21.08.2020, 13:33 Uhr

Unterstützung gesucht BRK-Kreisverband Straubing-Bogen macht Haustürwerbung

 Foto: Roman Sammer/BRK Kreisverband Straubing-Bogen Foto: Roman Sammer/BRK Kreisverband Straubing-Bogen

Der BRK-Kreisverband Straubing-Bogen bittet um Unterstützung. In den kommenden Wochen wird deswegen im Landkreis sowie in der Stadt Straubing eine Fördermitglieder Haustürwerbung durchgeführt. Der Beitrag der Mitglieder fließt in den ehrenamtlichen Bereich und in Aufgaben, die nicht von Kostenträgern wie den Krankenkassen finanziert werden.

Landkreis Straubing-Bogen. Im Gegensatz zu anderen Hilfsorganisationen, die nicht oder nur marginal in Stadt und Landkreis vertreten sind, zählt der BRK-Kreisverband Straubing-Bogen 16 Bereitschaften, acht Wasserwachts-Ortsgruppen, zwei Bergwacht-Bereitschaften sowie zwölf Jugendrotkreuzgruppen. Aufgaben, ob im Katastrophenschutz, im Sanitätsdienst oder im Wohlfahrtsbereich könnten ohne freiwillige Helfer nicht umgesetzt werden. Doch auch diese ehrenamtliche Arbeit muss finanziert werden. „Unsere Aktiven tragen eine hohe Verantwortung. Dafür müssen sie geschult und ausgerüstet werden. Ihr Einsatz muss koordiniert und begleitet werden. Deshalb sind die Beiträge von Fördermitgliedern für die Kreisverbände so wichtig,“ so der BRK-Vorsitzende, Landrat a.D. Alfred Reisinger.

Das Rote Kreuz ist ein wichtiger Baustein in der Rettungskette in der Region. Gerade bei besonderen Situationen wie Hochwasser, großen Verkehrsunfällen oder auch Evakuierungen bei Bombenfunden sind die ehrenamtlichen Helfer des BRK-Kreisverbands Straubing-Bogen meist innerhalb weniger Minuten im Einsatz. Egal ob Bereitschaften, Bergwacht, Jugendrotkreuz oder Wasserwacht: Mehrere tausend Jugendliche und Erwachsene engagieren sich unentgeltlich für ihre Mitmenschen. Doch die Ausbildung und die Ausrüstung der Helfer kostet Geld. Dort kommen die Fördermitglieder zum Zug. Denn mit ihrem Mitgliedsbeitrag helfen sie, dass unsere Helfer helfen können. Rund 490.000 Euro wendet der Kreisverband Straubing-Bogen im Jahr für seine ehrenamtlichen Gliederungen auf. Egal, ob Dienstbekleidung (Kosten für Erstausstattung: rund 450 Euro) oder Helfer-Ausbildung (rund 500 Euro) – ein neuer Helfer kostet die Gliederung im Durchschnitt rund 1.000 Euro, bis er in den Einsatz gehen kann. Und die meisten wollen und dürfen sich nach dem Grundkurs auch weiterbilden.

Dabei sind die Kosten für Fahrzeuge, Unterkunft und weitere Dinge wie Ausstattung der Rucksäcke, Defibrillatoren oder medizinische Gerätschaften noch nicht einmal enthalten. Mittel erwirtschaften die Gliederungen beispielsweise durch Sanitätsdienste. Den Großteil der Kosten steuert der BRK-Kreisverband Straubing-Bogen aus den Mitteln der Fördermitglieder zu. Gerade die Corona-Hochphase im Frühjahr hat gezeigt: Das Rote Kreuz ist da, wenn es gebraucht wird. So halfen Ehrenamtliche bei der Umverlegung von Patienten in Seniorenheimen, unterstützten den Rettungsdienst, übernahmen die Versorgung von Bedürftigen im Gebiet der Tafel Bogen und entlasteten Stadt und Landkreis mit einem Krisenstab. Außerdem halfen sie bei der Teststation am Straubinger Hagen. „Mit dem Neustart der Mitgliedergewinnung wollen wir die aktuellen Aufgaben und Projekte, die unsere Ehrenamtlichen zum Schutz und zur Hilfe von Betroffenen der gegenwärtigen Krise leisten, sichern“, sagt BRK-Kreisgeschäftsführer Jürgen Zosel. Denn: Gerade jetzt ist die Hilfsorganisation auf Spenden angewiesen. Ehrenamtliche kümmern sich im Bevölkerungsschutz um das Wohl der Gesellschaft und engagieren sich in vielfältigen Projekten.

Die Werber haben vom BRK-Kreisverband Straubing-Bogen unter anderem einen Verhaltenskodex erhalten, an dem sie sich zu orientieren haben. Die Gespräche dürfen nicht aggressiv oder aufdringlich geführt und etwaige Schwächen, wie Seh- und Hörschwierigkeiten, ein geistiges und/oder körperliches Handicap oder Sprachunkenntnis ausgenutzt werden. In Aussiedlereinrichtungen, Krankenhäusern, Pflegeeinrichtungen und Einrichtungen für Nichtsesshafte darf grundsätzlich nicht geworben werden. Ebenso dürfen Personen, die noch nicht volljährig sind, nicht als neues Fördermitglied gewonnen werden. Bargeld, Schecks oder Sachspenden dürfen im Zusammenhang mit der Mitgliedergewinnung nicht angenommen werden. Den Angesprochenen muss deutlich gemacht werden, dass es sich bei der Mitgliedschaft nicht um eine einmalige Spende, sondern um eine dauerhafte Unterstützung handelt. Eine negative Darstellung von anderen Einrichtungen oder Organisationen wird nicht geduldet. Es darf nicht der Eindruck erweckt werden, dass der Werbebeauftragte ein Notfallhelfer ist, der sich in einem Rettungseinsatz befindet.

Außerdem wurde ein besonderes Hygienekonzept entwickelt, das sowohl dem Schutz der eigenen Mitarbeitenden dient als auch den potentiellen Neumitgliedern. Die Werber werden mit Schutzmaterialien wie Mund-Nasen-Masken und Händedesinfektion ausgestattet und erhalten zudem detaillierte Hygiene-Handlungsanweisungen. „Wir müssen als Rotes Kreuz in Sachen Hygiene mit gutem Beispiel vorangehen“, sagt Zosel. „Mitarbeiter im Außendienst haben den Abstand von mindestens 1,5 Metern direkt nach dem Klingeln sichtbar einzuhalten.“ Die Werber sind digital mit Tablets unterwegs. So sind beide Seiten gut geschützt. Die Werber führen einen Dienstausweis mit sich, tragen Dienstkleidung, dürfen kein Bargeld, Schecks oder Sachspenden annehmen und führen das Informationsgespräch zur Werbung seriös und aufrichtig. Im Anschluss daran erhalten Fördermitglieder in Bestätigungsschreiben und einen Mitgliederausweis. Wer Fragen zur Mitgliedschaft hat, kann sich unter der Telefonnummer 09421/ 99521100 informieren.

Mit dem Fördermitgliederbeitrag werden unter anderem folgende Dinge finanziert: Die Kreiswasserwacht erhält ein Einsatzleiter-Fahrzeug, damit die Verantwortlichen schneller bei der Einsatzstelle eintreffen können. Der BRK-Kreisverband Straubing-Bogen plant eine Halle für die Ausrüstung des Katastrophenschutzes zu errichten. Denn derzeit sind Feldbetten, Fahrzeuge oder Zelte im gesamten Landkreis verteilt und müssen im Katastrophenfall aufwendig zusammengebracht werden. Deswegen soll in Bärndorf eine Halle für die gesamte Ausrüstung sowie Schulungsräume entstehen. Das Jugendrotkreuz Mitterfels, eine sehr engagierte JRK-Gruppe im Landkreis, benötigt neue Räume. Die Kinder und Jugendlichen träumen von einem eigenen Container, in dem sie ihre Gruppenstunden abhalten können. Sie können unterstützen. Die Rettungshundestaffel ist niederbayernweit eine Staffel mit bestem Ruf. Die Aus- und Fortbildung von Mensch und Hund sowie der Unterhalt des Fahrzeugs, mit dem Hundeführer und Hund zum Einsatz fahren, wäre ohne Fördermitglieder nicht möglich.

Der sozialpsychiatrischer Dienst unterstützt Menschen, die seelische Probleme haben oder an einer seelischen Erkrankung leiden, auf vielfältige Art und Weise. In der Beratungsstelle finden sie Gehör für ihre Probleme und können sich Anregungen für ihr weiteres Vorgehen holen. In der Tagesstätte können Klienten ihren Tag verbringen und erhalten Struktur und Abwechslung. Im Betreuten Wohnen finden Betroffene Hilfen und Unterstützung im Alltag in den eigenen Wohnräumen. Wer auf dem ersten Arbeitsmarkt schlecht zurechtkommt oder nach langer Krankheit seine Arbeitsfähigkeit erproben möchte, kann dies im Zuverdienstprojekt des Rot-Kreuz-Ladens.


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