09.03.2018, 12:38 Uhr

Glaube Hans-Peter Landsmann zum neuen Vorsitzenden des Kirchenvorstandes der Alt-Katholiken gewählt

(Foto: Hans-Peter Landsmann)(Foto: Hans-Peter Landsmann)

Mitbestimmung wird großgeschrieben bei den Alt-Katholiken. Die alt-katholische Kirche ist synodal verfasst, was bedeutet, dass das, was alle angeht, auch von allen entschieden werden soll. Aus diesem Grund werden auch regelmäßig Gemeindeversammlungen abgehalten, denen alle wichtigen Entscheidungen obliegen, wie zum Beispiel die Wahl der Pfarrerin oder des Pfarrers oder auch das Haushaltsrecht.

REGENSBURG Am Sonntag, 4. März, traf sich die Gemeinde der Regensburger Alt-Katholiken nach dem Sonntagsgottesdienst zur Gemeindeversammlung in der Kreuzkirche an der Deggendorfer Straße. Gleich zu Beginn führten die anwesenden Gemeindemitglieder die Ergänzungswahlen für den Kirchenvorstand durch, die turnusmäßig anstanden. In geheimer Wahl wurde die bisherige Vorsitzende Claudia Gräfensteiner-Meier wieder in den Vorstand gewählt, dazu kamen Udo Schuster aus Landshut und Veronika Mayer aus Riedenburg-Prunn, die für die ausgeschiedenen Mitglieder Gertrud Scholz und Gerda Langer hinzukamen. Auch die Abgeordneten zur Vertretung der Gemeinde bei der Landessynode mussten neu gewählt werden. Die Gemeindeversammlung wählte Hans-Peter Landsmann mit großer Mehrheit zum Synodalen. Vertreten wird ihn Petra Hilbrandt. Im Anschluss legten Kirchenrechnerin Waltraud Landsmann und Pfarrer Daniel Saam die Jahresrechnung für 2017 und den Haushaltsplan für 2018 vor. Die Kassenprüfer Karl Wellnhofer und Barbara Henkel attestierten korrekte und übersichtliche Arbeit und schlugen der Gemeinde die Entlastung vor, was die Gemeindemitglieder ebenso sahen. Das Kirchgeld wurde weiterhin auf 15 Euro festgelegt. Daniel Saam bedankte sich bei den Gemeindemitgliedern für die wieder große Spendensumme, die im vergangenen Jahr in die Gemeindekasse floss und von der die Gemeinde im Wesentlichen lebt. Die große Spendenbereitschaft ermöglichte es der Gemeinde auch, einen bereits erhaltenen Zuschuss des Bistums wieder zurückzubezahlen.

Im Seelsorgebericht, der Rechenschaft über das Leben der Gemeinde im vergangenen Jahr gibt, ging Pfarrer Saam auf die erfreuliche Entwicklung der Gemeinde ein. So erfreuten sich die Alt-Katholiken in Regensburg über stets steigende Gottesdienstbesucherzahlen. Dies spiegele offensichtlich die Zufriedenheit der Gemeindemitglieder mit dem neuen Gotteshaus Kreuzkirche wider. Lediglich bei der Christmette hatte man einen Rückgang zu verzeichnen, was jedoch einer ungünstigen Gottesdienstzeit im vergangenen Jahr geschuldet war. Ab 2018 wird die Christmette wieder zu gewohnter Zeit stattfinden, was die anwesenden 30 Gemeindemitglieder mit großem Beifall begrüßten.

Im Anschluss an die Gemeindeversammlung wurde der Vorsitzende des Kirchenvorstandes neu gewählt, nachdem Claudia Gräfensteiner-Meier mitteilte, dass sie dieses Amt nicht weiterführen wolle. Einstimmig wurde Hans-Peter Landsmann aus Barbing zum neuen ersten Vorsitzenden gewählt. Als Stellvertreter bestimmte der Kirchenvorstand Frank Hilbrandt aus Lappersdorf. Pfarrer Daniel Saam dankte Gräfensteiner-Meier am Ende der Sitzung für die vertrauensvolle und gute Zusammenarbeit in den vergangenen fünf Jahren.

Die alt-katholische Kirche ist eine Körperschaft des öffentlichen Rechts. Sie ist eine bischöflich-synodale, von Rom unabhängige katholische Kirche. Alle erwachsenen Mitglieder haben volles Mitbestimmungsrecht. Frauen und Männer sind gleichberechtigt zu allen geistlichen Ämtern zugelassen. Sowohl für Priester als auch für Priesterinnen gibt es keine Pflicht zum Zölibat. Geschiedene Wiederverheiratete sind ebenso willkommen wie gleichgeschlechtliche Lebenspartnerschaften. In Regensburg wurde der erste alt-katholische Gottesdienst am 19. Oktober 1873 in der Bruderhauskirche gefeiert.

Mehr Informationen unter www.regensburg.alt-katholisch.de.


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