11.01.2021, 14:52 Uhr

Wünsche werden wahr Bekannte Regensburgerinnen und Regensburger unterstützen finanziell benachteiligte Familien

Caritasdirektor Michael Weißmann (li.) und Brigitte Weißmann (re.) mit dem ersten prominenten Familienpaten: Bischof Dr. Rudolf Voderholzer. Foto: Burcom/FuchsCaritasdirektor Michael Weißmann (li.) und Brigitte Weißmann (re.) mit dem ersten prominenten Familienpaten: Bischof Dr. Rudolf Voderholzer. Foto: Burcom/Fuchs

Überdurchschnittlich viele Anfragen trafen in diesem Jahr bei der Allgemeinen Sozialberatung der Caritas Regensburg ein. Viele Menschen suchten Rat aufgrund finanzieller Einbußen durch die Corona-Pandemie.

Regensburg. „Gerade Geringverdiener waren wieder einmal stärker betroffen“, erklärt Brigitte Weißmann, Leiterin des Referats Soziale Beratung. „Durch Kurzarbeit oder Verlust des Arbeitsplatzes brach ihr Einkommen ein.“ Die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben sei so oft nicht möglich; insbesondere die Kinder der Betroffenen müssten daher häufig zurückstecken.

Um benachteiligte Familien zu stärken, entstand im Rahmen der bundesweiten Armutswochen bei der Caritas Regensburg die Idee der Familienpatenschaften: Jeden Monat steht ein Regensburger Pate, um einer Familie einen Herzenswunsch zu erfüllen. Ob ein Bildungsangebot durch zusätzlichen Unterricht, soziale Teilhabe durch eine Vereinsmitgliedschaft oder eine dringend benötigte Erholungsmaßnahme: Durch die Maßnahmen werden Familien und deren Kinder nachhaltig und gezielt gefördert.

Der Kontakt zu den Familien wird über die Allgemeine Sozialberatung der Caritas hergestellt. „Viele Familien begleiten wir schon lange. Die Corona-Pandemie hat sie oft stark getroffen. Daher freuen wir uns, dass wir in der Vorweihnachtszeit mehrere Patenschaften organisieren konnten – um möglichst vielen Familien mit Kindern Wünsche zu erfüllen, die sie sich ansonsten nicht leisten könnten“, so Weißmann.

Den Auftakt machte Bischof Rudolf Voderholzer. Mit seiner Patenschaft unterstützt er eine Regensburger Familie mit drei Töchtern zwischen drei und neun Jahren. Trotz Voll- und Teilzeitarbeit ist die finanzielle Lage angespannt; durch die Patenschaft wird den Kindern ein langgehegter Traum ermöglicht.

Der Jurist Dr. Clemens Prokop übernahm die Patenschaft für eine junge Mutter: Sie kommt ursprünglich aus Bulgarien und spricht sehr gut Deutsch - durch ihre starke Sehbehinderung war es für sie aber schwer, Deutsch schreiben zu lernen. Mit der Unterstützung von Dr. Prokop kann sie sich mit einem speziellen Kurs auf die Deutschprüfung vorbereiten, um zum nächsten Wintersemester das Studium der Sozialen Arbeit an der OTH Regensburg aufzunehmen.

Markus Jakob, Geschäftsführer des Katholischen Wohnungsbau- und Siedlungswerks in Regensburg, ermöglicht zwei musikbegeisterten Jungen Gitarrenstunden – was für ihre Mutter als Studentin alleine nicht zu stemmen wäre.

Eine Mutter von zwei Mädchen erhält nach einem Umzug Hilfe, noch fehlendes Mobiliar anzuschaffen. Hier steht die Familie Rödl Pate, die auch einer zweiten alleinerziehenden Mutter unter die Arme greift: Durch das Home-Schooling ist für die Kinder ein Tablett-PC notwendig geworden. Auch Architekt Joachim Peithner finanziert ein Tablett, um einem Mädchen mit Behinderung bessere Lernchancen zu ermöglichen: „Ich finde es toll, dass die Hilfe so konkret ist. Da weiß ich, meine Hilfe kommt an.“

Für Brigitte Weißmann war das erst der Anfang; die Familienpatenschaften sind für insgesamt ein Jahr geplant. „Wir freuen uns, dass innerhalb kurzer Zeit schon so viele Regensburger eine Patenschaft übernommen haben. Wir hoffen, dass wir im kommenden Jahr noch vielen weiteren Familien Träume erfüllen können.“


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