09.11.2018, 10:28 Uhr

Kunst soll die Museen verlassen ... Die Eiche als Kunstprojekt für jedermann

(Foto: DASMAXIMUM, Franz Kimmel)(Foto: DASMAXIMUM, Franz Kimmel)

Zu Ehren des Künstlers Joseph Beuys entsteht in Raitenhaslach mit dem Setzen einer Eiche und einer Basaltsäule eine einzigartige, soziale Plastik.

RAITENHASLACH. Auf den ersten Blick mag eine Eiche mit Kunst nicht viel gemeinsam haben. Auf den zweiten Blick und nach einer eloquenten Einführung durch den Künstler Johannes Stüttgen am Sonntag, 18. November, um 11 Uhr in der Aula Maior wird klar, warum kurz darauf, um 12.15 Uhr, auf dem Vorplatz des Prälatenstocks im Kloster Raitenhaslach öffentlich eine Eiche gepflanzt wird.

Die Kunst soll die Museen verlassen und in den öffentlichen Raum, den Lebensraum der Menschen, „hineinwachsen“, das war die Intention des Bildhauers und Aktionskünstlers Joseph Beuys, Stüttgens verstorbener Mentor. Mit seinem Projekt „7000 Eichen“, einer visionären Pflanzaktion, wollte Beuys schon 1982 zur documenta 7 die Kunst auf die Straße bringen — damals eine radikale Idee. Mittlerweile sind es schon über 7.000 Eichen, die sich in Kassel, Traunreut und New York als lebendes Kunstwerk verwurzelt haben.

In enger Zusammenarbeit mit der Stiftung DASMAXIMUM aus Traunreut wird nun auch in Burghausen ein Teil des einmaligen, lebendigen Kunstwerks mit großem Symbolcharakter installiert. Der Eiche wird eine Basaltstele an die Seite gestellt, die die Vergangenheit verdeutlichen und mit ihrer uralten Energie und ihren Mineralien die junge Eiche versorgen und beschützen soll. Die Eiche selbst strebt in ihrem Wachstum in die Zukunft und wird irgendwann selbst den Stein mit ihren Wurzeln umhüllen und schützen. Dazu kommen die Menschen, die für die „soziale Plastik“ die Verantwortung übernehmen, gemeinsam handeln und zwar zum Wohle der Gesellschaft und der Zukunft. Jeder Mensch kann so zum Künstler werden, das war Beuys tiefste Überzeugung, die dem früheren Kunstbegriff eine ganz neue Facette gab.

Der Vortrag ist im Sinne an Beuys Kunstauffassung für jedermann offen zugänglich und kostenlos. Auch bei der Pflanzung mit Herrn Bürgermeister Hans Steindl und Frau Dr. Birgit Löffler, Museumsdirektorin DASMAXIMUM, sind ausdrücklich Zuschauer erwünscht.


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