28.06.2020, 08:55 Uhr

„Fassen Sie neu Mut!“ Bischof Voderholzer weiht drei Männer zu Priestern

Die drei Neupriester sind: Benjamin Raffler aus der Regensburger Pfarrei St. Emmeram, Bruder Abraham Ring, vom Oratorium des Hl. Philipp Neri in Aufhausen und Dirk-Henning Egger, Augustiner-Chorherr der Propstei in Paring. Foto: Altrotfoto/Uwe MoosburgerDie drei Neupriester sind: Benjamin Raffler aus der Regensburger Pfarrei St. Emmeram, Bruder Abraham Ring, vom Oratorium des Hl. Philipp Neri in Aufhausen und Dirk-Henning Egger, Augustiner-Chorherr der Propstei in Paring. Foto: Altrotfoto/Uwe Moosburger

Am Samstag weihte Bischof Dr. Rudolf Voderholzer drei Männer im Regensburger Dom mit Handauflegung zu Priestern. Gläubige und Familienangehörige feierten die Priesterweihe in der Kathedrale St. Peter mit, um die Priesteramtskandidaten bei diesem Ereignis zu begleiten.

Regensburg. Die Priesterweihe ist der Höhepunkt der Wolfgangswoche. Aufgrund der gesetzlichen Abstandsregelungen im Rahmen der Corona-Krise konnte nur eine begrenzte Anzahl von Sitzplätzen in der Kathedrale genutzt werden. Zeitgleich wurde das Pontifikalamt aber im Internet und im Regionalfernsehen übertragen und zahlreiche Gläubige konnten sich auf diesem Wege der Feier anschließen. Ein Vokalensemble der Regensburger Domspatzen gestalteten die Weihefeier musikalisch, Domorganist Dr. Franz Josef Stoiber spielte an der Domorgel. Bischof und Weihekandidaten sowie die unmittelbar an der Weihe Beteiligten unterzogen sich im Vorfeld zwei Corona-Tests, so dass die Gefahr einer Übertragung des Virus im Zusammenhang mit den Weihehandlungen soweit wie irgend möglich minimiert wurde.

Priesterausbildung in Regensburg: Keine Veranlassung etwas zu ändern

Vor dem Hintergrund der aktuellen Überlegungen auf Ebene der Deutschen Bischofskonferenz bezüglich einer Konzentration der Priesterausbildung und der daraus resultierenden Reduzierung der Standorte stellte Bischof Voderholzer in seiner Predigt klar: „Für das Bistum Regensburg gilt: wir haben, zusammen mit dem Bistum Passau und dem Studium Rudolphinum, eine relativ große und lebensfähige Lerngruppe, und so sehe ich – da bin ich mit Bischof Stefan Oster von Passau einig – keine Veranlassung, hinsichtlich der Standortfrage etwas zu ändern. Wie wir in der Priesterausbildung Theorie und Praxis noch besser aufeinander abstimmen können, das beschäftigt die Verantwortlichen freilich schon lange und das wird uns weiter beschäftigen.“

Das erste und wichtigste sei, so der Bischof, um Priesterberufe zu beten und für geistliche Berufe zu werben. Was die Attraktivität des Priesterberufs beträfe, so könnten freilich auch Hindernisse aufgebaut werden, warnte Bischof Rudolf. Wenn innerkirchlich selbst die Lebensform von Ehelosigkeit, Armut und Gehorsam und die sakramentale Struktur ständig in Frage gestellt würden, sei dies kein positives Signal. Vieles, stellt Bischof Voderholzer klar, was im Umfeld des so genannten Synodalen Weges gesprochen werde, sei nicht angetan, geistliche Berufe zu fördern.

Corona: Kirchliches Leben wieder hochfahren

Mit Blick auf die Corona-Krise stellte Bischof Rudolf fest, dass man wenigstens in Deutschland, dank der großen Geduld und Disziplin der Menschen, vor einer allmählichen Normalisierung des Lebens stehe. Das stelle alle vor neue Herausforderungen. „Der Shut-down ist vorüber. Jetzt geht es darum, das Leben, auch das äußere kirchliche Leben, vorsichtig wieder hochzufahren!“ Die Priesterweihe der drei Kandidaten falle genau in diese Übergangszeit. Ihr Wirken als Neupriester sei also in eine nicht weniger herausfordernde Zeit gestellt. Es zeige sich nämlich, so der Bischof, dass es fast noch schwerer sei, langsam wieder anzufangen als alles herunter zu fahren. Je länger das Leben in den Pfarreien darnieder läge, umso schwieriger und langwieriger werde es dauern, wieder auf die Füße zu kommen Das gelte auch für alle Bereiche des öffentlichen Lebens: „Während zu Beginn der Corona-Krise die Devise galt: Bleiben Sie daheim, so gilt jetzt: Fassen Sie neu Mut! Kommen Sie! Wir helfen Ihnen. Die Priester, und vor allem die Neupriester, sind für Sie da! Sie werden nicht für sich geweiht, sondern zum Dienst an den Menschen!“

Das heilige Sakrament der Priesterweihe

Beim Weiheritus wird jeder Kandidat mit seinem Namen aufgerufen. Nacheinander treten die drei Kandidaten einzeln vor den Regensburger Bischof und bekunden ihre innere Bereitschaft zum Dienst an der Kirche in Einheit mit dem Bischof. Der Leiter des Priesterseminars, Regens Martin Priller, erklärt gegenüber dem Bischof, dass das Volk und die Verantwortlichen befragt und die Kandidaten für würdig befunden wurden, die Weihe zu empfangen.

Die Weihe geschieht durch Handauflegung und Weihegebet durch Bischof Rudolf – damit wird die Gabe des Heiligen Geistes an die neuen Priester übertragen. Die Männer werden anschließend mit Stola und Messgewand bekleidet und ihre Hände werden gesalbt. Der Bischof überreicht ihnen Hostienschale und Kelch zur Feier der Eucharistie. Die Weihehandlung endet mit dem Friedensgruß und der Umarmung durch den Bischof. Die erste Eucharistiefeier als geweihte Priester feierten die drei Männer gleich im Anschluss. Zur Entlassung segneten die Neupriester gemeinsam die Gläubigen. Für die Neupriester ist dies eines der wichtigsten Ereignisse im Leben.


0 Kommentare