20.04.2020, 00:00 Uhr

Coronavirus Gottesdienst am Weißen Sonntag per Livestream übertragen

 Foto: Bistum Regensburg Foto: Bistum Regensburg

Am Sonntag, 19. April, hat Weihbischof Dr. Josef Graf dem Gottesdienst im Hohen Dom St. Peter in Regensburg vorgestanden. Der zweiten Sonntag der Osterzeit ist traditionell der Weiße Sonntag, an dem viele Erstkommunionfeiern stattfinden. Auch verwies Dr. Graf darauf, dass Papst Johannes Paul II. diesen Tag zum Sonntag der Göttlichen Barmherzigkeit ernannt hat.

Regensburg. Der Gottesdienst, den Domkapitulare im Kirchenschiff verteilt mitfeierten, wurde als Livestream im Regionalfernsehen TVA und über den Internetauftritt des Bistums übertragen. Sehr viele Gläubige aus dem ganzen Bistum und darüber hinaus feierten des Gottesdienst auf diese Weise mit.

Gleich zu Beginn sprach Weihbischof Graf die zahlreichen Kinder an, die an diesem Tag die heilige Erstkommunion empfangen hätten. Tatsächlich war dies vorgesehen. Die Feiern mancherorts mussten aber wegen der Coronakrise verschoben werden. Deshalb waren die Kinder im Vorfeld eingeladen worden, der heiligen Messe per Livestream zu folgen. Der Weihbischof bat sie in einer persönlichen Ansprache, nicht allzu traurig zu sein. Er sagte: „Liebe Kinder, seid nicht allzu traurig darüber, dass eure Erstkommunion verschoben werden muss. Freut euch umso mehr auf dieses Fest. Vertraut darauf, dass Jesus euch lieb hat und euch nahe sein will, auch wenn ihr ihn an diesem Sonntag noch nicht in der heiligen Kommunion empfangen könnt.“

In seiner Predigt erinnerte Weihbischof Graf daran, dass Johannes Paul II. zu Beginn seines Pontifikats sagte: „Habt keine Angst. Öffnet, ja, reißt die Tore weit auf für Christus.“ Dr. Graf sagte dies mit Bezug zum Evangelium vom sogenannten ungläubigen Thomas, das an diesem Sonntag vorgetragen wurde. Tatsächlich aber wäre es angemessener, vom skeptischen oder vom zweifelnden Thomas zu sprechen. Das Problem des Zweifels sei es, dass er rasch in Verzweiflung umschlagen könne. Demgegenüber aber habe der heilige Johannes Paul II. seinen Zuspruch immer wiederholt. Er war vor 100 Jahren geboren worden.

Ob wir nun, wie derzeit, daheim sitzen, ohne Türen für andere Menschen öffnen zu können, oder ob wir künftig dann wieder die Türen öffnen: Das Problem sind unsere verschlossenen Herzen. Weihbischof Graf: „Wenn wir das Herz öffnen, kann Er unseren Zweifel in Glauben wandeln.“ Auf diese Aussage baute Dr. Josef Graf den Wunsch auf, den er abschließend zum Ausdruck brachte: „Ich wünsche, dass der Auferstandene auch unsere Zweifel in Glauben wandelt.“


0 Kommentare