21.02.2018, 13:06 Uhr

Töginger Rumänienhilfe Hilfstransport für sozial Schwache in Satu Mare


45 Tonnen Hilfsgüter in elf Fahrzeugen für sozial Schwache vor Ort gebracht.

TÖGING. Auch in diesem Jahr, wie schon seit annähernd 30 Jahren, machte sich ein Konvoi der Töginger Rumänienhilfe auf den Weg ins rund 1.000 Kilometer entfernte Satu Mare im nordöstlichen Teil Rumäniens. Der Konvoi bestand aus insgesamt elf Fahrzeugen, die allesamt von Firmen aus der Region unentgeltlich für das Faschingswochenende zur Verfügung gestellt wurden.

Seit Jahren, teils Jahrzehnten unterstützen Firmen, wie die Spedition Hinterberger, Resch Maschinenbau, Baierl + Demmelhuber, Elektro Kaiser, Fuhrmann Nutzfahrzeuge sowie die Autohäuser Scheidl und Schreiner & Wöllenstein die ehemalige Töginger Stadträtin und Trägerin des Bundesverdienstkreuzes, Juliane Einöder, in ihrem Bemühen, Leid und Armut in einer leider oftmals vergessenen Region Europas ein wenig zu lindern. Auch die Fahrer der Fahrzeuge im Konvoi sind allesamt unentgeltlich und ehrenamtlich immer wieder dabei. Dabei ist das oftmals gar kein Zuckerschlecken, denn die Fahrt ist lang und vor allem auf den letzten 100 Kilometern aufgrund der teils extrem schlechten Straßenverhältnisse und dem doch recht hohen Verkehrsaufkomme teilweise richtiggehend abenteuerlich, wie der Töginger Stadtrat Marcus Köhler berichtet, der selbst mittlerweile seit fünfzehn Jahren dabei ist.

Vor Ort arbeitet die Töginger Rumänienhilfe mit der Caritas Satu Mare zusammen. Satu Mare ist mit etwa 110.000 Einwohner eine relativ große Stadt. Aber das Gebiet, die Diözese Satu Mare, das die Caritas betreut, ist vorwiegend ländlich geprägt mit sehr vielen kleinen, armen Städten und Gemeinden, das mit strukturellen Problemen zu kämpfen hat. Die Caritas betreut dort regelmäßig etwa 8.000 Menschen mit annähernd 300 eigenen Mitarbeitern.

Aufgrund der angespannten wirtschaftlichen Situation, fehlender Perspektiven auf dem Arbeitsmarkt und die zunehmende soziale Isolation flüchten sich immer mehr Menschen, vor allem auch Kinder und Jugendliche, in Drogen und Alkohol. Hier will und muss die Caritas ansetzen, um die Situation wenigstens ein wenig zu lindern.

Ein wesentlicher Gesichtspunkt der Hilfstransporte ist es, sich von der Situation vor Ort und der Arbeit der Caritas ein Bild zu machen. So besuchen die Fahrer gemeinsam mit Mitarbeitern der Caritas dann auch einzelne Einrichtungen und Projekte. Die Caritas versucht hier mit ihren Sozialarbeitern, den Menschen Wege aus dieser Armut aufzuzeigen und vor allem an die Kinder heranzukommen, denn dort scheint noch das meiste Potenzial gegeben, diese ziellose Spirale zu durchbrechen. Während es zu Anfang der Hilfstransporte noch darum ging, die flächendeckende Not zu lindern, fokussiert man sich mittlerweile darauf, auf die Brennpunkte einzuwirken und ganz gezielt in einzelnen Projekten Menschen zu helfen. Denn größtes Problem scheint es zu sein, dass die Schere zwischen Arm und Reich immer stärker auseinanderklafft und die Armen immer noch ärmer werden. Eine wirkliche Mittelschicht ist so gut wie nicht existent. Und hier gilt es anzupacken.

Durch diese und viele weitere Begegnungen konnten sich die Fahrer des Hilfskonvois selbst ein Bild darüber machen, wie wichtig die Unterstützung aus Töging und Umgebung nach wie vor ist.

Jeden Freitagnachmittag nehmen die fleißigen, ehrenamtlichen Helfer der Organisation Spenden aus der Bevölkerung am Firmengelände der Verbund Innkraftwerke in Töging am Inn an. Von Bekleidung über Spielsachen und Haushaltsartikel bis hin zu Möbel wird alles, was der notleidenden Bevölkerung von Nutzen sein kann, gesammelt und in regelmäßigen Abständen von der Caritas Satu Mare, dem Partner vor Ort, abgeholt und nach Rumänien gebracht.

Nähere Informationen zu den verschiedenen Projekten der Organisation Caritas Satu Mare erfahren Sie unter im Internet unter www.caritas-Satu Mare.ro


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