18.12.2017, 15:11 Uhr

Kirche Besondere Weihnachtskrippe in Donaustauf zeigt Flüchtlingsnot


Eine Krippe der besonderen Art bietet die Reifldinger Sebastianikapelle in Donaustauf. Mit künstlerisch gestalteten Figuren wird das Geschehen von Bethlehem der aktuellen Flüchtlingssituation gegenübergestellt. Franz Wetter schuf die Gegenüberstellung der Herbergsuche. Für den musikalischen Hintergrund in der Kapelle am Straßenrand sorgt das Lied „Wer vor der Grenz?“, das der Donaustaufer Jugendchor nach der Melodie „Wer klopfet an“ singt.

DONAUSTAUF Zwei kleine Texttafeln mit den Begriffen „damals“ und „heute“ steuern die Blicke der Betrachter auf das Herbergsgeschehen: Einst der Unterstand für die Quartiersuchenden und heute die Grenze mit Polizei und Soldaten, welche sich den Flüchtlingen mit Koffern, Wägelchen, Rucksack und Taschen gegenüberstellen. Im oberen Bild („damals“) die Weihnachtsgeschichte von einst und unten („heute“) die pflichtbewussten Grenzwächter. Beiden Darstellungen gemeinsam ist die Abneigung gegenüber dem Fremden. Und beide Bühnen können dazu beitragen, wie die christliche Weihnachtsgeschichte, in der Gegenwart oft nur als nostalgische Erinnerung an die eigene Kindheit benützt, auch Wegweiser sein kann, über reale Gegebenheiten kritisch nachzudenken.

Die Figuren der Flüchtlinge wurden von „Kopf bis Fuß“ von Franz Wetter gefertigt: Gesicht und Hände sind aus Modelliermassen entstanden, die Kleider mit Draht und Schere hergestellt. Ein Hinweisschild erinnert an die bekannte Aussage der Bundeskanzlerin „Wir schaffen das.“ Und dazu (im rettenden Land) das Willkommen der Menschen, die in dieser Situation Nächstenliebe praktizieren. Der Gesang des Jugendchores lässt sich mit einem Knopfdruck abspielen und die Beleuchtung schaltet sich beim Herannahen des Betrachters automatisch ein. Ein Brückenbogen wird in der Darstellung für eine schwangere Frau und ihren Mann zur Herberge. Im Fluss ein Junge, der das rettende Ufer (des Mittelmeeres) nicht mehr erreicht hat.

Die Krippe wird bis Lichtmess, 2. Februar, zu besichtigen sein.


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