08.12.2017, 16:28 Uhr

Aids-Beratung Niederbayern Nach über 28 Jahren: Doris Stankewitz geht in den Ruhestand

Dekan, Dr. Wolfgang Bub und Caritasvorstand, Diakon Konrad Niederländer (re.) spenden der Doris Stankewitz zum Eintritt in den Ruhestand den Segen. (Foto: Caritasverband für die Diözese Passau e.V.)Dekan, Dr. Wolfgang Bub und Caritasvorstand, Diakon Konrad Niederländer (re.) spenden der Doris Stankewitz zum Eintritt in den Ruhestand den Segen. (Foto: Caritasverband für die Diözese Passau e.V.)

Sabine Eggersdorfer übernimmt die Aids-Beratung in Niederbayern.

PASSAU Ideengeberin. Initiatorin. Antreiberin. In Niederbayern hat die Aids-Beratung dafür einen Namen. Doris Stankewitz. Sie hat vor über 28 Jahren damit begonnen, Aids zum Thema in Passau und weit darüber hinaus zu machen. Sie hat die Krankheit öffentlich gemacht und Bewusstsein dafür geschaffen, etwa mit den Aids-Tagen Niederbayern oder der Ausstellung „Der lange Weg“. Sie hat betroffene Menschen herausgeholt aus ihrer Isolation und Stigmatisierung; manche bis in den Tod begleitet. Sie hat sich stark gemacht, die Krankheit zu bekämpfen, Stichwort Prävention. Am Donnerstag, 7. Dezember, ist sie in Passau feierlich in den Ruhestand verabschiedet worden.

Sabine Eggersdorfer übernimmt Aids-Beratung Niederbayern

Kreativ, fachlich höchst versiert, kommunikativ, einfühlsam wie leidenschaftlich, wurde Doris Stankewitz charakterisiert. „Schloss und Riegel“ hat sie sinnbildlich aufgebrochen und Menschen Türen geöffnet. Der evangelische Dekan, Dr. Wolfgang Bub, bezeichnete sie deshalb als „adventlichen Menschen“. Spricht doch das Adventslied von Gott, der Tore öffnet; „reiß ab, wo Schloss und Riegel“ vor. Das mein caritatives und diakonisches Handeln: Lebensmöglichkeiten erschließen und Licht in das Leben anderer Menschen bringen. Zusammen mit dem Bischöflichen Beauftragten und Caritasvorstand, Diakon Konrad Niederländer, spendete er der langjährigen Leiterin der Aids-Beratung Niederbayern zum Eintritt in den Ruhestand den Segen. Caritas und Diakonie tragen gemeinsam die Beratungsstelle.

Nachfolgerin ist Sabine Eggersdorfer. Das Thema Aids bleibt brisant; auch wenn die tödliche Gefahr heute begrenzt werden kann. Nach wie vor wird die Krankheit vielfach hinter verschlossenen Türen gelebt. Nach wie vor braucht es Aufklärung und Prävention. Damit spannt sich der Bogen in die Zukunft. Ministerialrat Dr. Georg Walzel, Bayerisches Staatsministerium für Gesundheit und Pflege, sprach bei der Feier an, die Finanzierung auch bei strukturellen Änderungen zu sichern. Er unterstrich deutlich die Zusammenarbeit mit Caritas und Diakonie, um die Beratungsarbeit in Niederbayern fortzusetzen.

Ministerialrat Dr. Georg Walzel, der Leitende Medizinaldirektor Dr. Peter Stadtmüller, Regierung von Niederbayern, der Dipl. Psych. Hans-Peter Dorsch, als Sprecher der Fachkonferenz HIV in Bayern, sowie Regierungspräsident Dr. Olaf Heinrich und Oberbürgermeister Jürgen Dupper, würdigten den langjährigen Einsatz von Doris Stankewitz und das Engagement ihres Teams, das sie aufgebaut hat. „Ein Glücksfall“, war mehrfach zu hören.


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