26.11.2018, 12:26 Uhr

Johann S. Kreuzpointner gewinnt Kompositionswettbewerb

Bürgermeister Hans Steindl (Mitte) übergab den Gewinnern des Kompositionswettbewerbs ihre Preise: Organist Heinrich Wimmer (v.l.) nahm stellvertretend für Andreas Willscher den dritten Preis entgegen, Gewinner Johann Simon Kreuzpointner und Luigi Mengoni sowie Sabine Ressl vom organisierenden Kulturbüro der Stadt Burghausen. (Foto: Stadt Burghausen/Obele)Bürgermeister Hans Steindl (Mitte) übergab den Gewinnern des Kompositionswettbewerbs ihre Preise: Organist Heinrich Wimmer (v.l.) nahm stellvertretend für Andreas Willscher den dritten Preis entgegen, Gewinner Johann Simon Kreuzpointner und Luigi Mengoni sowie Sabine Ressl vom organisierenden Kulturbüro der Stadt Burghausen. (Foto: Stadt Burghausen/Obele)

Burghausen ist immer dem Fortschritt verpflichtet, deshalb wurde zum 200. Jubiläum des Stille-Nacht-Liedes unter dem Motto „ein neues Kleid für das 200 Jahre alte Lied“ ein Kompositionswettbewerb für Orgel solo ausgeschrieben.

BURGHAUSEN. Franz Xaver Gruber, der Komponist des weltberühmten „Stille-Nacht-Liedes“, wurde in Hochburg, also nur einen Steinwurf von Burghausen entfernt, geboren. In Burghausen erhielt er als Jugendlicher an der Orgel der altehrwürdigen Stadtpfarrkirche St. Jakob seine musikalische Grundausbildung. Grund genug für die Stadt Burghausen, zum 200. Jubiläum des „Stille-Nacht-Liedes“ einen Kompositionswettbewerb für Orgel solo auszuschreiben. An der Ausschreibung nahmen fast 70 Komponisten aus vielen Ländern Europas und den USA teil, die Bandbreite reichte von Walzer, Tango bis zur freien Improvisation, der jüngste Teilnehmer war 15 Jahre alt. Für die Jury, Domorganist Prof. Dr. Winfried Bönig (Köln), Domorganist Prof. Franz Josef Stoiber (Regensburg), Domorganist Prof. Dr. Heribert Metzger (Salzburg), Professor Ulrich Theißen (Universität Salzburg) und Heinrich Wimmer, Organist an der Burghauser Stadtpfarrkirche St. Jakob und künstlerischer Leiter des Wettbewerbs, war es ein enormer Aufwand, die Werke zu sichten und zu bewerten.

Andreas Willscher, Organist und Komponist aus Hamburg, hat mit „Noël-Stille Nacht, heilige Nacht mit 3 Variationen“ den dritten Preis erhalten. Seine Komposition verarbeitet die Melodie in Charaktervariationen, mal lieblich, mal als Fugato kontrapunktisch, mal meditativ, mal orientalisch oder auch abschließend als fulminant-tänzerisches Finale. Luigi Mengoni, der extra zur Preisübergabe aus Florenz angereist war, wurde als 2. Sieger gekürt. Hauptberuflich ist er Informatiker, an der Orgel ist er Autodidakt. Die Königin der Instrumente ist sein Lieblingsinstrument, und entsprechend stark ist seine Motivation für sie zu arbeiten. Sein „Weihnachtstriptychon“ erzählt in drei Sätzen allegorisch-lautmalerisch die Weihnachtsgeschichte in traditioneller, aber doch persönlich geprägter Tonsprache.

Als 1. Sieger ging der Altöttinger Johann Simon Kreuzpointner aus dem Wettbewerb hervor. Er ist auf dem Burghauser Kumax-Gymnasium zur Schule gegangen, hat Kompositionslehre und Kirchenmusik in Wien studiert und ist seit 2011 Kirchenmusikreferent der Diözese St. Pölten. Seine „Sonate über das Lied Stille Nacht, Heilige Nacht“, das Gewinnerstück, hat er so konzipiert, dass jeder Satz auch einzeln gespielt werden kann. Das Stück ist anspruchsvoll, aber spielbar und wird so der Vorgabe des liturgischen Gebrauchs vollkommen gerecht. Formal und stilistisch ist es sehr charakteristisch, mit ausgeprägtem Personalstil und formal perfekt. In einem kurzen Verleihungsakt gratulierte Bürgermeister Hans Steindl den anwesenden Gewinnern (Andreas Willscher musste absagen) zu ihren gelungenen Kompositionen und überreichte die symbolischen Schecks von 3 000, 2 000 und 1 000 Euro. Den Scheck für Andreas Willscher nahm stellvertretend Organist Heinrich Wimmer entgegen. Er stellte am Nachmittag bei einer Uraufführung an der Riegerorgel die drei Gewinnerwerke des Orgelkompositionswettbewerbs in der voll besetzten Stadtpfarrkirche St. Jakob vor.


0 Kommentare