18.09.2018, 15:04 Uhr

Leserbrief zur Rumänienhilfe Töging Rumänien-Hilfe kann ich nur weiter empfehlen

(Foto: Rumänienhilfe Töging)(Foto: Rumänienhilfe Töging)

Reaktion auf den Wochenblatt-Artikel „Rumänienhilfe holt nichts – Spende landet auf dem Schrott“ vom 22. August 2018

TÖGING. Zum Wochenblatt-Artikel „Rumänienhilfe holt nichts – Spende landet auf dem Schrott“ vom 22. August 2018:

Hier wird durch die unglückliche Übeschrift dem Leser suggeriert, dass der Spender durch ein angebliches Fehlverhalten der Rumänienhilfe genötigt wurde, seine Spenden zu verschrotten. Ebenso wurden pauschal über die Rumänien Hilfs- Organisationen Falschmeldungen verteilt. Es gibt auch Organisationen (Rumänien-Hilfe Emmerting e.V.), die sperrige, wiederverwendbare Hilfsgüter abholen.

Ich kenne nun Juliane Einöder sehr lange und weiß, dass sie ihr Bundesverdienstkreuz nicht bekommen hat weil sie ihre Hände in den Schoß gelegt hat, sondern unter persönlichen Entbehrungen mit viel Herzblut für Bedürftige da war und ist.

Natürlich könnte man den angeblich neuen Boiler in Rumänien gut gebrauchen. Und wenn man wirklich helfen will, dann findet man auch einen Weg, die Ware nach Töging zu schaffen. Das Nachschieben von einem angeblichen Schlafzimmer und Kindersachen hinterlässt schon einen faden Beigeschmack.

Zusammenfassend ist es wichtig festzuhalten, dass man den Kern der Sache nicht aus den Augen verliert. Spenden sollen den Bedürftigsten helfen und nicht Streit verursachen.

In einem Punkt muss man dem „Spender“ allerdings Recht geben: „Rumänien-Hilfe kann ich nur weiter empfehlen“.

In diesem Sinne liebe Juliane Einöder – WEITER SO!

Mit kollegialem Gruß

Raimund Said

Rumänien-Hilfe Emmerting

Hier der von Raimund Said kommentierte Wochenblatt-Artikel (zu finden unter https://www.wochenblatt.de/kirche/altoetting/artikel/255034/rumaenienhilfe-kann-nichts-abholen-spende-landet-auf-dem-schrott):

Rumänienhilfe kann nichts abholen – Spende landet auf dem Schrott

Ein erfreuliches Spendenangebot hatte die Rumänienhilfe Töging kürzlich per E-Mail erhalten. Leider löste sich der angebotene Warmwasserboiler in Ärger auf.

Was war passiert? Ein Herr meldete sich Freitagfrüh per Mail bei der Rumänienhilfe. Er hätte einen zwar drei Jahre alten, aber – weil irrtümlich gekauft – nie benutzten Warmwasserboiler abzugeben. Mit Angabe des Standorts schloss der Töginger seine Mail mit „... also, er kann kostenlos abgeholt werden“.

Die Rumänienhilfe Töging –sie unterstützt seit über 25 Jahren Menschen im Nordwesten Rumäniens – arbeitet nur ehrenamtlich und hat keine Möglichkeit, Sachspenden vor Ort abzuholen.

Deshalb erhielt der freundliche Spender folgende Antwort: „Guten Morgen, vielen Dank für Ihr Angebot. Leider ist es uns aus organisatorischen Gründen nicht möglich, die Spenden abzuholen. Sie können jedoch jeden Freitagnachmittag von 12.30 bis 17 Uhr Ihre Spenden bei uns in der Innstraße 20 (ehemaliges Innwerksgelände) abgeben. Mit freundlichen Grüßen.“

Diese Ansage bewog den Boilerbesitzer aber nicht zur Anlieferung, sondern zu folgender verärgerter Entgegnung: „Also, ich bin schon der Meinung, wenn man etwas geschenkt bekommt – noch dazu neu – dann sollte man schon so viel sein, dass man es abholt und nicht dass es nachgetragen werden muss. Schon sehr bequem gell. Hat sich erledigt, kommt nun auf den Schrottplatz. Sie brauchen sich nicht bemühen. Faulheit unterstütze ich nicht. Es wäre sehr viel Kleidung, ein komplettes Kinderzimmer in sehr neuwertigem Zustand, Bettwäsche und sonstige Kleidung vorhanden – kommt nun auch auf den Müll. Rumänienhilfe kann ich nur weiter empfehlen. Respekt sag ich da.“

Juliane Einöder (74) von der Rumänienhilfe hatte noch versucht, die Wogen telefonisch zu glätten. Ohne Erfolg: „Der Mann hat einfach aufgelegt.“ Sie bedauert, dass Spenden nicht abgeholt werden können. Allerdings sei das personell einfach nicht machbar: „Wir haben ein wunderbares Team von Freiwilligen, das freitags immer vor Ort ist.“ Oft werde am Telefon geschimpft, wenn Spender ihre Sachen nicht selbst vorbeibringen wollen oder können. Aber mehr als die Anlieferung zu betreuen geht halt nicht.

Im Fall des Warmwasserboilers wäre es sicher die bessere Lösung gewesen, das Ding, statt es zum Schrottplatz zu fahren, einfach in die Innstraße zu bringen.


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