22.08.2018, 10:49 Uhr

Ärger wegen einer Spende Rumänienhilfe kann nichts abholen – Spende landet auf dem Schrott

Spenden werden von Juliane Einöder an Menschen in Rumänien verteilt. (Foto: Rumänienhilfe Töging)Spenden werden von Juliane Einöder an Menschen in Rumänien verteilt. (Foto: Rumänienhilfe Töging)

Die Fahrt zum Schrottplatz war´s dem erbosten Spender dann doch wert

Ein erfreuliches Spendenangebot hatte die Rumänienhilfe Töging kürzlich per E-Mail erhalten. Leider löste sich der angebotene Warmwasserboiler in Ärger auf.

Was war passiert? Ein Herr meldete sich Freitagfrüh per Mail bei der Rumänienhilfe. Er hätte einen zwar drei Jahre alten, aber – weil irrtümlich gekauft – nie benutzten Warmwasserboiler abzugeben. Mit Angabe des Standorts schloss der Töginger seine Mail mit „... also, er kann kostenlos abgeholt werden“.

Die Rumänienhilfe Töging –sie unterstützt seit über 25 Jahren Menschen im Nordwesten Rumäniens – arbeitet nur ehrenamtlich und hat keine Möglichkeit, Sachspenden vor Ort abzuholen.

Deshalb erhielt der freundliche Spender folgende Antwort: „Guten Morgen, vielen Dank für Ihr Angebot. Leider ist es uns aus organisatorischen Gründen nicht möglich, die Spenden abzuholen. Sie können jedoch jeden Freitagnachmittag von 12.30 bis 17 Uhr Ihre Spenden bei uns in der Innstraße 20 (ehemaliges Innwerksgelände) abgeben. Mit freundlichen Grüßen.“

Diese Ansage bewog den Boilerbesitzer aber nicht zur Anlieferung, sondern zu folgender verärgerter Entgegnung: „Also, ich bin schon der Meinung, wenn man etwas geschenkt bekommt – noch dazu neu – dann sollte man schon so viel sein, dass man es abholt und nicht dass es nachgetragen werden muss. Schon sehr bequem gell. Hat sich erledigt, kommt nun auf den Schrottplatz. Sie brauchen sich nicht bemühen. Faulheit unterstütze ich nicht. Es wäre sehr viel Kleidung, ein komplettes Kinderzimmer in sehr neuwertigem Zustand, Bettwäsche und sonstige Kleidung vorhanden – kommt nun auch auf den Müll. Rumänienhilfe kann ich nur weiter empfehlen. Respekt sag ich da.“

Juliane Einöder (74) von der Rumänienhilfe hatte noch versucht, die Wogen telefonisch zu glätten. Ohne Erfolg: „Der Mann hat einfach aufgelegt.“ Sie bedauert, dass Spenden nicht abgeholt werden können. Allerdings sei das personell einfach nicht machbar: „Wir haben ein wunderbares Team von Freiwilligen, das freitags immer vor Ort ist.“ Oft werde am Telefon geschimpft, wenn Spender ihre Sachen nicht selbst vorbeibringen wollen oder können. Aber mehr als die Anlieferung zu betreuen geht halt nicht.

Im Fall des Warmwasserboilers wäre es sicher die bessere Lösung gewesen, das Ding, statt es zum Schrottplatz zu fahren, einfach in die Innstraße zu bringen.


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