20.11.2020, 11:47 Uhr

Tolle Aktion Selbstgenähte Tröstertiere für kleine Patienten

Sophia Garhammer und Susanne Eidenschink von der Chirurgischen Ambulanz der Klinik Bogen, Christian Schwarz, stellvertretender Vorstand der Kreiskliniken Bogen-Mallersdorf, Katrin Edsperger, Sebastian und Bianca Brunner, Initiatorin der Winklinger Stofferlgruppe, und Fördervereinsvorsitzender Wilhelm Lindinger. Foto: Elisabeth LandingerSophia Garhammer und Susanne Eidenschink von der Chirurgischen Ambulanz der Klinik Bogen, Christian Schwarz, stellvertretender Vorstand der Kreiskliniken Bogen-Mallersdorf, Katrin Edsperger, Sebastian und Bianca Brunner, Initiatorin der Winklinger Stofferlgruppe, und Fördervereinsvorsitzender Wilhelm Lindinger. Foto: Elisabeth Landinger

Wie aus einer wohltätigen Aktion zweier engagierter Gruppen von Freiwilligen und Ehrenamtlichen eine weitere erwachsen kann, zeigt sich derzeit am Beispiel der Winklinger Stofferlgruppe und der Freunde und Förderer der Klinik Bogen.

Bogen. Bianca Brunner und Katrin Edsperger von der Stofferlgruppe haben gemeinsam mit dem Fördervereinsvorsitzendem Wilhelm Lindinger am Donnerstagmorgen eine Kiste selbstgenähter Stofftiere für kleine Patienten an die Klinik Bogen überreicht.

Gegen Tränen, Schmerzen und Ungeduld

Mit großer Freude nahmen der stellvertretende Vorstand der Kreiskliniken Bogen-Mallersdorf Christian Schwarz und die Klinikmitarbeiterinnen Sophia Garhammer und Susanne Eidenschink die Stofftierspende entgegen. Diese stehen ab sofort in der chirurgischen Ambulanz als hochwirksames Mittel gegen Kindertränen zur Verfügung. „Die Wirkung der Tröstertiere auf Kinder ist erstaunlich“, stellte Wilhelm Lindinger erfreut mit Blick auf den kleinen Sebastian Brunner fest, der die Stoffelefanten aus der Kiste seiner Mutter nur schweren Herzens loslassen konnte. „Ich bin mir sicher, dass die Stofftiere bei kleinen Patienten auch gegen Schmerzen und Ungeduld wahre Wunder wirken werden. Es ist uns eine Freude, dass wir mit dem Förderverein die Idee mit anschieben und über unsere Kontakte mit Stoff und Füllmaterial behilflich sein konnten.“

Nach der Spende von 2.500 selbstgenähten Masken ans Bogener Klinikpersonal bei Ausbruch der Pandemie hatten sich die Initiatorin der Nähgruppe Bianca Brunner und Wilhelm Lindinger anlässlich der Aufnahme einer solchen Stoffmaske ins Deutsche Medizinhistorische Museum nochmals getroffen. Dabei hatte sich Bianca Brunner erkundigt, ob die Gruppe sonst noch in irgendeiner Weise die Klinik unterstützen könne. Sie erfuhr bei dieser Gelegenheit, dass Tröstertiere für die kleinen Patienten in der Ambulanz ein langgehegter Herzenswunsch wären.

100 Stunden Arbeit und viele Gedanken um die Kindersicherheit

Umgehend machte sich Katrin Edsperger von der Nähgruppe auf die Suche nach geeigneten Schnittmustern und präsentierte bereits in den darauffolgenden Tagen erste kreative Entwürfe für Prototypen, die an der Klinik für große Begeisterung sorgten. Viele Gedanken machten sich die Freiwilligen der Stofferlgruppe außerdem um die Kindersicherheit. Sie verzichteten bewusst auf verschluckbare Kleinteile wie Knopfaugen und stickten stattdessen die Gesichter direkt auf den Stoff. Der Förderverein ließ seine Kontakte spielen, um gesundheitlich unbedenkliches Füllmaterial und Stoffe beisteuern zu können. So erfuhr beispielsweise die Schneiderei Staudinger, die auch Kittel für das Bogener Klinikpersonal anfertigt, aus dem Mitgliederrundbrief des Fördervereins von der Zusammenarbeit mit der Stofferlgruppe. Sie spendete robuste und pflegeleichte Stoffe für die Kuscheltieraktion, um die vorhandenen Stoffbestände der Nähgruppe für diesen Zweck aufzustocken. Seit den ersten Kuscheltieren im Oktober haben vier Damen aus der Stofferlgruppe inzwischen rund 100 Stofftiere für die Kinder an der Klinik Bogen angefertigt. Eine fünfte freiwillige Näherin hat sich kürzlich mit angeschlossen. Der bunte Stofftierzoo in der Klinikambulanz beherbergt heimische Tiere wie Igel und Eulen, exotische wie Giraffen und Elefanten, aber auch praktische Herzkissen. Etwa eine Stunde dauert die Herstellung eines Stofftiers inklusive Schnitt und Ausstopfen, wie Katrin Edsperger berichtet. Angesichts des gelungenen Resultats und der Aussichten auf viele strahlende Kindergesichter hat sich die Mühe jedoch für alle Beteiligten gelohnt.


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