14.05.2018, 19:35 Uhr

Impulse setzen Laienverantwortung Regensburg stieß beim 101. Katholikentag in Münster auf große Beachtung

Bei einer Veranstaltung von Laienverantwortung Regensburg am Katholikentag in Münster diskutierten (von rechts) Prof. Dr. Johannes Grabmeier, Prof. Dr. Klaus Müller, Bischof Dr. Ulrich Neymeyr, Prof. Dr. Thomas Schüller und Fritz Wallner über „Hierarchie weiter denken! Mehr Volk Gottes, mehr Vertrauen und mehr Glaube“. (Foto: Laienverantwortung Regensburg)Bei einer Veranstaltung von Laienverantwortung Regensburg am Katholikentag in Münster diskutierten (von rechts) Prof. Dr. Johannes Grabmeier, Prof. Dr. Klaus Müller, Bischof Dr. Ulrich Neymeyr, Prof. Dr. Thomas Schüller und Fritz Wallner über „Hierarchie weiter denken! Mehr Volk Gottes, mehr Vertrauen und mehr Glaube“. (Foto: Laienverantwortung Regensburg)

Die Laienverantwortung Regensburg e. V. hat beim Katholikentag in Münster im Rahmen des offiziellen Programms ein Podium zum Thema: „Heilige Ordnung noch in Ordnung? – Hierarchie weiter denken! Mehr Volk Gottes, mehr Vertrauen und mehr Glaube“ veranstaltet.

REGENSBURG/MÜNSTER Vorsitzender Prof. Dr. Johannes Grabmeier moderierte die Diskussion mit mehr als 250 Besuchern in einer voll besetzten Aula, bei der Prof. Dr. Klaus Müller, Fundamentaltheologe und Religionsphilosoph aus Münster und Regensburger Diözesanpriester, Bischof. Dr. Ulrich Neymeyr aus Erfurt, Prof. Dr. Thomas Schüller, Kirchenrechtler aus Münster und Fritz Wallner, der stellvertretende Vorsitzende der Laienverantwortung Regensburg, die Impulse setzten.

Einigkeit herrschte darin, dass alle getauften und gefirmten Katholiken als Volk Gottes in Zukunft wesentlich mehr Verantwortung bekommen und übernehmen müssen, um die Basis der Vertiefung und Verbreitung des Glaubens zu vergrößern. Nach Prof. Schüller sei schon jetzt im Kirchenrecht vorgeschrieben, dass jeder Bischof einer Diözese im Turnus von zehn Jahren eine Diözesansynode einberufen muss, was aber in den seltensten Fällen von den Bischöfen beachtet wird. Bischof Dr. Neymeyr betonte den sakramentalen Charakter der Hierarchie als heiligen Ursprung auf Christus hin und stellte dann die beispielhaften Aktivitäten seiner Diözese Erfurt vor, die sehr stark auf Mitverantwortung der Laien setzt, wobei sich auch der Bischof als Laie – im Sinne von Mitglied im Volk Gottes – sieht. Von Fritz Wallner hingegen wurden Beispiele der Überfrachtung und Auswüchse der Hierarchie genannt, wie sie insbesondere in der Diözese Regensburg – oft als Novum in Deutschland – festzustellen sind. Mit großem Applaus unterstützten die Besucher seine Feststellung, dass die Zeit und die Bedeutung von Fürsten und Fürstbischöfen, wie sie Gloria von Thurn und Taxis und Kardinal Gerhard Ludwig Müller verkörpern, längst der Vergangenheit angehören. Nach Prof. Müller deutet nichts in der Kirchengeschichte darauf hin, dass sich die kirchliche Hierarchie wie sie jetzt besteht, zwangsläufig so hat entwickeln müssen, und dass menschliche Hierarchien sehr oft eine Bedrohung für die göttliche Ordnung, wie sie in der Schöpfung zu finden ist, darstellen können.

Auf die Frage aus dem Publikum, warum auf dem Podium nur Männer seien, antwortete Prof. Grabmeier pointiert, dass es ihm nicht gelungen sei eine Bischöfin einzuladen – und verwies damit auf die indirekte angesprochene Problematik des Ausschlusses von Frauen zum Diakonat und zum Priesteramt in der römisch-katholischen Kirche.


0 Kommentare