23.04.2018, 10:44 Uhr

„Wir freuen uns mit Ihnen“ Ein ganzer Dom voller Liebe – Bischof Voderholzer segnet knapp 700 Paare beim Tag der Ehejubilar

Beate und Carl-Maria Böhm aus Bodenwöhr. (Foto: Bistum Regensburg)Beate und Carl-Maria Böhm aus Bodenwöhr. (Foto: Bistum Regensburg)

Der ganze Regensburger Dom war voller Liebe, als sich am Sonntag, 22. April, knapp 700 Ehejubelpaare von Bischof Rudolf Voderholzer und den Weihbischöfen Reinhard Pappenberger und Josef Graf segnen ließen.

REGENSBURG Während die Paare den Segen empfingen, hielten sie ein Kreuz fest umschlossen als Zeichen, dass Christus der Dritte in ihrem Ehebund ist. Nach der Heiligen Messe erwartete die Jubelpaare noch ein breites Angebot, beispielsweise Führungen durch die Regensburger Kirchen oder das Domschatzmuseum, eine Brauereibesichtigung oder eine Erkundungstour auf den Spuren „heiliger Männer und Frauen“ durch die Regensburger Altstadt. Zum Tag der Ehejubilare waren alle Paare aus dem Bistum eingeladen, die in diesem Jahr ein Ehejubiläum feiern.

„Wir freuen uns mit Ihnen“

„Wir freuen uns mit Ihnen“, so begrüßte Bischof Rudolf Voderholzer die Ehejubilare im Dom St. Peter. Vor 25, 40, 50, 60 oder sogar 65 Jahren haben sie vor Gott ihre Liebe und Treue versprochen. Ein guter Zeitpunkt nun, Danke zu sagen: für die guten und schweren Tage, für die Tränen der Freude oder der Trauer, die vielleicht „die Beziehung nochmal vertieft haben“, „für das Geschenk, einander immer wieder vergeben zu können und zusammenzuhalten“, so der Bischof.

„Einer der erbaulichsten Festtage im Jahr“

Die Freude und der Dank über so viele gemeinsame Jahre waren bei den Jubelpaaren wirklich zu spüren. Doch auch Bischof Rudolf gestand: Der Tag der Ehejubilare, der bereits zum elften Mal gefeiert wurde, ist „einer der erbaulichsten Festtage im Jahr“. Dass so viele Paare ihr Ehejubiläum auf diese Weise feiern möchten und großen Wert auf den Segen für ihren weiteren gemeinsamen Weg legen, sei „ein unglaublich stärkendes Zeichen“.

Gerade vor dem Hintergrund einer immer stärkeren Aufweichung des Begriffs „Ehe“ in der Gesellschaft betonte der Bischof, die Ehe sei ein „Schatz der Kirche, für den wir nicht genug danken können“. Auch die Berufung zur sakramentalen Ehe sei eine geistliche Berufung, so Bischof Voderholzer weiter. Die Kirche brauche junge Männer, die Gott und den Menschen als Priester dienen, sie brauche Ordensfrauen und –männner, die das große Werk der Klöster fortsetzen, aber sie brauche ebenso Frauen und Männer, die vor Gott die Ehe schließen und sich öffnen, Leben weiterzugeben und Kindern ein Vorbild zu sein – auch im Glauben.

„Nach acht Tagen war klar: Der ist es und kein anderer!“

Beim Tag der Ehejubilare waren auch Beate und Carl-Maria Böhm aus Bodenwöhr dabei. 1964 haben sie sich kennengelernt – und zwar in Rom bei einer Studentenwallfahrt. Bei der Heimreise nach acht Tagen war für Beate klar: „Der ist es und kein anderer.“ Heute sind die beiden bereits seit fast 50 Jahren verheiratet. „Da gibt’s immer mal wieder Wolken und Sonnenschein“, erzählt Carl-Maria, „aber mehr Sonnenschein und das ist wichtig.“ Wichtig sei es auch, dass man sich gegenseitig trägt und sich hält, wenn es einmal „eng wird“. Wirklich geborgen könne man sich nur fühlen, wenn klar ist: „Wir gehören zusammen.“

Dass Beate und Carl-Maria gut zusammenpassen, das haben sie schon von Anfang an gespürt. Die gleichen Interessen verbinden sie, Fotografieren und Filmen beispielsweise. Und so haben sie sich schon auf ihrer anfänglichen Rom-Pilgerfahrt die selben Motive ausgesucht. „Schlauerweise“, wirft Beate ein, „hat sich Carl-Maria dann beim Abendessen neben mich gesetzt“. Ob es Fügung war? „Ich denke schon, dass es so war, ja“, meint sie. Doch dann kamen erst einmal schwierige Jahre. Sie studierte, er war als Zeitsoldat zwei Jahre lang beim Militär. Nur fünf oder sechs Mal im Jahr konnten sie sich sehen. So blieb nur das tägliche Briefeschreiben eine Möglichkeit, den Kontakt aufrecht zu erhalten: „Die Post hat gut an uns verdient.“

Was den beiden durch diese schwierige Zeit geholfen hat, das war ihr Glaube. Der führte sie auch am vergangenen Sonntag zum Tag der Ehejubilare, an dem sie sich und ihren Ehebund von Bischof Rudolf segnen ließen. Und auch auf die Stadt Regensburg freute sich das Ehepaar, denn in der Regensburger Alten Kapelle hatten sie sich am 28. Dezember 1968 das Jawort gegeben. Gemeinsam haben sie seitdem viele Herausforderungen gemeistert, sie haben zwei Söhne und mittlerweile drei Enkel. Ihr Tipp für eine gute Ehe: 50 Jahre sind eine lange Zeit. Da hilft es nicht nur, sich verliebt in die Augen zu blicken. Viel wichtiger ist es, in die gleiche Richtung zu schauen.

„Uns geht’s gut und das ist schön“

„Wir sind dankbar, dass es eine so gute Zeit war“, sagen Huberta und Peter Bauer, wenn sie auf ihre Ehe zurückblicken: „Uns geht’s gut und das ist schön.“ 50 Jahre sind sie nun schon bald verheiratet. Nachdem sie sich auf dem Eucharistischen Weltkongress in München 1960 zum ersten Mal gesehen haben, gaben sie sich sechs Jahre später, am 29. Juni 1968, das Eheversprechen. Kirchlich heiraten war ihnen dabei sehr wichtig. Der Glaube hilft in vielen Situationen. Und nun zum Ehejubiläum noch einmal den Segen des Bischofs zu empfangen „schadet nicht“, meint Peter.

Heute gehen viele Beziehungen auseinander. Woran das liegt? Huberta kann nur vermuten: „Es wird wahrscheinlich viel zu schnell aufgegeben.“ Doch die Bauers sind überzeugt: „Es lohnt sich“. Gemeinsam haben sie schon viele schöne Momente erlebt. Besonders gerne gehen sie tanzen und schon so manches Land haben die beiden gemeinsam erkundet. Zu den schönsten Momenten aber, da sind sie sich sicher, gehört die Geburt ihrer beiden Söhne. „Wir sind froh, dass alle gesund sind“, betont Huberta, „und wir sind froh, dass wir uns gegenseitig haben.“ „Große Kämpfe“, meint Peter mit einem Augenzwinkern, habe es nie gegeben. Nur was das abendliche Fernsehprogramm angeht – da können die Interessen schon einmal auseinandergehen.

„Allen Jubelpaaren wünschen wir auch für die kommenden Jahre alles Gute und Gottes Segen!“


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