09.12.2020, 15:15 Uhr

Bedauern bei Verantwortlichen Ejsa Regensburg muss Heilpädagogische Jugendwohngruppe einstellen

Die jungen Erwachsenen beim Palettenbau, einem Projekt im Rahmen der Heilpädagogischen Wohngruppe. Foto: ejsa RegensburgDie jungen Erwachsenen beim Palettenbau, einem Projekt im Rahmen der Heilpädagogischen Wohngruppe. Foto: ejsa Regensburg

Im Dezember 2016 hat die Evangelische Jugendsozialarbeit Regensburg (ejsa) im ehemaligen Marienstift ein Wohnprojekt für junge Flüchtlinge gestartet. Ziemlich genau vier Jahre später war man nun aus wirtschaftlichen Gründen gezwungen, mit der Heilpädagogischen Jugendwohngruppe für Minderjährige einen Teil davon aufzulösen.

Regensburg. Die Belegung konnte nicht mehr sichergestellt werden, da die Aufnahme junger Geflüchteter inzwischen durch die Politik nahezu gänzlich unterbunden ist. Insgesamt 21 junge Männer aus Afghanistan, dem Iran und Irak, Syrien, Libyen, Guinea sowie Albanien – alle in unterschiedlicher Form traumatisiert – wurden im Zeitraum des Bestehens der Einrichtung betreut.

„Wir bedauern die Schließung, es war uns eine Herzensangelegenheit. Aber wir sind stolz, dass wir den Jugendlichen Sicherheit und Geborgenheit, also ein Stück Heimat, geben konnten“, sagt Hilde Schedl, Leiterin des ejsa-Wohnprojekts. Bei 80 bis 90 Prozent der jungen Menschen sei laut ihr die schulische und berufliche Integration gelungen.

Einige konnten jedoch dem Druck der Bürokratie, der ständigen Ungewissheit und dem unverständlichen, oder gar willkürlich erscheinenden Verhalten der Behörden nicht Stand halten. „Das war und ist ein Teil der Realität, den wir trotz intensiver Bemühungen nicht beeinflussen konnten. Das ist nicht nur bedauerlich, sondern sogar ärgerlich und deprimierend“, erläutert ejsa-Geschäftsführer Hans-Jürgen Fehrmann, und fügt hinzu: „Es bleiben aber zwei unserer langjährigen, höchst qualifizierten und engagierten Kolleginnen vor Ort, die für die Menschen da sind.“ So wird es im Marienstift weiterhin das Betreute Wohnen für junge Erwachsene geben und neu hinzu kommen gezielte ambulante Hilfen für Familien mit Fluchthintergrund.


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