18.09.2019, 14:40 Uhr

Freitag wird sie in Passau gegossen Deggendorfer Papst-Glocke wird in St. Benedikts Heimat erklingen!

So wird die Papst-Glocke aus Deggendorf für Norcia aussehen: Am Freitag wird in Passau aus der Lehmform die 180 Kilo schwere Glocke gegossen, die die Deggendorfer dem Heiligen Vater persönlich übergeben werden.So wird die Papst-Glocke aus Deggendorf für Norcia aussehen: Am Freitag wird in Passau aus der Lehmform die 180 Kilo schwere Glocke gegossen, die die Deggendorfer dem Heiligen Vater persönlich übergeben werden.

Papst Franziskus empfängt sie am 30. Oktober in Rom

DEGGENDORF. Ein großer Tag für die Deggendorfer Papst-Delegation, die am 26. Oktober nach Rom zur Audienz beim Heiligen Vater aufbricht: Am kommenden Freitag wird in Passau bei der Glockengießerein Perner die Glocke gegossen, die die Deggendorfer Gläubigen am 30. Oktober an Papst Franziskus übergeben werden.

Um exakt 11 Uhr wird Glockengießermeister Rudolf Perner die ca 1100 °C heiße Glockenspeise in die Form leiten, an der er die letzten Wochen so intensiv gearbeitet hat. Es ist eine ganz besondere Glock: eine Glocke für Papst Franziskus – ca. 180 Kilo schwer, aus Bronze, mit umfangreichen Inschriften und Verzierungen versehen und in D2 gestimmt. Wie Papst Franziskus es sich wünscht, wird die Papst-Glocke der Deggendorfer künftig in Norcia, der Heimatstadt des Heiligen Benedikt in den Sibillinischen Bergen rund 90 Kilometer nordöstlich von Rom, erklingen.

Erst vor zwei Monaten kam die Nachricht, dass die Glocke nach Norcia kommen soll. Norcia wurde vor drei Jahren bei mehreren Erdbeben stark zerstört, darunter auch die Basilika des Heiligen Benedikt. Das Kloster St. Benedetto in Monte freut sich unheimlich über die großzügige Glocken-Gabe. Das Kloster wird nach neuesten technischen Standards in den Bergen von Norcia gerade in erdbebensicherer Bauweise neu errichtet. Auch aufgrund des schrecklichen Bebens wünschten sich die Benediktiner eine sehr umfangreiche Inschrift mit Bezug auf diese schlimmen Ereignisse.

Das bedeutete viel zusätzliche Arbeit für die Gießerei Perner, denn jeder Buchstabe muss mühsam aus Wachs von Hand geformt werden und darf auf keinen Fall eine Luftblase enthalten. Auch die Stimmung der Glocke musste vom geplanten F2 auf ein D2 geändert werden, sonst hätte der Ton nicht zu den vorhandenen Glocken in Norcia gepasst. Neben den Inschriften zieren die Glocke das päpstliche Wappen und das Wappen des Klosters. Oft bis tief in die Nacht hinein wurde daher bei Perner seit sechs Wochen fleißig gearbeitet. „Zum Glück wird die Glocke noch größer als geplant, sonst hätten wir die Inschriften gar nicht alle untergebracht“, sagt Rudolf Perner. „Es ist schon eine besondere Ehre eine Glocke gießen zu dürfen, die der Papst persönlich entgegennimmt und weiht! Da sind ein paar Stunden mehr Arbeit nicht so schlimm.“

Zu verdanken hat die Stadt Norcia die Papst-Glocke einer Gruppe Gläubiger aus Deggendorf. Sie hat, zusammen mit großzügigen Spenden von Armin Kiendl (Firma Streicher Bau) und Alois Erl (Firma Erl Bau), die Glocke finanziert. Am 26. Oktober geht die Delegation aus Niederbayern mit der Glocke auf Reise nach Rom. „Eine Glocke für Franziskus!“ lautet das Motto der Papst-Reise, die Veranstalter Jürgen Linder von „Pinguin – Das Reisehaus“ in Deggendorf organisiert hat – inklusive Audienz mit Papst Franziskus. Diese findet am 30. Oktober in Rom statt. Dort wird die Papst-Glocke von Weihbischof Dr. Josef Graf aus Regensburg, OB Dr. Christian Moser aus Deggendorf, Pfarrer Franz Reitinger von der Gemeinde St. Martin und Veranstalter Jürgen Linder persönlich an den Heiligen Vater übergeben. Ob es Zufall ist, dass der Tag der Übergabe auf den dritten Jahrestag der schweren Erdstöße in Norcia fällt, oder doch göttliche Fügung?

Nicht nur die Reise wird ein absolutes Highlight, die Reiseteilnehmer dürfen am Freitag auch exklusiv beim Guss der Glocke am Freitag zugegen sein. Neben den offiziellen Teilnehmern von Stadt und Kirche in Deggendorf wollen sogar zwei Vertreter des Klosters Norcia zum Guss kommen.


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