23.03.2020, 09:28 Uhr

Sport in Zeiten von Corona So rettest du deine Fitness durch den Shutdown

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Geschlossene Fitnessstudios, abgesagte Team-Trainings und überlaufene Trimm-Dich-Pfade... auch für Sportler ist die momentane Situation durchaus knifflig. Doch was kann man tun, um zu verhindern, in den kommenden Wochen die eigene Fitness einzubüßen?

Straubing. Um das genauer zu betrachten, hat das Wochenblatt mit Erwin Kuglmeier vom Straubinger Fitnessclub California sowie dem Münchner Personaltrainer Lukas Alverdes gesprochen. Sie kennen die aktuellen Sorgen und Nöte der Sportler genau.

Worauf kommt es für Sportler jetzt an?

Erwin Kuglmeier: Die Ausdauer zu erhalten ist knifflig. Nicht jeder hat einen Ergometer oder Crosstrainer zu Hause. Alleine im Freien Sport zu machen ist ja zum Glück noch erlaubt: Also wenn das Wetter mitspielt: Joggen, Walken, Radfahren ... aber eben alleine. Sollte aber eine generelle Ausgangssperre kommen, wird es für Ausdauersportler ganz schwierig. Gut wären da Gymnastikübungen oder Klassiker wie Standlauf, Hampelmann oder Seilspringen.

Lukas Alverdes: Aber auch wer im Moment einfach nur Home-Office macht, sollte ein paar Dinge beachten. Wichtig: Öfter Pausen einlegen, aufstehen, sich durchdehnen. Das ist zu Hause noch wichtiger als im Büro, wo man meist einen ergonomischen Bürostuhl und einen entsprechenden Schreibtisch hat.

Was halten sie von den zahlreichen Youtube-Videos, die es zu diesem Thema gibt?

Erwin Kuglmeier: Da finden sich viele gute Sachen darunter. Allerdings sollte man aufpassen. Nicht jeder selbsternannte Fitness-Youtuber gibt ausschließlich richtige Anleitungen. Zumal bei den Übungen kein Trainer die korrekte Ausführung kontrollieren kann. Also genau darauf achten, wem man online folgt!

Was halten Sie vom derzeit so angesagten „HIIT“-Training (High Intensity Intervall Training)?

Das ist, wie der Name schon sagt, hoch intensiv und kommt somit eher für Fortgeschrittene in Frage. Für die aber ist es eine gute Möglichkeit, die kommenden Wochen anzugehen.

Lukas Alverdes: Gerade Anfänger sollten bei bewährten Übungen bleiben. Die Klassiker sind zurecht Klassiker. Statische Übungen wie Planks (Unterarmstütz) zum Beispiel sind eine prima Möglichkeit, die Rumpfmuskulatur zu trainieren.

Und was können Kraftsportler machen, um ihre Erfolge zu sichern?

Da bietet sich Bodyweighttraining an, also Übungen mit dem eigenen Körpergewicht. Liegestütze, Kniebeugen, Dips ... Damit wird man zwar keine große Muskelmasse aufbauen, aber es ist besser als nichts.

Worauf kommt es sonst noch an?

Ganz großes Thema ist die Selbstmotivation, da sind sich Kuglmeier und Alverdes einig. Zum einen, sich wirklich regelmäßig zum Training aufzuraffen und es auch wirklich durchzuziehen. Kuglmeier bietet seinen Mitgliedern beispielsweise eine Video-Challenge an, bei der die Teilnehmer tolle Preise gewinnen können. Oder man führt ein ein Fitness-Tagebuch - auch das kann motivieren.

Neben Motivation ist aber Disziplin gefragt. Gerade wenn man viel Zeit zu Hause verbringt, locken Kühlschrank und Couch. Man sollte also gut auf die Ernährung aufpassen. Nicht aus Langeweile mehr und ungesünder essen. Das rächt sich schnell! Stattdessen regelmäßig ein Glas Wasser trinken. Das lässt sich prima mit Schreibtischpausen kombinieren, so der Tipp von Lukas Alverdes.


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