29.03.2019, 10:25 Uhr

Alte Ostertraditionen Vom Kalvarienberg über Kelheim zur Heiligen Stiege in Mariaort

(Foto: Dr. Jutta Göller)(Foto: Dr. Jutta Göller)

Am Samstag, 6. April, lädt die Katholische Erwachsenenbildung (KEB) dazu ein, alte Ostertraditionen neu zu entdecken. Dr. Jutta Göller hält dazu zuerst eine Führung zum Kalvarienberg über Kelheim. Anschließend geht es in privat organisierten Fahrgemeinschaften zur „Heiligen Stiege“ in Mariaort in der Kalvarienbergkirche. Treffpunkt ist um 14 Uhr am Fuß des Kreuzwegs am Goldberg (Hinterer Parkplatz der Goldberg-Klinik in Kelheim).

KELHEIM Im Barockzeitalter der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts appellieren Kreuzwege, Kalvarienberge und Passionsspiele in expressiven Stilformen an das Mit-Fühlen der Gläubigen bei der Leidensgeschichte Jesu Christi. Um 1750 lässt in Kelheim der kurfürstliche Verwalter des Weißen Brauhauses auf dem Goldberg, dessen Grund zum adeligen Damenstift Niedermünster in Regensburg gehört, den ersten Kreuzweg anlegen. Heute noch wird der Kelheimer Kalvarienberg von der Pfarrei Kelheimwinzer betreut, da dieses früher ebenfalls Grundbesitz des Reichsstifts Niedermünster war, wie auch der Frauenforst nördlich des Goldbergs. Die monumentale Halle oben auf dem Goldberg birgt eine wertvolle Kreuzigungsgruppe mit überlebensgroßen hölzernen Figuren unter den drei Kreuzen. Ihr Schöpfer war bisher unbekannt. Jutta Göller wird eine Vermutung wagen, wer sie geschaffen haben könnte.

In Mariaort oberhalb der Marien-Wallfahrtskirche am Zusammenfluss von Naab und Donau entsteht im ersten Viertel des 18. Jahrhunderts eine Kalvarienbergkirche nach dem Muster der „Scala Santa“, der Heiligen Treppe in Rom im Bereich des Lateran. Der Legende nach sollen es die Stufen sein, die Jesus zum Palast des Pontius Pilatus emporstieg. Die Treppe soll im 4. Jahrhundert von der heiligen Helena nach Rom gebracht worden sein.

In der Barockzeit entstanden auch in Bayern Nachbildungen der Heiligen Stiege, aber nur wenige sind davon erhalten. Die Mariaorter Kalvarienberg-Kirche ist ein hervorragendes Beispiel und ziemlich einzigartig in ihrer Rauminszenierung. Zu Füßen einer dreifachen Treppe, unter der sich das Heilige Grab befindet, laden lebhaft bewegte Propheten- und Engelsfiguren zum Aufstieg bis zum Kreuzaltar mit den Assistenzfiguren ein. Die Künstler, die in Mariaort als Holzbildhauer und Maler gewirkt haben, kennen wir auch aus dem Landkreis Kelheim, vielleicht sogar vom Kelheimer Kalvarienberg.

Treffpunkt ist am Samstag, 6. April, 14 Uhr, am Fuß des Kreuzwegs am Goldberg in Kelheim, ganz in der Nähe des hinteren Krankenhausparkplatzes an der Kreisstraße von Kelheim nach Ihrlerstein, Alling und Sinzing. Wir wandern zusammen an den Kreuzwegstationen vorbei auf den Goldberg und wieder hinunter. Gegen 15.30 Uhr Fahrt mit dem Auto in selbstorganisierten Fahrgemeinschaften nach Mariaort, dort gegen 16 Uhr (kurze) Besichtigung der Wallfahrtskirche, dann Aufstieg zur Kalvarienbergkirche. Ende gegen 17 Uhr. Die Anstiege sind zum Teil steil und können, je nach Witterung, rutschig sein. Bitte auf festes Schuhwerk achten. Die Teilnahme kostet fünf Euro, eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Nähere Informationen gibt es unter der Telefonnummer 09443/ 91842-24, per Mail an gtautz@keb-kelheim.de und im Internet unter www.keb-kelheim.de.


0 Kommentare