11.09.2020, 11:37 Uhr

Kultur Instandsetzung der Dominikanerkirche St. Blasius – Zeitkapsel in der Turmspitze gibt ihr Geheimnis preis

 Foto: Herbert Stolz/Staatliches Bauamt Regensburg Foto: Herbert Stolz/Staatliches Bauamt Regensburg

Regensburg. Seit April 2017 laufen die Sanierungsarbeiten an der Dominikanerkirche St. Blasius unter der Leitung des Staatlichen Bauamtes Regensburg. Mehr als acht Millionen Euro investiert der Freistaat für die Instandsetzung der zweitgrößten Regensburger Kirche. Die historischen Dachstühle von Haupt- und Seitenschiffen – teilweise aus dem 14. Jahrhundert - sind mittlerweile schon fertig saniert. Bei der Restaurierung des Turmkreuzes auf dem Dachreiter machte das Bauteam nun mit der Zeitkapsel einen interessanten Fund. Dass am sogenannten Turmknauf als höchstem Punkt eine solche Kapsel verborgen sein könnte, hatten die Fachleute bereits vermutet. Doch vom Inhalt des verlöteten Metallzylinders waren sie dennoch überrascht.

300 Jahre Baugeschichte kompakt verpackt

Zwei ineinander gesteckte Kapseln - aus der Barockzeit und aus dem 19. Jahrhundert – beinhalteten neben mehreren Schriftstücken in Deutsch und Latein auch Gebetskreuze aus Holz und ein mit Gold besticktes Kissen. Der gute Zustand der Gegenstände sorgte für Begeisterung: Sowohl an den Hülsen als auch an den Beigaben waren kaum Alterungsspuren zu erkennen - sehr ungewöhnlich für ein derart geschichtsträchtiges Bauwerk, ist doch der Inhalt allzu oft durch Witterung oder mechanische Beeinträchtigungen arg in Mitleidenschaft gezogen.

Nachdem die Kirche St. Blasius im Jahr 1384 nach rund 140 Jahren Bauzeit fertig gestellt wurde, gehört sie bis heute zu den größten und bedeutendsten Kirchen des Dominikanerordens in Deutschland. Einige Umbauten und Sanierungen wurden seitdem auch mit hinterlegten Schriftstücken in der Zeitkapsel dokumentiert.


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