28.10.2019, 10:05 Uhr

Gunthersteig, die Zweite Gemeinde Lindberg weiht neuen Kreuzweg ein


30 Jahre lang lagerten die Travertin-Steine im Keller, nun erlebt der alte Kreuzweg der Pfarrkirche „St. Josef der Arbeiter“ eine Renaissance – als „Gunthersteig“-Kreuzweg.

LINDBERG Gemeinsam mit der Kreisentwicklungsgesellschaft Arberland Regio GmbH, dem Landkreis Deggendorf, dem Kreis Pilsen und der Stadt Hartmanice macht sich Bürgermeisterin Gerti Menigat im Interreg-Projekt „Gunthersteig“ für die Neuausrichtung und Aufwertung des geschichtsträchtigen Pilgerweges stark. „Da unsere Übernachtungsmöglichkeiten Wallfahrer zum Verweilen einladen, sollen sie Gunther motivisch und spirituell auch an verschiedenen Orten auf dem Gemeindegebiet wiederfinden“, meint sie. Erst im Juli war am Scheuereck ein Rastplatz zu Ehren des Rodungsmönchs entstanden. Zwei weitere „Gunthersteig“-Stationen folgen 2020.

Für die Pfarrgemeinde Lindberg handelt es sich um einen ausgesprochenen Glücksfall: „Die Idee zum ‚neuen alten‘ Kreuzweg lag bereits seit einigen Jahren in unseren Schubladen, es fehlte aber der geeignete Rahmen zur Realisierung“, erzählt ihr Vorsitzender Franz Winter. Nachdem die 14 massiven Steinblöcke bei „Naturstein Kopp“ in Zwiesel restauriert worden waren, fasste sie Spengler Manfred Nausch modern in Metall und stellte sie entlang des Pilgerweges zwischen Wiesen, Feldern und Tieren auf. Jeder der 14 Blöcke ist grob gehauen, seine starken Symbole begleiten Pilger auf ihrem Fußmarsch in den Ort. Die Gesamtkosten der Installation belaufen sich auf 6.000 Euro. Sie werden zu 85 Prozent vom „Europäischen Fonds für regionale Entwicklung“ (EFRE) getragen, den Rest will die Gemeinde Lindberg übernehmen.

Obwohl zur finalen Fertigstellung noch eine Auferstehungsstatue fehlt, hat der Kreuzweg am Freitag seine Weihung durch Pfarrer Lorenz Glatz erhalten, der bei herrlichem Herbstwetter aus dem Matthäus-Evangelium las. Neben Menigat sowie den Initiatoren und Helfern, waren auch zahlreiche Mitglieder des Pfarrgemeinderates und interessierte Bürger gekommen. „Erst gestern hat mir eine Mitarbeiterin des Kindergartens erzählt, dass die Kleinen bei jedem Sonnenstrahl darum bitten, den ‚Jesusweg‘ gehen zu dürfen“, freute sich das Gemeindeoberhaupt. „Es ist schön, wie rege das Interesse auch innerhalb der Gemeinde ist und natürlich hoffen wir nun, dass zahlreiche Pilger auf ihren 88 Kilometern von Niederalteich nach Tschechien bei uns Halt machen werden.“


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