12.06.2018, 15:39 Uhr

Königswiesener Saitenmusik Musikalische Kostbarkeiten für Hackbrett und Gitarren

(Foto: BfM Altötting)(Foto: BfM Altötting)

Kammermusikalische Raritäten aus Klassik, Romantik und Biedermeierzeit

ALTÖTTING Das Dienstagskonzert am 3. Juli, um 19.30 Uhr, in der Aula der Max-Keller-Schule Altötting, bietet musikalische Kostbarkeiten für Hackbrett und Gitarren, dargeboten von der Königswiesener Saitenmusik.

Wer das Hackbrett bisher „nur“ als Volksmusikinstrument kannte, wird sich an diesem Konzertabend davon überzeugen können, wie viel mehr in diesem über tausend Jahre alten - ursprünglich arabischen - Instrument steckt, das übrigens nicht nur im Alpenland, sondern auf der ganzen Welt gespielt wird.

Schon zum wiederholten Mal in Altötting, wird es die Königswiesener Saitenmusik meisterhaft verstehen, ihre Zuhörer in den Bann zu ziehen. Gemeinsam mit den beiden Gitarristen Christine und Karl Beschoner stellt die Hackbrettistin Ulrike Wenicker-Kuhn eine Fülle von Farben des Hackbretts vor. Bei Musik vom 18. bis Ende des 19. Jahrhunderts demonstriert das Ensemble in besonderem Maße, welch vielfältige Klangnuancen einem chromatischen Tenorhackbrett und zwei Gitarren zu entlocken sind.

Mit kammermusikalischen Raritäten aus Italien, Spanien und dem Wien der Biedermeierzeit stehen ganz intime und private Werke klassischer und romantischer Komponisten im Focus, die vielfach geprägt sind von der Kultur, dem Nationalkolorit und dem Gefühl für die Heimat, und die von zartesten Stimmungen bis hin zu großer Leidenschaft und tiefsten Emotionen reichen.

Mit einem pathetischen Marsch beginnt Rossinis Ouvertüre zu seiner Oper „Die diebische Elster“ und leitet weiter mit einer leichten, verspielten und doch auch dramatischen Erzählung im typischen Belcanto-Stil über den Diebstahl des Vogels, der fast zur Hinrichtung einer unschuldig Verdächtigten geführt hätte.

In der Klassik und Frühromantik war virtuose Gitarrenmusik besonders beliebt. Zeugnis dafür sind sowohl das Quintett des italienischen Komponisten Luigi Boccherini, der geprägt durch seinen Aufenthalt in Madrid, einen leidenschaftlichen Fandango einfließen ließ, sowie die „Grande Sonate brillante“ des aus dem nahen Mattsee stammenden Antonio Diabelli, die im Zusammenspiel mit dem Hackbrett eine einmal dunkle Trauer und dann wieder unbeschwerte Heiterkeit und vollkommene Leichtigkeit widerspiegeln.

Bei den Werken zweier „Teufelsgeiger“, Niccolò Paganini’s Centone di Sonate Nr. 2 und Pablo de Sarasates hochvirtuose „Airs espagnols“, erklingen im Zwiegespräch mit der Gitarre ganz unerwartete Klangfarben des Hackbretts. Den Zauber der Wiener Biedermeierzeit spürt man in einem der letzten Werke von Franz Schubert, dem „Grand Rondeau“, das in seiner hinreißenden Schlichtheit und tiefen Innigkeit wie ein Dialog und eine Umarmung zweier Liebender empfunden wird.

Lassen Sie sich mitreißen von diesem breit gefächerten und abwechslungsreichen Programm, bei dem von weichen, manchmal fast sphärischen Tönen bis zum virtuosen Klangfeuerwerk alles zu hören ist.

Der Eintritt ist frei, um einen Unkostenbeitrag wird gebeten.


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