13.02.2018, 12:44 Uhr

„Gemeinsam für Menschen in Not“ Caritas-Haussammlung findet vom 26. Februar bis 4. März statt

Die Not ist vielfältig. Familien und Alleinerziehende hat Diözesan-Caritasdirektor Michael Endres im Blick und ruft zur Frühjahrssammlung zu solidarischem Miteinander auf. (Foto: Caritasverband für die Diözese Passau e.V.)Die Not ist vielfältig. Familien und Alleinerziehende hat Diözesan-Caritasdirektor Michael Endres im Blick und ruft zur Frühjahrssammlung zu solidarischem Miteinander auf. (Foto: Caritasverband für die Diözese Passau e.V.)

In Bayern findet von Montag, 26. Februar, bis Sonntag, 4. März, die Frühjahrssammlung der Caritas statt. Sie steht unter dem Motto: „Caritas. Gemeinsam für Menschen in Not“.

PASSAU/ZWIESEL Mit der Caritas-Sammlung im Frühjahr werden auf Diözesanebene und in den Pfarreien Menschen in vielfältiger Not unterstützt. Die Aktion startet mit dem Caritassonntag, 25. Februar. Dank der breiten Mithilfe ist es möglich, „mit Menschen in schwierigen Bedingungen Lebensperspektiven zu entwickeln; professionell und ganz individuell tätig zu sein“, betonen Diözesan-Caritasdirektor Michael Endres und Diakon Konrad Niederländer als Bischöflicher Beauftragter.

Bei der Haussammlung von Montag, 26. Februar, bis Sonntag, 4. März, bitten die vielen treuen Sammlerinnen und Sammler um Spenden und zeigen, dass die Caritas als große Gemeinschaft den Einzelnen unter die Arme greift. Bei den Gottesdiensten wird am Sonntag, 25. Februar, gesammelt.

40 Prozent der Mittel bleiben direkt in der Pfarrgemeinde für akute individuelle Notlagen vor Ort. 60 Prozent erhält der Caritasverband für die Diözese Passau e.V. Mit diesem Teil werden Menschen in Not unterstützt. Damit wird für Familien Beratung angeboten. Migranten, Flüchtlinge und Asylbewerber erhalten Begleitung.

„Mit unserem breiten Angebot an Diensten oder Beratungsstellen können wir zielgerichtet helfen“, so die Caritasvorstände. Denn der Bedarf an Unterstützung und Hilfen gerade für Familien wächst. Armut ist ein Thema zwischen Altötting und Zwiesel. Es gibt viel versteckte Not hinter den Haustüren. Zur Caritas kommen immer mehr Menschen, die mit den zur Verfügung stehenden Finanzmitteln nicht auskommen können. Alleinerziehende, zuallermeist Frauen, Familien mit Kindern, sind betroffen. Sie erleben sich oft macht- wie hilflos, angesichts ihrer persönlichen Probleme. „Unsere ehren- und hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Pfarreien und in den Diensten und Einrichtungen der Caritas sind verlässliche, freundliche und engagierte Helferinnen und Helfer“, unterstreichen Diözesan-Caritasdirektor Michael Endres und Diakon Konrad Niederländer als Bischöflicher Beauftragter. Durch die Spenden bei der Frühjahrssammlung kann die Caritas flächendeckend in der gesamten Diözese Passau helfen.

Informationen zur Frühjahrssammlung: www.caritas-passau.de/caritas-sammlung !

Mit jedem Kind steigt Armutsrisiko

Drei Fragen an Diözesan-Caritasdirektor Michael Endreszur Frühjahrssammlung „Caritas. Gemeinsam für Menschen in Not“. 

Gibt es denn bei uns im Bistum Passau überhaupt Armut?

Michael Endres: Eindeutig. Es gibt auch in unseren Regionen viele Menschen, die wegen ihrer Lebensumstände oder schlechten finanziellen Situation große Probleme haben, am sozialen und gesellschaftlichen Leben teilzunehmen. Unsere Dienste und Einrichtungen erleben, dass immer mehr Menschen auf Hilfen angewiesen sind. Da reicht die Rente nicht mehr. Dort kann eine alleinerziehende Mutter die kaputte Waschmaschine nicht ersetzen. Eine Familie mit vier Kindern muss sich bei einer unserer Tafeln versorgen. Armut und Armutsrisiko steigen.

Sind Familien stärker betroffen?

Michael Endres: Alleinerziehende und Eltern mit Niedriglohn sind und bleiben die Problemgruppen. Es ist allerdings nicht so, dass Kinder generell das Armutsrisiko erhöhen. Es kommt auf die Situation an. Gerade auch die explodierenden Mieten sind ein Problem. Und besonders größere Wohnungen, die mit Kindern benötigt werden, sind für viele Betroffene nicht zu zahlen. Jedenfalls zeigt eine aktuelle Studie der Bertelsmann-Stiftung, dass Familien mit Kindern und Alleinerziehende stärker von Armut betroffen sein sollen als bisher angenommen. Bei Alleinerziehenden betrage die Armutsrisikoquote 68 Prozent. Jedes fünfte Kind soll für längere Zeit in Armut leben. 

Wie kann die Caritas helfen?

Michael Endres: Wir entwickeln mit den Betroffenen Wege etwa aus der Wohnungsnot, finanziell schlechten Situationen oder aus der Schuldenfalle. Wir begleiten und unterstützen die Menschen bei diesen existentiellen Bedrohungen. Da und dort müssen und können wir mit finanzieller Unterstützung helfen. Unsere Caritasvereine auf Ortsebene sind da auch nah an den Problemen. Solche Maßnahmen sind aber nur möglich, weil viele uns bei der Frühjahrssammlung mit dem Spendensammeln und mit Spenden unterstützen. Wir danken ihnen dafür, dass sie uns helfen zu helfen.


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