03.05.2019, 08:27 Uhr

Kirche Delegation aus Myanmar zu Gast in Regensburg und bei Bischof Rudolf

Zum ersten Mal sind in diesen Tagen sieben ehemalige Stipendiaten zu Gast im Bistum Regensburg. (Foto: Bistum Regensburg)Zum ersten Mal sind in diesen Tagen sieben ehemalige Stipendiaten zu Gast im Bistum Regensburg. (Foto: Bistum Regensburg)

Seit dem 2001 finanziert das Bistum Regensburg ein Stipendienprogramm für junge Menschen aus Myanmar, dem früheren Birma. Zum ersten Mal sind in diesen Tagen sieben ehemalige Stipendiaten zu Gast im Bistum Regensburg.

REGENSBURG Sie werden begleitet vom Generalvikar des Erzbistums Yangon Francis Saw und dem Projektkoordinator der Bischofskonferenz für Erziehungsprogramme Noel Naw Aye. Heute traf die Delegation Bischof Rudolf Voderholzer, der der Gruppe um und durch den Regensburger Dom St. Peter führte.

Kooperationspartner des Stipendiatenprogramms sind der Katholische Akademische-Ausländerdienst (KAAD), der für die die Fachliche Betreuung und Durchführung des Programms verantwortlich ist, und die Katholische Assumption Universität in Bangkok, die für die Studien die sonst hohen Studiengebühren erlässt. Bisher wurden in dem Kooperationsprogramm 63 Studierende gefördert. Sie haben sich nach dem Ende der Militärdiktatur in Myanmar zur Vernetzung zu einer Ehemaligenorganisation zusammengetan, der MYANKAAD Alumni-Association.

Bunte Weltkirche erleben

Generalvikar Prälat Michael Fuchs besuchte 2014 auf Einladung von Kardinal Charles Bo, der den Katholikentag in Regensburg besuchte, Myanmar. Es war damals die 500-Jahr-Feier des Katholizismus in Myanmar. „Ich freue mich, dass durch verschiedene Besuche inzwischen auch einige Regensburger in Myanmar waren und Kontakte geknüpft haben. Der jetzige Gegenbesuch ist für diese Annäherung ein wichtiger Meilenstein und lässt uns eine bunte Weltkirche erleben“, erklärt Generalvikar Fuchs. Seit dem sanften Wandel in 2011, so der Generalvikar, haben die Studienabgänger noch mehr Möglichkeiten, sich in Wirtschaft, Erziehung und Caritas einzubringen und so christliches Zeugnis zu geben. Für die rund 1,3 % Minderheit der Katholiken in einem multiethnischen Land, in dem es gerade soviel Katholiken wie buddhistische Mönche gibt – circa 800.000, sei dies eine ganz wichtige Unterstützung. Denn die Katholiken kommen vorwiegend aus den armen und entlegenen Gegenden Myanmars, nicht aus den Großstädten wie Yangon, so Michael Fuchs weiter.

Chance für ein selbstbestimmtes Leben

Claudia Api ist ebenfalls nach Regensburg gereist. Das Stipendiatenprogramm erfüllte ihr einen Traum: Sie studierte Wirtschaftsenglisch und Ländliche Entwicklung. Heute arbeitet sie in Myanmar für den Caritasverband, der dort 800 Beschäftigte hat. Zahlreiche junge Menschen haben diese Chance nicht. Viele verlassen das Land, gehen nach China oder Thailand, um dort Arbeit zu finden. Sie arbeiten, meist als ungelernte Kräfte, unter schlechten menschlichen und finanziellen Bedingungen. „Ich bin sehr dankbar, dass ich in dem Programm untergekommen bin. Ich weiß nicht, wo ich heute ohne diese Unterstützung stehen würde“, erklärt die heute 38-jährige. Nach dem Studium arbeitete sie zunächst in einem Flüchtlingscamp. Denn das Absolvieren eines sozialen Hilfsdienstes ist Bestandteil des Programms. Zusammen mit anderen Programmen des KAAD haben bisher mehr als 100 junge Menschen aus Myanmar die Möglichkeit zu einem Studium bekommen. Sie haben unter anderem Englisch, Management, Tourismus, Erziehungswissenschaften, im Gesundheitswesen oder Entwicklungsfragen studiert. Die kirchliche Universität in Bangkok erlässt die hohen Studiengebühren, das Bistum Regensburg finanziert den Lebensunterhalt und der KAAD organisiert als Spezialist für Stipendienprogramme die Auswahl und Betreuung der Stipendiaten. Nach ihrem Studium leisten die Stipendiaten in ihren Bistümern als Dank einen Freiwilligendienst oder unterstützen ihre Bistümer auf andere Weise. Ziel ist es auch, dass sie als gut qualifizierte Gläubige sich im aktuellen gesellschaftlichen Wandel in ihrer Heimat bewusst als Christen einbringen.


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