31.05.2018, 16:59 Uhr

Fronleichnam in Regensburg „Wir sind auf die Straße gegangen, um für unseren Herrn Jesus Christus Zeugnis abzulegen“

(Foto: Bistum Regensburg)(Foto: Bistum Regensburg)

Zu Beginn des Pontifikalamts im Regensburger Dom St. Peter konnte Bischof Rudolf Voderholzer am Donnerstag, 31. Mai, viele Gläubige, kirchliche Verbände und Fahnenabordnungen sowie Vertreter staatlicher Behörden begrüßen.

REGENSBURG Er freute sich, dass an diesem strahlenden Frühsommertag so viele Menschen in den Dom gekommen waren, um gemeinsam ein Fest des Glaubens zu feiern. Auch Ordensritter und -damen, Studentenverbindungen, Ordensfrauen und -männer, das Dom- und die Stiftskapitel, das Priesterseminar und Erstkommunionkinder nahmen am Pontifikalgottesdienst und der großen Fronleichnamsprozession teil.

„Zeugnis abgelegt für Jesus Christus“

Im Anschluss an den Pontifikalgottesdienst hielt die Prozession an vier geschmückten Altären in der Regensburger Innenstadt jeweils eine kurze Statio. „Die vier Altäre stehen für die vier Himmelsrichtungen“, so Bischof Rudolf in seinen Einleitungsworten. „Wir wollen mit Christus und für ihn auf die Straße gehen und unseren Glauben bezeugen“, so der Regensburger Bischof weiter. Er trug das Allerheiligste Altarsakrament während der Prozession, die zu den vier geschmückten Altären, vor der Karmelitenkirche St. Josef, der Kirche St. Kassian, der Basilika St. Emmeram und vor den Regensburger Dom führte. Anlässlich des kirchlichen Hochfestes waren zahlreiche Straßen und Häuserfassaden mit Birkenzweigen und Fahnen festlich geschmückt. Nach einem Gebet für die Stadt und ihre Einwohner spendete Bischof Rudolf Voderholzer an den Altären jeweils den eucharistischen Segen. In seiner Predigt am Ende der Fronleichnamsprozession brachte er die Bedeutung von Fronleichnam noch einmal auf den Punkt: „ Wir sind auf die Straße gegangen, um für unseren Herrn Jesus Christus Zeugnis abzulegen“.

„Sanctissimum = das Allerheiligste“

„Unser Allerheiligstes ist Christus“ so Bischof Voderholzer in seiner Predigt. „Wir verwenden dafür einen doppelten Superlativ: Allerheiligstes! Dieser doppelte Superlativ hat in der Glaubensgeschichte Israels und der Kirche eine lange Bedeutungsgeschichte. Für unsere älteren Schwestern und Brüder, die gläubigen Juden, ist das Allerheiligste das Zentrum des Tempels in Jerusalem gewesen. Die Tora, die Lebensweisung Gottes für sein Volk Israel, ist das Allerheiligste für Israel“ erläuterte er den Gläubigen. Die Fronleichnamsprozession ist auch ganz in der Nähe des Neubaus der Synagoge in Regensburg vorbeigezogen. Deshalb betonte der Regensburger Oberhirte auch ausdrücklich die tiefe Verbundenheit mit der jüdischen Gemeinde in Regensburg.

„Brot des Lebens“

Des Weiteren betonte Bischof Rudolf: „Gott ist unter uns gegenwärtig in der Feier der Eucharistie und er bleibt gegenwärtig im Brot des Lebens und so haben wir ihn heute durch die Straßen getragen. In seinem Zeichen den Segen erbeten für die Stadt, ihre Bewohnerinnen und Bewohner und für alle Schöpfung.“ Und dieses Brot empfangen wir in jeder heiligen Messe und somit wird er ein Teil von uns. Das Besondere dieser heiligen Speise ist, „dass nicht wir sie in uns verwandeln, sondern, dass die heilige Speise - Christus selber - uns in sich verwandelt. Leib Christi dürfen wir letztlich selber sein, als die Kirche, die seine Gegenwart in dieser Welt darstellen darf.“ Deshalb gehört für Bischof Voderholzer Kirche und Eucharistie untrennbar zusammen.

„Christus schließt niemanden aus, wir schließen niemanden aus!“

Die Fronleichnamsprozession ist ein wunderbares Zeichen für die Darstellung von Kirche in ihrer Verbindung und Gemeinschaft mit Christus. „Ich durfte Christus in der Mitte tragen und um diesen Zug haben sich alle Gruppen und Stände der Kirche versammelt. Was für ein wunderbares Zeichen dafür, dass wir im Blick auf ihn und gestärkt durch ihn, nachdem wir ihn empfangen haben, sein Leib und seine Gegenwartsgestalt in der Kirche sein dürfen“, so der Regensburger Bischof in seiner Predigt auf dem Domplatz. Und der Kommunionempfang ist auch die höchstmögliche Teilnahme an der Feier der Eucharistie, stellte Bischof Voderholzer klar: „Christus schließt niemanden aus, wir schließen niemanden aus, aber alle sind eingeladen dieses Bekenntnis zu Jesus Christus in der Brotgestalt, in der Gemeinschaft der Kirche, in Verbindung mit dem Papst, dem Bischof, den Priestern und Diakonen und dem ganzen Volk sich zu eigen zu machen und mit uns allen vor dem Herrn in die Knie zu gehen, als unserem Allerheiligsten“.

Am Ende seiner Predigt erklärte er den Gläubigen noch: „Und wenn wir vor dem Herrn in die Knie gehen, dann machen wir nicht in erster Linie uns klein, sondern ihn groß!“. Nach der Predigt sangen alle noch aus vollen Kehlen das Lied „Großer Gott wir loben dich“, bevor die Bayernhymne den Abschluss bildete. Danach ließen alle den „Prangertag“ bei Bratwürstel und Bier ausklingen und auch der Bischof freute sich nach der Prozession auf eine Erfrischung und eine Brotzeit im Biergarten.


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