17.07.2018, 08:08 Uhr

Requieum Abschied von einem Priester aus Leidenschaft

Requieum für Prälat Wilhelm Schätzler. Foto: Bistum RegensburgRequieum für Prälat Wilhelm Schätzler. Foto: Bistum Regensburg

Einsatz, Leidenschaft und eine erfrischende Unkompliziertheit – der Abschied von Prälat Wilhelm Schätzler, von 1983 bis 1996 Sekretär der Deutschen Bischofskonferenz, wurde in der Alten Kapelle begangen.

REGENSBURG Prälat Wilhelm Schätzler, von 1983 bis 1996 Sekretär der Deutschen Bischofskonferenz (DBK), ist nach schwerer Krankheit im Alter von 89 Jahren verstorben. In der Basilika Unserer Lieben Frau zur Alten Kapelle in Regensburg, wo er dreizehn Jahre lang als Dekan des Stiftskapitels gewirkt hat, fand am Montag das Pontifikalrequiem mit Bischof Dr. Rudolf Voderholzer statt. Der jetzige Sekretär der DBK Pater Dr. Hans Langendörfer sowie Bischof emeritus Hubert Bucher aus Regensburg und Weihbischof emeritus Gerhard Pieschl aus Limburg haben konzelebriert. Der Beisetzung auf dem Unteren Katholischen Friedhof in Regensburg stand der Stiftsdekan der Alten Kapelle Prälat Robert Thummerer vor.

Wirken mit „großer Wachheit für die Entwicklungen in Kirche und Gesellschaft“

Der Jesuitenpater Dr. Hans Langendörfer, der Wilhelm Schätzler im Amt des Sekretärs der Deutschen Bischofskonferenz nachgefolgt war, würdigte Schätzlers Dienst in der DBK in Bonn, den er mit „großem Einsatz und Leidenschaft“, mit „großer Wachheit für die Entwicklungen in Kirche und Gesellschaft“ getan habe. Mit seiner „erfrischenden Unkompliziertheit“ und seiner festen Verwurzelung in den „geistlichen und institutionellen Traditionen“ der Kirche sei er den Vorsitzenden der Bischofskonferenz Kardinal Höffner und Kardinal Lehmann ein „präsenter Ratgeber“ gewesen. War er bereits in den Jahren des geteilten Deutschlands Helfer für die Bischöfe der DDR, so habe er nach dem Fall der Berliner Mauer „immense Kraft in die Zusammenführung“ der Bischofskonferenzen investiert.

Seine Zeit als Stiftsdekan in Regensburg war für Prälat Schätzler ebenso von größter Bedeutung, berichtete Pater Langendörfer: „Ich weiß, dass er es als großes Geschenk und als Ehre empfunden hat, für die Basilika Unserer Lieben Frau zur Alten Kapelle und für das Stiftskapitel in Anspruch genommen zu sein.“

Priester und Theaterfreund

Der Regensburger Bischof Dr. Rudolf Voderholzer stellte Schätzlers vielseitige Interessen heraus, die er für das Wirken der Kirche fruchtbar gemacht hat, darunter seine Liebe zum Theater und zur Literatur, seinen engagierten Umgang mit Medien und die Weisheit, sie für die Verkündigung des Glaubens zu nutzen.

Zugleich erinnerte Bischof Voderholzer an Schätzlers Liebe zur Alten Kapelle mit ihrem Gnadenbild. In seiner Zeit als Dekan des Stiftskapitels habe er sich mit viel Engagement die Innenrenovierung der Basilika „zur Hauptaufgabe“ gemacht, stets im Bewusstsein, dass das Gnadenbild seit Jahrhunderten Wallfahrtsziel war und ist.

Weiter dankte der Regensburger Bischof für Schätzlers priesterliches Wirken: „Aus einer Bäckerei stammend, wusste er um die Bedeutung des Brotes – aber er wusste auch, dass der Mensch nicht vom Brot allein lebt.“

Wilhelm Schätzler

… wurde 1929 in Weiden geboren. Er studierte in München Theologie, Philosophie sowie Theater- und Zeitungswissenschaften. 1957 wurde er durch Erzbischof Michael Buchberger zum Priester geweiht. Von 1983 bis 1996 war er Sekretär der Deutschen Bischofskonferenz. Von 1991 bis 2004 stand er dem Stiftskapitel Unserer Lieben Frau zur Alten Kapelle in Regensburg als Dekan vor. 1996 ernannte ihn Papst Johannes Paul II. zum Apostolischen Protonotar. Er verstarb am 9. Juni 2018.


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