15.02.2019, 10:08 Uhr

Int. Briefmarken-Börse München Was ist das gezackte Erbe eigentlich wert?

(Foto: Messe Sindelfingen)(Foto: Messe Sindelfingen)

Experten schätzen Briefmarkensammlungen auf der Internationalen Briefmarken-Börse München

MÜNCHEN. Sammeln, so heißt es, macht glücklich, und das Sammeln von Briefmarken begann eigentlich schon mit dem Erscheinen der weltweit ersten Briefmarke im Jahre 1840. So mancher, dessen Eltern oder Großeltern dem gezackten Hobby frönten, bekommt deshalb bei deren Ableben eine stattliche Briefmarkensammlung vererbt. Was tun, wenn man die Leidenschaft für die Jagd nach dem gezackten Schatz aber nicht mitgeerbt hat? Und wie viel mögen die kleinen Kunstwerke auf Papier wohl wert sein?

Sammellust, so heißt es, vermittelt Glücksgefühle und sorgt für soziale Kontakte mit Gleichgesinnten. Sozialwissenschaftler und Psychologen sind sich sogar einig, dass Sammler auch längerfristig mit ihrem Leben zufriedener und weniger anfällig für Depressionen sind. Wer von seinen Eltern, Großeltern oder anderen Vorfahren eine Briefmarkensammlung erbt, hält also einen Nachlass in den Händen, der von Jagdfieber, Liebe und Leidenschaft eines engagierten Sammlers und – vermutlich – auch glücklichen Menschen erzählt. Doch was tun, wenn einen die Sammlung selbst nicht glücklich macht, weil man die philatelistische Leidenschaft nun mal nicht teilt? Wohin mit den prall gefüllten, bestens erhaltenen Alben, in Sütterlin geschriebenen Briefen oder Postkarten aus vergangener Zeit? Und wie erfährt man, ob Opas gezackter Schatz über den ideellen Wert hinaus dem Enkel auch materiell etwas zu bieten hat?

Den erzielbaren Verkaufspreis einer Sammlung zu ermitteln ist in der Regel nicht einfach: „Wer eine Briefmarkensammlung geerbt und zum Hobby keinen Bezug hat, kann mangels Fachwissens meistens nicht einschätzen, ob die Schätze oder Erinnerungsstücke von einst heute überhaupt etwas wert sind“, erklärt Philatelie-Experte Jan Billion, Herausgeber der Fachzeitschrift „Deutsche Briefmarken-Revue“.

Experten begutachten kostenlos auf der Messe

Für alle Ratsuchenden zu diesem Thema hält er deshalb einen wertvollen Tipp bereit: „Eine Gelegenheit, sich von kompetenten und unabhängigen Experten zum Wert einer Briefmarkensammlung beraten zu lassen, ist die Internationale Briefmarken-Börse München, die vom 28. Februar bis 2. März im Münchner MOC stattfindet.“ Die Messe, organisiert unter der Projektleitung von Jan Billion, gilt schon seit über 20 Jahren als eines der führenden Branchentreffen in ganz Deutschland. Neben einer umfassenden Verkaufsofferte an Briefmarken, Briefen, Karten, Ganzsachen und Zubehör fürs philatelistische Hobby bieten hier auch zahlreiche Arbeitsgemeinschaften und Verbände eine hochqualifizierte Beratung zum kompletten Spektrum des Sammelns an. „Wer seine Briefmarken oder auch andere Philatelieobjekte wie z.B. Briefe oder Postkarten schätzen bzw. prüfen lassen möchte“, erläutert Billion „ist im Zentrum Philatelie auf der Münchner Briefmarken-Börse an der richtigen Stelle. Experten des Landesverbands Bayerischer Philatelisten-Vereine im BDPh e.V. nehmen dort die mitgebrachten Sammlungen kostenlos in Augenschein. Überdies kann man auch am Stand des Bundes Philatelistischer Prüfer (BPP) eine erste Einschätzung auf die Echtheit des Objektes durch deren renommierte Verbandsprüfer vornehmen lassen, eine genaue Prüfung kann vor Ort allerdings nicht erfolgen – diese sowie eventuelle Befunde und Atteste müssten dann vom jeweiligen Fachprüfer in dessen Prüfbüro erfolgen.“

Vier Vereine der Arbeitsgemeinschaft Münchner Philatelistenvereine – der Bayerische Briefmarkenverein von 1883 e.V. München, der Briefmarken-Sammler- und Tauschverein München Süd e.V., der Postwertzeichen-Sammler-Verein „Siemens“ München e.V. und die TAUMA Tauschverbindung Münchner Briefmarken-Sammler e. V. – stellen überdies kompetente Sammler ab, die den Besuchern mit Rat und ihrem Wissen auch zum Thema Verkauf ihrer Briefmarken zur Seite stehen.

Wertvolle „Abarten“

Dass sich in Opas altem Album womöglich die berühmte „Blaue Mauritius“ befindet, so Billion, ist in der Regel unwahrscheinlich. Trotzdem empfiehlt er grundsätzlich die Einschätzung durch einen Fachmann: „Wir erleben immer wieder, dass unsere Experten in einem Album etwas außergewöhnlich Wertvolles entdecken.“ Und auch wenn der Großvater offenbar nur „Mainstream-Ware“ gesammelt hat, haben die Erben so manches Mal Glück: „Ab und zu kommt es vor, dass eine Marke zum Beispiel eine sogenannte Abart aufweist“, erzählt Billion von seinen Erfahrungen. „Das kann ein kleiner Plattenfehler, ein fehlender Bildteil oder auch eine irrtümlich nicht gezähnte Seite sein. Mit so einer Abart erhöht der Wert der Marke sich gleich um ein Vielfaches.“ Auch ein außergewöhnlicher Stempel, so Billion, führt gerne mal dazu, dass beim Verkauf ein höherer Wert realisiert werden kann. Solche „preistreibenden“ Besonderheiten sind aber nur für den Experten ersichtlich.

Verkauf vor Ort möglich

Ein weiterer Vorteil des Messebesuchs: Wer sich nach der Bestimmung des Wertes für den Verkauf der Sammlung entscheidet, kann diese gleich vor Ort bei den renommierten anwesenden Händlern auf der Internationalen Briefmarken-Börse anbieten. Vielleicht aber – und das wäre den Messemachern am liebsten – lässt er sich, umgeben von gezackter Leidenschaft, auch vom Jagdfieber anstecken und wird selbst zu einem glücklichen Sammler? Das Fachsimpeln mit den Experten auf der Messe, so Billion, sichert schon mal jede Menge an sozialen Kontakten, und neu zu entdeckende Schätze bieten die rund 70 anwesenden Fachhändler, Auktionshäuser, Zubehörhersteller, Verlage sowie Postverwaltungen und Agenturen mit ihrem weltweiten Angebot zuhauf …

Die Internationale Briefmarken-Börse München gilt deutschlandweit als ein Toptermin der Branche und bietet ihren Besuchern ein umfangreiches Spektrum an Briefmarken, Belegen, Ganzsachen und Zubehör. Zahlreiche Verbände und Vereine stehen für den intensiven fachlichen Austausch sowie zur kostenlosen Beratung bereit. Weitere Höhepunkte der Messe sind die Autogrammstunde mit der Briefmarken-Designerin Bettina Walter am Messefreitag und das spannende Programm rund um das Thema Briefmarke für Kinder und Jugendliche. Überdies erwarten den Besucher wieder vier exklusive Sonderstempel, die es nur auf der Internationalen Briefmarken-Börse in München gibt.

Die Internationale Briefmarken-Börse München findet vom 28. Februar bis 2. März 2019 im MOC München statt und ist Donnerstag und Freitag von 10 bis 18 Uhr, Samstag von 10 bis 16 Uhr geöffnet. Der Eintritt kostet für Erwachsene 5 €. Bei vielen Händlern (siehe Plakat-Hinweis am Stand) wird ab einem bestimmten Einkaufswert der Eintrittspreis erstattet. Für Kinder unter 16 Jahren in Begleitung Erwachsener ist der Eintritt frei.

Weitere Informationen: www.briefmarken-messe.de


0 Kommentare