06.01.2019, 20:48 Uhr

Hochfest Erscheinung des Herrn Weise aus dem Morgenland – Sternsinger besuchen Bischof Dr. Voderholzer

(Foto: Bistum Regensburg)(Foto: Bistum Regensburg)

„Wir haben Seinen Stern aufgehen sehen und sind gekommen, um Ihm zu huldigen“ – unter diesem Satz stand das Hochfest der Erscheinung des Herrn am Sonntag, 6. Januar, im Hohen Dom St. Peter in Regensburg. Bischof Dr. Rudolf Voderholzer feierte mit zahlreichen Gläubigen das Hochfest mit einem Pontifikalamt. Im Anschluss daran empfing er die Sternsinger der Dompfarreiengemeinschaft bei sich zu Hause.

REGENSBURG Am 6. Januar feiert die katholische Kirche das Hochfest der Erscheinung des Herrn. Bereits in seiner Begrüßung im Regensburger Dom machte Bischof Rudolf darauf aufmerksam, wie wichtig das Hochfest, der Besuch der Sterndeuter an der Krippe, für die Kirche ist: Zusammen mit dem Evangelium von der Hochzeit zu Kana und der Taufe des Herrn am Jordan bildet der Besuch der Sterndeuter die drei zentralen Punkte der Erscheinung Christi, seiner Epiphanie. Im Evangelium wie es Matthäus erzählt, kommen Sterndeuter aus dem Osten nach Jerusalem und fragen nach dem neugeborenen König. Herodes, der damalige König, bekommt Wind von dem Vorgang und heuchelt ebenfalls Interesse. In Wahrheit ist er dem neugeborenen König nicht wohlgesonnen. Die Sterndeuter verraten Herodes, wo das Kind zu finden ist. Daraufhin folgen sie weiter dem Stern nach Bethlehem, huldigen dem Neugeborenen und bringen ihre Gaben, Gold, Weihrauch und Myrrhe dar.

In seiner Predigt verdeutlichte Bischof Rudolf die Bedeutung der Epiphanie für die Kirche und das Kirchenjahr. So weist das Evangelium von Matthäus bereits auf Karfreitag, das Leiden Jesu, hin: indem nämlich die Sterndeuter aus dem Osten nach Jerusalem kommen und fragen: „Wo ist der neugeborene König der Juden?“. Das Thema des „Königs der Juden“ begegnet den Christen später dann am Kreuz wieder, auf der Inschrift „INRI – Jesus von Nazareth, König der Juden“. Ein weiterer Hinweis auf das spätere Leiden Christi lässt sich an anderer Stelle, im Mord an den unschuldigen Kindern durch Herodes, finden. Auch das Pfingstfest wird mit dem Besuch der Sterndeuter aus der Ferne bereits angedeutet. Hier wie dort finden wir Verweise auf die Einheit der Vielfalt der Völker, die Universalität der Kirche. Schließlich symbolisieren auch die zahlreichen Kinder und Jugendlichen, die dieser Tage mit der großen Solidaritätsaktion „Sternsingen“ für Kinder in aller Welt Spenden sammeln und Segen bringen, die Einheit und Vielfalt sowie die universale Perspektive der Kirche.

Nach der Predigt segnete der Bischof das Wasser, das Salz, die Kreide und den Weihrauch, mit welchen die Sternsinger den Segen in die Häuser bringen, und brachte im Anschluss daran selbst den Segen an die Türen des Doms an. Nach dem feierlichen Gottesdienst besuchten die Sternsinger der Dompfarreiengemeinschaft den Bischof. Vor dem großen Tor des Bischöflichen Ordinariats wurden sie bereits von ihm erwartet. Fröhlich erschollen ihr Gesang und die Segenssprüche, die der Bischof leise mitsprach. Gleich an mehreren Eingangstüren durften die jungen Könige ihren Segen mit Kreide dann anbringen – was gar nicht so einfach war bei den hohen Türen. An einem der Eingangstore versuchte sich gar der jüngste König im Schreiben. Eigentlich war er – er zählte erst fünf Jahre – noch gar nicht in die hohe Kunst des Schreibens eingeführt worden. Dennoch gelang es ihm unter Anleitung der anwesenden älteren Weisen aus dem Morgenlande, einen etwas krakeligen Segen anzubringen.

Die kleinen Könige durften im Anschluss einige besondere Kostbarkeiten und Seltenheiten der umfangreichen Krippensammlung des Bischofs bewundern. Liebevoll und geduldig erklärte Bischof Rudolf die einzelnen Stationen der großen und kleinen Krippen, aus welchem Stoff sie gefertigt wurden und was das Besondere an ihnen sei. Zuletzt teilte der Bischof Pralinen aus und verabschiedete einen jeden kleinen König persönlich mit Handschlag. Ein besonderer Moment für die Kinder und Jugendlichen, auch wenn sie das Sternsingen schon mehrmals gemacht haben.


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