23.10.2018, 20:26 Uhr

Politischer Kirchweihmontag in Siegenburg Appell des Weihbischofs – „kreative Politik aus christlicher Verantwortung heraus“

Helmut Meichelböck, Dr. Josef Graf und Anita Mayer bei der Überreichung des Gastgeschenkes. (Foto: David Dichtl)Helmut Meichelböck, Dr. Josef Graf und Anita Mayer bei der Überreichung des Gastgeschenkes. (Foto: David Dichtl)

Die Nächstenliebe, das christliche Menschenbild und die gegenseitige Verantwortung waren Themen beim Politischen Kirchweihmontag der Siegenburger CSU. Weihbischof Dr. Josef Graf gab ein Impulsreferat.

SIEGENBURG Am Montag, 22. Oktober, lud die Siegenburger CSU zum traditionellen Politischen Kirchweihmontag ins Bräustüberl ein. Ortsvorsitzender Helmut Meichelböck konnte in diesem Jahr Weihbischof Dr. Josef Graf aus Regensburg als Gastredner begrüßen. Der gebürtige Riedenburger gab ein Impulsreferat zur Fragestellung: Was bedeutet „christlich“? Was bedeutet das „C“ im Namen einer Partei? Unter den knapp 100 Gästen waren auch Pfarrer Franz Xaver Becher, Landrat Martin Neumeyer, Bundestagsabgeordneter Florian Oßner, Landtagsabgeordnete Petra Högl und Bezirksrätin Hannelore Langwieser.

In seiner Einführung erläuterte Helmut Meichelböck die drei Grundprinzipien der katholischen Soziallehre: Personalität, Solidarität und Subsidiarität. „Der Spagat zwischen dem füreinander Einstehen und der Hilfe zur Selbsthilfe ist nicht immer leicht. Die Meinungen in der Gesellschaft und auch innerhalb der CSU gehen auseinander. Wie weit geht die Solidarität? Wo beginnt das Ausnutzen“, fragte der zweite Bürgermeister. „Für welche Werte, muss ein Christenmensch eintreten, welche Prinzipien muss er aufrechterhalten und einfordern“, so Meichelböck weiter.

Weihbischof Dr. Graf gab die Antworten: „Wir sind dem christlichen Menschenbild verpflichtet“, so der Regensburger Geistliche. Er erläuterte die Geschöpflichkeit des Menschen: „Der Mensch ist ein Bild Gottes, er ist eine Leib-Seele-Ganzheit. Der Mensch hat einen freien Willen. Der Mensch ist Person und damit ein Beziehungswesen.“ Dr. Graf stellte auch einige politisch relevante Konsequenzen dieses christlichen Menschenbildes heraus: „Sie zeigen sich zum Beispiel beim Schutz des menschlichen Lebens von der Zeugung bis zum Sterben, in der Debatte um die Reproduktionsmedizin, beim Schutz von Ehe und Familie sowie im Ringen um die Bewahrung der Schöpfung“, erläuterte Dr. Josef Graf.„Das Grundgebot ist die Nächstenliebe“, betonte der Weihbischof. Barmherzigkeit und Gerechtigkeit würden sich wechselseitig ergänzen. „Gerechtigkeit ohne Barmherzigkeit ist Grausamkeit; Barmherzigkeit ohne Gerechtigkeit ist die Mutter der Auflösung“, zitierte Dr. Graf den Heiligen Thomas von Aquin. Er appellierte an die anwesenden Politiker, kreative Politik aus christlicher Verantwortung heraus zu machen.


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