mit einer beeindruckenden Vielfalt weltberühmter Musiker, die hier auftraten. Nach langer Recherche berichten Roland Spiegel und Ulrich Habersetzer in ihrem Buch in locker-unterhaltsamer Sprache über besondere musikalische Erlebnisse, über Begegnungen und Gespräche mit herausragenden Künstlern des Festivals und über viele Hintergrundgeschichten. So zum Beispiel, dass der Grundstein des Festivals 1970 nach vielen Pannen und einem verpassten Zug in einem langen Gespräch zwischen Musiker Joe Viera und Jazzclub-Gründer Helmut Viertl am Burghauser Bahnhof gelegt wurde. Die „Jazzwoche“ startete mit nur einer Handvoll Zuschauer, und hat sich in den vergangenen 50 Jahren zu einer international anerkannten Veranstaltung etabliert. Den exzellenten Ruf der Burghauser Jazzwoche haben Viera und Viertel durch ein sehr hochwertiges Programm und durch Alleinstellungsmerkmale erarbeitet, wie die Burghauser Bigband, die Street of Fame in den Grüben, die Jazzkurse im Mautnerschloss für junge Künstler und den Jazznachwuchspreis. „Das wichtigste Merkmal bildet für mich die IG Jazz als Organisation von vielen Ehrenamtlichen als kompetenter und verlässlicher Ansprechpartner der Stadt – ohne diese Personen und die Vorsitzenden Herbert Hebertinger und danach Herbert Rißel hätte die Jazzwoche nicht die vielen Jahre überlebt“, so Erster Bürgermeister Hans Steindl.

Zudem enthält das Buch Interviews und Interview-Auszüge mit Musikern, für die die Jazzwoche eine besondere Rolle in der Karriere spielte, sowie natürlich viele Fotos von Konzerten und anderen Momenten. Besondere Schmankerl sind Dokumente aus dem Privat-Archiv des einen Jazzwochen-Gründers Helmut Viertl. „Erst durch sie“, so Roland Spiegel, „wird eine Zeitreise möglich“. Das Jazz-Buch ist ab 22. März bei der Burghauser Touristik GmbH, bei der IG Jazz e.V. und im Buchhandel erhältlich. Herausgeber ist die Stadt Burghausen. Unter der Projektleitung von Sigrid Resch, Geschäftsführerin der BTG, Ines Auerbach, Leiterin des Hauses der Fotografie, und Herbert Öller, Grafikbüro Öller Grafik & Design, wurden die Texte der beiden Autoren mit Bildern unterlegt und in ein ansprechendes Buch gebracht.

Während des Festivals und bis zum 19. Mai 2019 hat im Haus der Fotografie auch die Ausstellung zur Geschichte des Festivals geöffnet, die sich stark am Inhalt des Buchs orientiert. Momentaufnahmen sowie kleine und große Highlights werden in der Ausstellung nicht nur mit Fotos dokumentiert, sondern auch in Text- und Dokumentenauszügen, viele aus dem Archiv von Helmut Viertl und der IG Jazz. „Die Ausstellung ist keine Fotoausstellung im klassischen Sinne“, so Ines Auerbach, Leiterin des Hauses der Fotografie. „Vielmehr ist sie eine Einladung, in die Welt der Jazzwoche einzutauchen, um dort die Jazzfamilie und die jedes Jahr wiederkehrende spezielle Burghauser Atmosphäre kennenzulernen. Im Grunde geht es in der Ausstellung darum ein Gefühl für das Festival zu bekommen.“


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