17.07.2018, 13:19 Uhr

Stadtmuseum geehrt Auszeichnung Heimatschatz für Burghausen

Eva Gilch, Leiterin des Burghauser Stadtmuseums (Mitte) mit Finanz- und Heimatminister Albert Füracker und Kunstministerin Prof. Dr. med. Marion Kiechele. (Foto: Astrid Schmidhuber)Eva Gilch, Leiterin des Burghauser Stadtmuseums (Mitte) mit Finanz- und Heimatminister Albert Füracker und Kunstministerin Prof. Dr. med. Marion Kiechele. (Foto: Astrid Schmidhuber)

Stadtmuseum Burghausen wird für besonderes Exponat von Staatsministerium ausgezeichnet. Eva Gilch nimmt Preisgeld 1.000 Euro und Urkunde entgegen

BURGHAUSEN. Das Stadtmuseum Burghausen auf der weltlängsten Burg zeigt derzeit viele Hundert Exponate auf zwei Stockwerken zur Burghauser Stadtgeschichte. Geht es nach Museumleiterin und Historikerin Eva Gilch, sind all diese Exponate auch „Heimatschätze“, jedenfalls sind sie „echte Schätze der Vergangenheit“, sagt Gilch. Aus der jüngeren Stadtgeschichte hat das Stadtmuseumsteam ein Paar Schuhe aus PVC offiziell beim Bayerischen Staatsministerium der Finanzen, für Landesentwicklung und Heimat für die Bewerbung bei den „100 besten Heimatschätzen“ eingereicht. Unter mehr als 600 Bewerbungen wurden die Burghauser PVC-Schuhe ausgewählt. Die feierliche Preisverleihung erfolgte am vergangenen Freitag in München, wozu Eva Gilch mit Corinna Ulbert-Wild, wissenschaftliche Mitarbeiterin des Stadtmuseums, in die Landeshauptstadt gereist sind. „Unsere bayerischen Heimatmuseen bewahren regionale Tradition und Heimatkultur. Unzählige Kleinode erzählen spannende Geschichten, stärken das Gefühl für die bayerische Lebensart und präsentieren einen modernen, lebendigen Umgang mit der bayerischen Heimatgeschichte“, stellte Finanz- und Heimatminister Albert Füracker bei der Prämierung der 100 ausgewählten Heimatschätze heraus.

Das ausgezeichnete Objekt der Stadt Burghausen sind schwarze Schuhe aus PVC-Folienstreifen, die um 1947 in der Not der Nachkriegszeit in Burghausen gefertigt wurden. Die schmalen PVC-Bänder hierfür stellte ab 1946 das Chemiewerk Gendorf der Anorgana GmbH, ein Tochterunternehmen der IG Farben, her. Für die Mitarbeiter von Gendorf waren die Bänder begehrtes Tauschobjekt, denn sie dienten als Material für Einkaufstaschen, Hüte, Schuhe oder Handtaschen. 1947 wurden in Burghausen zwei

Betriebe gegründet, die die Verwendungsmöglichkeit für den Werkstoff erkannt hatten. Am Burghauser Stadtplatz produzierte die Firma „Tabery“ und in der Neustadt die Firma „Berger“ so genannte Luvitherm-Schuhe und Taschen. Für viele Frauen bedeutete dies eine Arbeits- und Verdienstmöglichkeit in der Salzachstadt. Das ausgezeichnete Exponat erhielt das Burghauser Stadtmuseum 1995 anlässlich der Sonderausstellung „Gegangene Erinnerungen“. „Ich freue mich sehr über die Berücksichtigung des Burghauser Exponates und die Auszeichnung“, sagt Eva Gilch. „Unsere Stadt hat aber noch sehr viel mehr „Schätze“ zu bieten. Das wird jeder sehen, der die Kultur-,

Wissenschafts- und Grenzstadt im Chemiedreieck ganz im Südosten Bayerns besucht“, sagt Burghausens Erster Bürgermeister Hans Steindl stolz. Das Preisgeld von 1.000 Euro wird selbstverständlich weiter in die Erhaltung und Präsentation der Burghauser Stadtgeschichte investiert, denn schon im Frühjahr 2019 soll das dritte Geschoss im Stadtmuseum mit dem Schwerpunkt Kunst eröffnen.

(Foto: Stadt Burghausen / Stadtmuseum)

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