08.10.2019, 12:17 Uhr

Erbauer des Krankenhauses Barmherzige Brüder feiern zehnjähriges Jubiläum der Seligsprechung Eustachius Kuglers mit einem Gottesdienst

Prior Frater Seraphim Schorer (vorne) der Barmherzigen Brüder und Weihbischof Reinhard Pappenberger während des Festgottesdienstes anlässlich des zehnjährigen Jubiläums der Seligsprechung von Frater Eustachius Kugler. (Foto: Archiv Barmherzige Brüder)Prior Frater Seraphim Schorer (vorne) der Barmherzigen Brüder und Weihbischof Reinhard Pappenberger während des Festgottesdienstes anlässlich des zehnjährigen Jubiläums der Seligsprechung von Frater Eustachius Kugler. (Foto: Archiv Barmherzige Brüder)

Der Orden der Barmherzigen Brüder feierte das zehnjährige Jubiläum der Seligsprechung von Frater Eustachius Kugler in einem Pontifikalgottesdienst mit Weihbischof Reinhard Pappenberger. Der Selige war Erbauer des Krankenhauses Barmherzige Brüder Regensburg. Beim anschließenden Ordensfest stellte das Krankenhaus seine 90-jährige Geschichte in einer neuen Chronik und einer Bilderausstellung vor.

REGENSBURG „So etwas hatten Regensburg und der Dom vorher noch nie erlebt“, erinnerte Weihbischof Reinhard Pappenberger zu Beginn seiner Predigt in der Krankenhauskirche St. Pius an die Seligsprechung Frater Eustachius Kuglers vor genau zehn Jahren. Am 4. Oktober feierte die ganze Stadt mit tausenden von Gläubigen, Kirchenvertretern, Ordensbrüdern und internationalen Gästen die Aufnahme Eustachius Kuglers in das Verzeichnis der Seligen und der Heiligen.

Am Freitag, 4. Oktober, zelebrierte Weihbischof Pappenberger zusammen mit dem Orden der Barmherzigen Brüder einen Festgottesdienst zu Ehren des zehnjährigen Jubiläums der Seligsprechung. Pappenberger betonte in seiner bewegenden Predigt, dass Kugler im Hospitalorden die Fußspuren Christi erkannt hatte und diesen Spuren nachgehen wollte. Nach seinem Eintritt in den Orden im oberpfälzischen Reichenbach zeigte sich Eustachius Kugler als überragendes Vorbild und wahrer Jünger Jesu. Gerade weil er selbst durch einen Unfall, dessen Folgen ihn sein Leben lang begleiteten, gezeichnet war, sei er stets auf der Seite der Verwundeten und Kranken gestanden. Er habe Gott und seine Nächsten aus vollem Herzen geliebt und diese Liebe in das Krankenhaus Barmherzige Brüder eingeschmiedet. Sie sei das Fundament, auf der das Krankenhaus basiere und der es zu verdanken sei, dass das Krankenhaus über seine ursprüngliche Größe weit hinausgewachsen sei.

Der Weihbischof verglich die Bedeutung der Seligen mit einem Sicherheitsstreifen im Christentum. Auf das Vorbild der Seligen könne der Gläubige stets vertrauen. Sie seien echte Christen, die nicht aus Eigennutz handelten. Der selige Eustachius Kugler sah stets die Not seiner Mitmenschen. Seine Sorge galt den Kranken und Bedürftigen. Der Leitspruch des Ordensgründers Johannes von Gott „Das Herz befehle“ lenkte ihn bis zu seinem Tod. In Kuglers Handeln und Tun wurde die Gegenwart Gottes sichtbar. „Der Mensch braucht trotz der Weiterentwicklung in der Technik auch heute noch menschliche Zuwendung, denn gegen Schrecken und Ohnmacht, gegen Verlust und Anhängigkeit gibt es kein Medikament“, hob Pappenberger eindringlich hervor.

Er lud die Gläubigen am Ende seiner Predigt ein, bei Eustachius Kugler vertrauensvoll Zuflucht zu suchen und auf seine Fürsprache zu vertrauen. Humorvoll zitierte er den Provinzial der Barmherzigen Brüder, Frater Benedikt Hau: „Das Krankenhaus Barmherzige Brüder hat eine besondere, kostenlose Zusatzleistung – hier ist man mit einem Seligen unter einem Dach. Nutzt dies!“

Im Zeichen der Hospitalität und Gastfreundschaft, dem vierten Ordensgelübde der Barmherzigen Brüder, lud Prior Frater Seraphim Schorer die Gemeinde im Anschluss an den Gottesdienst in den Mitarbeiterspeisesaal zu einem festlichen Essen ein. Hier ging er mit den Gästen auf eine bebilderte Zeitreise zu den Feierlichkeiten rund um die Seligsprechung vor zehn Jahren. Abschließend ließ er den Seligen selbst zu Wort kommen mit Zitaten wie „Diene stets den armen Kranken wie der Person Jesu Christi.“

Krankenhaus-Geschäftsführer Dr. Andreas Kestler erinnerte, dass das Krankenhaus nicht nur das Jubiläum der Seligsprechung feiere, sondern auch ein Festjahr anlässlich des 90-jährigen Bestehens des Krankenhauses. Hierzu zeigt das Haus aktuell eine Ausstellung mit historischen Fotos der vergangenen Zeiten. Eine eigens herausgegebene Krankenhaus-Chronik hält Rückblick auf die vergangenen Jahrzehnte. „Die Chronik über 90 Jahre unseres Krankenhauses zeigt, wie gewagt die Idee von Frater Eustachius in den 1920er Jahren doch war, in schwierigen Zeiten ein modernes Krankenhaus in Regensburg zu bauen. Und sie bestätigt, wie gut diese Idee mit dem leidenschaftlichen Engagement vieler Barmherziger Brüder und ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter über die Jahrzehnte getragen hat“, erklärte Dr. Kestler. Der Titel der Chronik „Das Gute sehen!“ stehe sinnbildlich für die gute Versorgung der Patienten, zu der Generationen von Mitarbeitern beigetragen haben.

Das Krankenhaus Barmherzige Brüder Regensburg beendet sein Festjahr am 20. Juni 2020 mit einem großen Tag der offenen Tür, zu dem alle Interessierten herzlich eingeladen sind.


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