20.07.2018, 12:31 Uhr

Kirche Zahl der Kirchenaustritte im Bistum Regensburg nimmt wieder zu

Immer mehr Menschen kehren der Kirche den Rücken. Foto: StaudingerImmer mehr Menschen kehren der Kirche den Rücken. Foto: Staudinger

Die Zahl der Kirchenaustritte ist in absoluten Zahlen erneut gestiegen. Im Jahr 2016 traten noch 6.342 Katholiken ihrer Kirche den Rücken, im Jahr 2017 stieg diese Zahl auf knapp 6.500 Personen. Das Bistum hat jetzt mit einem „Austrittstelefon“ reagiert.

REGENSBURG Die Zahlen der Katholiken und Katholikinnen in der Diözese Regensburg, die 2017 ihren Kirchenaustritt erklärt haben, liegen vor. Im Bistum Regensburg waren es 6.499 Katholiken und Katholikinnen. Die Diözese, die eine Gemeinschaft vieler aktiver und engagierter Christen ist und auch in Zukunft verstärkt sein möchte, bedauert jeden einzelnen Austritt zutiefst, auch wenn jede Entscheidung zu respektieren ist, die dazu geführt hat. Die Verantwortlichen sowie alle Katholiken, denen der Glaube im Leben wichtig ist, wollen sich mit dieser Situation nicht abfinden.

Im Bistum Regensburg leben 1.166.109 Katholiken. Der Austritt entspricht einer Quote von 0,557. Das bedeutet, dass pro 1000 Katholiken gut 5 ihren Austritt erklärt haben. Mit dieser höchst bedauerlichen Situation möchte sich die Kirche von Regensburg nicht abfinden. Deshalb hat sie in diesem Jahr erneut die Aktion Kirchenaustrittstelefon gestartet: Vertreter des Bistums stehen am Telefon zur Verfügung. Die Aktion geht von 20. Juli bis 31. August.

Die Austrittszahlen werden an diesem Freitag, 20. Juli, für alle Diözesen in Deutschland bekanntgegeben. Alle Diözesen bedauern jeden einzelnen Austritt. Was Bayern betrifft, liegen die Bistümer Passau und Regensburg am unteren Ende der gesammelten Austrittsquoten (0,55). Es folgen Würzburg (0,6), Eichstätt (0,65), Bamberg (0,71), Augsburg (0,72) und München (1,06). Die durchschnittliche Austrittsquote in Bayern liegt bei exakt 0,75. Das bedeutet, dass im vergangenen Jahr in Bayern im Schnitt zwischen 7 und 8 von 1000 Personen aus der Kirche ausgetreten sind. In der Erzdiözese Freiburg, einem der größten Bistümer in Deutschland, liegt die Quote bei 0,78 Prozent.

Die Entwicklung ist indes in den letzten knapp 20 Jahren dramatisch gewesen. Im Jahr 2000 waren noch 84 Prozent aller Menschen im Bistum Regensburg katholisch, diese Zahl ist auf unter 70 Prozent gesunken. Das hat sicher einerseits mit dem Zuzug von Migranten zu tun, andererseits aber gab es immer wieder Jahre mit Ereignissen, in denen besonders viele Katholiken ausgetreten sind. Beispielsweise erreichte die Austrittsquote 2014 einen Höhepunkt mit mehr als 7.000 Austritten – damals schwelte die Debatte um den damaligen Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst, der zwischenzeitlich einen Wohnsitz im Bistum Regensburg hat. Besonders wenige Austritte (2.652) gab es 2005, als Papst Benedikt XVI. gewählt wurde, der ja lange Jahre im Bistum Regensburg lebte.