28.01.2020, 15:57 Uhr

Die tiefere Liebe zu Christus Bischof Voderholzer hat sein Weiheversprechen fest im Blick

(Foto: Dr. Veit Neumann)(Foto: Dr. Veit Neumann)

Am Sonntag, 26. Januar, hat Bischof Dr. Rudolf Voderholzer eine Pontifikalvesper anlässlich des siebten Jahrestags seiner Weihe zum Bischof gefeiert. Dr. Voderholzer hatte an diesem Datum, am 26. Januar 2013, das Weihesakrament erhalten. Im Anschluss an den Gottesdienst im Regensburger Dom zeichnete er verdiente Priester und Weltchristen (Laien) aus. Die Feierstunde dazu fand im Kolpinghaus Regensburg statt. Im Namen der Diözese dankte Generalvikar Michael Fuchs Bischof Voderholzer „für Ihre Orientierung, Ihren Glauben und Ihr rechtes Maß“.

REGENSBURG Die Vesper im Hohen Dom St. Peter feierten das Domkapitel, zahlreiche Priester sowie Vertreter der benachbarten Kollegiatstifte und Gläubige, die als Fahnenabordnungen der Verbände fungierten. Überhaupt waren viele Gläubige gekommen. In seiner Predigt sagte der Bischof, dass er sieben Jahre zuvor an diesem Ort versprochen hat, die Treue zum Weiheversprechen zu halten. Erzbischof Reinhard Marx fragte ihn damals nach seiner Bereitschaft, im Dienst am Evangelium Christi dieses treu und unermüdlich zu verkündigen und somit das Glaubensgut rein und unverfälscht weiterzugeben. Darauf habe er jeweils geantwortet: „Ich bin bereit“, erinnerte Bischof Voderholzer. „In den vergangenen Tagen haben mich viele Menschen gebeten, meinem Weiheversprechen treu zu bleiben“, erklärte der Bischof von Regensburg weiter. Er erinnerte außerdem daran, dass er fünf Jahre zuvor bei dieser Gelegenheit im Dom angekündigt hatte, die „noch ernsthaftere Aufarbeitung der Missbrauchsfälle“ anzugehen: „Bei der Kooperation mit den Opfern sind wir einen guten Weg gegangen.“ Der Aktivist Matthias Katsch vom „Eckigen Tisch“ sowie Johannes-Wilhelm Rörig, unabhängiger Beauftragter für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs, hätten das Bistum Regensburg mit seinen Bemühungen bei der Aufarbeitung als Leuchtturm bezeichnet.

Der Bischof verwies auf die Sorgen von Papst Franziskus, der in seinem Schreiben auf den Rückgang der Glaubenspraxis, des Gebets und der Teilnahme an der sonntäglichen Eucharistiefeier hingewiesen hat. Insgesamt gehe es um die tiefere Liebe zu Christus. Dagegen verwies er auf die Situationen in anderen kirchlichen Gemeinschaften, in denen es die derzeit in Frage gestellten „Hemmnisse“ eines verpflichtenden Zölibats sowie weiterer Regelungen nicht gibt, wo aber auch nicht der Glaube aufblüht. „Wir müssen viel tiefer ansetzen“, sagte der Bischof von Regensburg. Er machte auf Jesus Christus selbst aufmerksam, der den Menschen in der entscheidenden Situation nicht nachgelaufen ist. Vielmehr fragte er, als sich die meisten von ihm abwandten: „Wollt auch ihr gehen?“ Und Petrus erklärte daraufhin: „Herr, wohin sollen wir gehen?“ Papst Franziskus hat in diesem Sinne zur Evangelisierung geraten. Deshalb werde es darauf ankommen, dass wir uns in einem ersten Schritt fragen, wie meine Liebe zu Christus ist – ob sie eventuell erkaltet ist? „Was aber in mir nicht brennt, kann nicht auf andere überspringen.“ Dann aber geht es darum, im Sinne des Zweiten Vatikanischen Konzils dem Weltauftrag und Weltdienst nachzukommen und in Wissenschaft, Kultur, Medien die Welt aus dem Geist des Evangeliums heraus zu gestalten. Auch sprach Dr. Voderholzer von einer Verlebendigung des Glaubens in der Diözese Regensburg. Monsignore Thomas Schmid wird alle Aktivitäten koordinieren beziehungsweise unterstützen. „Ich bin dankbar für den Zusammenhalt in unserem Bistum: für den Zusammenhalt der Priester und der Pfarreien. Halten wir zusammen“, sagte der Bischof am Ende seiner Predigt.

Während des folgenden Festaktes im Kolpinghaus zeichnete Dr. Voderholzer die verdienten Priester und Laien aus. Die Auszeichnung des Päpstlichen Ehrenkaplans (Monsignore) erhalten Pfarrer Martin Martlreiter aus Dingolfing-St. Johannes und Pfarrer Anton Schober aus Thalmassing-Wolkering. Bischof Dr. Voderholzer verlieh außerdem Ehrungen als Bischöflich Geistliche Räte an Pfarrer Stefan Anzinger (Ergoldsbach-Bayerbach), Pfarrer Thomas Jeschner (Eschenbach), Pfarrer Holger Kruschina (Roding), Pfarrer Andrzej Kuniszewski (Tegernheim), Pfarrer Varghese Puthenchira (Weiherhammer-Kaltenbrunn-Kohlberg), Pfarrer Josef Schemmerer (Chammünster) und Pfarrer Andreas Weiß (Bruck). Die St. Wolfgangs-Verdienstmedaille erhielten Frau Gerlinde Bayer (Ihrlerstein), Frau Margaretha Fischer (Bodenmais) und Herr Erich Weber (Regensburg).


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