11.10.2020, 15:16 Uhr

Rosenkranzgebet und Lichterprozession „Unsere persönlichen Anliegen, die Nöte der Stadt und der Welt“

 Foto: Jacinta Fink Foto: Jacinta Fink

Am Freitagabend, 9. Oktober, hat in Regensburg im Hohen Dom St. Peter das traditionelle Rosenkranzgebet mit Bischof Rudolf Voderholzer stattgefunden.

Regensburg. Die Beterinnen und Beter schauten auf Maria, die Mutter der Kirche und brachten Dank und Freude, aber auch Sorgen und Nöte zu ihr. Das Leitwort des diesjährigen Rosenkranzes hieß in Anlehnung an die Corona-Pandemie: „Maria – Mutter der Schmerzen“. „Wir dürfen unsere ganz persönlichen Anliegen, aber auch die Nöte der Stadt und der ganzen Welt mit ins Gebet nehmen“, erklärte Bischof Rudolf. Der Monat Oktober ist in der katholischen Kirche dem Rosenkranz gewidmet. Die Gläubigen sind eingeladen, dieses meditative und auf Christus hinführende Gebet sich wieder zu eigen zu machen.

Auf das Rosenkranzgebet folgte eine Lichterprozession. Der Weg fiel in diesem Jahr kürzer aus. Vom Dom zogen die Gläubigen mit Kerzen und Liedblätter zum Portal der Niedermünsterkirche. Im Jahre 1621, drei Jahre nach dem Ausbruch des 30-jährigen Krieges, wurde das Bildnis der Gottesmutter am Portal von der damaligen Äbtissin des Frauenstiftes Niedermünster gestaltet. Die Statue der „Patrona Bavariae“ war ihr dabei Vorbild. Das Portal ist Ausdruck des Vertrauens in den Schutz der Gottesmutter in der beginnenden Kriegszeit. Unzählige Menschen haben seither vertrauensvoll zu dieser Madonna aufgeblickt. Sie gilt außerdem als die älteste Hausmadonna in Regensburg und hat über die ganze Stadt verteilt Nachahmer gefunden. Bischof Rudolf lenkte den Blick auf die vielen weiteren Hausmadonnen, die es bei einem Spaziergang durch die Altstadt zu entdecken gilt.

Am Portal angekommen, wurden die versammelten Gläubigen Zeugen der Weihe des Bistums an die Gottesmutter. Die hoffnungsfrohe Haltung in Zeiten von Corona lautet: „Wir lassen nichts ausfallen, wir lassen uns etwas einfallen.“ Das spiegelte sich in den Gesichtern der Teilnehmer wieder, die am Ende der Andacht ihre Kerzen ausbliesen und sich auf den Heimweg begaben.


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