07.03.2019, 10:18 Uhr

Fotografien von Donata Wenders Ein Aschenkreuz für die Kunstschaffenden im Bistum Regensburg


„Am Aschermittwoch ist alles vorbei!“, so singen die Karnevalisten noch am Faschingsdienstag. Denn am Mittwoch enden die Tage der Bälle und Umzüge, die österliche Bußzeit beginnt. Zum „Aschermittwoch der Künstler“ kamen die Gläubigen in der Regensburger Kirche St. Andreas in Stadtamhof zusammen.

REGENSBURG Bischof Dr. Rudolf Voderholzer hatte alle Kunstschaffenden eingeladen, um mit ihnen, dem Künstlerseelsorger Domvikar Dr. Werner Schrüfer und Domkapitular Thomas Pinzer gemeinsam einen Wortgottesdienst zu feiern und allen das traditionelle Aschenkreuz auf die Stirn zu zeichnen. Die Zeichnung wird mit den Worten „Bedenke Mensch, dass Du Staub bist, und zum Staub zurückkehren wirst!“ begleitet.

Der liturgischen Feier folgte in der benachbarten Hochschule für Katholische Kirchenmusik und Musikpädagogik (HfKM) ein Vortrag des bekannten Geigenbauers und Autors Martin Schleske mit dem Titel „Ein Instrument sein – Von der Schönheit unserer Berufung“ sowie die Eröffnung der Fotoausstellung von Donata Wenders. Vor zwei Jahren, so Künstlerseelsorger Dr. Werner Schrüfer in seiner Begrüßung, habe man bei dieser Feier die zeitgenössische Architektur, vergangenes Jahr die bildende Kunst in den Mittelpunkt gestellt. 2019 richte die Künstlerseelsorge den Blick vor allem auf die Musik, von der Thomas Mann gesagt habe, „dass ohne sie das Leben ein großer Irrtum wäre“.

Die Ausstellung zeigt großformatige Fotografien, die für mehrere Bücher von Schleske geschaffen wurden. Diese Arbeiten werden erstmalig in einer Ausstellung gezeigt und können noch bis zum Freitag, dem 12. April 2019 betrachtet werden. Donata Wenders studierte zunächst Film und Theater. Seit 1995 ist sie ausschließlich als Fotografin tätig. Ihre Werke sind international in Museen und Galerien gezeigt worden. Mit der Kamera begleitete sie auch Martin Schleske bei seiner Arbeit. Ihre einfühlsamen Aufnahmen illustrieren seine Bücher. Donata Wenders lebt und arbeitet zusammen mit ihrem Mann Wim Wenders in Berlin.

„Das Leben ist ein Geschenk, mir gegeben zur Bewährung. Wobei die größte Trostbotschaft des Evangeliums darin liegt, dass uns am Ende nicht ein himmlischer Polizist erwartet, der alles genau aufgeschrieben hat, sondern ein liebender Vater, der die Herzen kennt und eine Umkehr auch noch in der letzten Minute möglich sein lässt, ein Richter, der nicht darauf aus ist, uns hinzurichten, sondern aufzurichten. So gesehen heißt die christliche Hoffnung: Ich will nicht möglichst lange leben, ich will ewig leben, bei Gott!“, betonte Bischof Dr. Rudolf Voderholzer in seiner Predigt.

Der Aschermittwoch, so der Bischof, erinnere die Menschen mit dem eindrücklichen Ritual des Aschenkreuzes an die Wahrheit unseres Lebens: Heute ist der erste Tag vom Rest meines Lebens. Nimm ihn an, Deinen „Bruder Tod“ – wie der heilige Franz von Assisi es ausdrückt – als den, der Deinen Tagen Sinn und Gewicht gibt: „Nütze Deine Stunden. Betrachte Dein Leben vom Ende her. Richte es so aus, dass Du es vor Dir und dem Herrgott verantworten kannst. Und lass Dir sagen: Du bist aus der Erde kunstvoll geformt, nicht um möglichst lange, sondern um möglichst gut zu leben, ein schönes Werk Gottes und ein Wohlklang zu werden, und einmal auf ewig bei Gott zu sein und sein Lob zu singen“, erklärte Bischof Voderholzer abschließend.

Staub und Asche als Symbol der Vergänglichkeit des Menschen geben dem Aschermittwoch seinen Namen. Sich mit Asche zu bestreuen galt bei vielen Völkern als ausdrucksstarkes Zeichen der Klage und der Buße. Im Christentum wurde diese Tradition am Aschermittwoch übernommen. Heute lassen sich die Christen an diesem Tag ein Kreuz aus Asche auf die Stirn zeichnen und beginnen so die vierzig Tage der Buße und der Umkehr zur Vorbereitung auf das Osterfest. Es geht um Umkehr und Wandel im Leben – hin auf Christus. Mit dem Auflegen der Asche ist ein weiteres Zeichen verbunden: das Fasten. Nach alter Tradition ist der Aschermittwoch neben dem Karfreitag strenger Fasttag an dem sich die Christen nur einmal am Tag satt essen und auf Fleisch völlig verzichten sollen.


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