27.01.2019, 09:08 Uhr

Spender verstorben Mesnerin findet 161.000 Euro auf dem Altar – die Spender sind wohl bereits verstorben!


Die Geschichte klingt unglaublich, sie ist aber wahr: Ein anonymer Spender legte bündelweise Bargeld auf den Altar der Christkönigskirche in Saal an der Donau. Der Pfarrer verriet uns: Die Namen des Ehepaars, das auf dem Kuvert stand, sind die von Toten. Möglicherweise haben die Erben nun ihren letzten Willen erfüllt: „Spende für Afrika“ stand dort nämlich.

SAAL AN DER DONAU „Glauben Sie an Wunder?“ So fragt Wolfgang Hiebl vom Förderkreis der Mariannhiller Mission mit Sitz in Bad Abbach. „Wenn Sie bis heute nicht an Wunder geglaubt haben, überlegen Sie es sich gut, ob es sie nicht doch gibt.“ Das „Pfingstwunder von Saal“, das Hiebl den verdutzten Mitgliedern des Hilfskreises vorstellt, macht derzeit die Runde. Und es geht so: Am Pfingstsonntag, 20. Mai, des vergangenen Jahres entdeckte die Mesnerin der Christkönigskirche in Saal ein merkwürdiges Kuvert auf dem Altar. Maria-Elisabeth Giesa öffnete das Kuvert – und fand darin die unglaubliche Summe von 161.000 Euro – gebündelt in 500-Euro-Scheinen. Seit 17 Jahren ist nun in der Kirche als Mesnerin tätig. Aber so etwas hat sie noch nie erlebt. „Ich habe das viele Geld gesehen und bin erschrocken“, sagt sie. Auf dem Kuvert standen zwei Worte: „Spende für Afrika“. Schnell eilte die Mesnerin an jenem Pfingstsonntag in die Sakristei. Dort reichte sie das Kuvert Pfarrer Norbert Große. Und auch der war fassungslos. „Ich habe zuvor schon an Wunder geglaubt, aber jetzt ist mein Glauben bestätigt“, sagt der Pfarrer. „Ich war zunächst sprachlos“, so der Geistliche. Man habe das Geld zunächst zur Bank gebracht. Dort hat man eine Prüfung eingeleitet. Bei Summen ab 10.000 Euro gelten strenge Geldwäschegesetze in Deutschland. Zudem wurde der kuriose Fund dem Ordinariat gemeldet, der die Rechtsabteilung damit beauftragte, eine Prüfung vorzunehmen.

Auch Pfarrsekretärin Carola Regnet ist nach wie vor baff. „Wenn ich dran denke, dass immer wieder Geld aus dem Opferstock gestohlen wird, dann ist das schon ein starkes Stück, dass plötzlich so viel Geld dort liegt“, sagt sie. Immer wieder wird am Opferstock manipuliert, das Schloss ist häufig defekt. Doch an jenen Pfingstsonntag erinnert sie sich noch genau: „Die Kirche ist ja ganztägig offen, es könnte jeder gewesen sein, der das Geld unter das Kreuz auf den Altar legte!“ Derzeit gibt es auch nur Mutmaßungen, wer das Geld auf den Altar der Kirche gelegt hat. Der Pfarrer räumt ein, dass ein Name auf dem Kuvert stand. Doch der angebliche Spender ist längst tot. „Vielleicht haben die Erben den Willen des Verstorbenen nun umgesetzt? Wir wissen es nicht“, sagt Pfarrsekretärin Regnet.

Erst musste Geldwäsche ausgeschlossen werden

Kurz vor Weihnachten, am 22. Dezember, bekam der Pfarrer von Saal ein Schreiben von der Bischöflichen Finanzkammer: Er dürfe das Geld verteilen. Wenige Tage vorher ist der Pfarrer im Altersheim gestolpert, eine Sehne ist gerissen. Doch zum Unglück kam wenige Tage später ein verfrühtes Weihnachtsgeschenk. Zur Verteilung hatte man aber zuvor schon klare Vorstellungen: Schwester Christin von den Mallersdorfer Schwestern stammt aus der Gemeinde, sie bekommt einen Teil der Summe für ihre Arbeit in Südafrika. Bedacht wird auch ein Missionar aus der Region, der seit 1983 in Sambia arbeitet. Und der Mariannhiller Hilfskreis, der die frohe Botschaft an die Mitglieder hinausposaunte, bekommt 40.000 Euro. Die soll ein aus Bad Abbach stammender Pater für seine Arbeit in Afrika verwenden.

Wolfgang Hiebl vom Förderkreis in Bad Abbach beantwortet für sich die Frage, ob es Wunder gibt, so: „Meine Antwort lautet: Na klar!“


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