28.10.2017, 15:32 Uhr

Stadtrat will Oktogon erhalten Münchner Ordinariat sauer

Der Freisinger „Kloturm“ bringt die Pläne zur Domberg-Sanierung ins Wanken. (Foto:Maria Hack)Der Freisinger „Kloturm“ bringt die Pläne zur Domberg-Sanierung ins Wanken. (Foto:Maria Hack)

Der Freisinger Stadtrat hat mit 20:17 Stimmen den Bauantrag des Ordinariats abgelehnt, der den Abriss des „Kloturms“ beinhaltet.

FREISING Eine emotionale Entscheidung haben die Freisinger Stadträte in Bezug auf das Oktogon, den sogenannten „Kloturm“, getroffen. Im Zuge der Sanierung des Dombergs sollte der Turm aus dem 19. Jahrhundert, ein Oktogon, abgerissen werden.

Nach einer Petition und vielen Diskussionen der Freisinger Bürger, soll er nun aber doch erhalten bleiben. 20:17 lautete das Abstimmungsergebnis.

Die Vertreter des Erzbischöflichen Ordinariats sind fassungslos, der bereits abgesegnete Plan und die Gesamtinvestition müssen wohl neu überpfüft werden. An die 50 Millionen Euro wollte die Kirche in das Sanierungsprojekt fließen lassen, um den Domberg umzugestalten.

Die seit zweieinhalb Jahren bekannten Pläne geraten nun ins Wanken, weil alles wohl noch einmal neu aufgerollt werden muss. Das bedeutet nicht nur einen erheblichen Zeit- sondern auch Geldverlust. Für Freising hatte das Ordinariat auch andere Projekte abgesagt oder hinten angestellt.

Noch ist unklar, ob das gesamte Domerg-Szenario in Frage gestellt wird. Freisings Oberbürgermeister Tobias Eschenbacher hatte im Vorfeld alles getan, damit der Bauantrag vom Stadtrat nicht abgelehnt wird. Er will den Beschluss sogar „beanstanden“, weil die Erzdiözese Rechtsanspruch auf den Bau hat und sogar das Landesdenkmalamt für den Abriss des „Kloturms“ ist. Im Moment wird die rechtliche Lage geklärt, und dann wird sich zeigen, ob die Sanierung des Dombergs zum Gerichtsfall wird.


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