17.05.2019, 11:06 Uhr

Unsichtbar und überall Zehn Millionen Keime auf einer Hand

Setzen im Kampf gegen Keime auf Händedesinfektion (v.l.): Kursleiter der Krankenpflegeschule Lothar Guggenthaler, die beiden Hygienefachkräfte Claudia Hilmer und Gerlinde Laßkorn, Ärztlicher Direktor Dr. Hannes Häuser, Referendarin am Turmair-Gymnasium Eva Grimm und stellvertretender Pflegedirektor Hubert Langmantl. (Foto: Eisenmann)Setzen im Kampf gegen Keime auf Händedesinfektion (v.l.): Kursleiter der Krankenpflegeschule Lothar Guggenthaler, die beiden Hygienefachkräfte Claudia Hilmer und Gerlinde Laßkorn, Ärztlicher Direktor Dr. Hannes Häuser, Referendarin am Turmair-Gymnasium Eva Grimm und stellvertretender Pflegedirektor Hubert Langmantl. (Foto: Eisenmann)

Aktionstag „Saubere Hände“ im Straubinger Klinikum zeigte, wie Keime verschwinden.

STRAUBING Das Fiese an Keimen ist: Sie können Krankheiten übertragen, sie sind unsichtbar und sie sind überall. Doch mit sorgfältiger Händehygiene lassen sie sich bekämpfen. Zum Aktionstag „Saubere Hände“ am Mittwoch im Klinikum St. Elisabeth zeigten Krankenpflegeschüler Situationen im klinischen Arbeitsalltag und demonstrierten, wie eine Übertragung von Keimen durch richtiges hygienisches Verhalten, verhindert werden kann. Gerade in der Grippezeit öfter die Händewaschen bzw. desinfizieren: Diese Anregung nahmen die Besucher mit nach Hause.

Ärztlicher Direktor Dr. Hannes Häuser fragte die Schüler des Johannes-Turmair-Gymnasiums: „Wie oft berühren wir innerhalb eines Tages das Gesicht?“ Unglaubliche 200 Mal pro Tag. Die Mädchen und Buben staunten nicht schlecht. Entsprechend ungehindert verbreiten sich die Bakterien, die allseits in sehr großer Zahl lauern. Mit Händehygiene jedoch lassen sie sich in den Griff bekommen.

Gerade in einem Krankenhaus sei Händehygiene ein sehr wichtiges Thema, um durch konsequente Desinfektion von Händen die Übertragung von Krankheitserregern zu unterbinden, betonte Dr. Häuser. Der vorrangige Schutz gilt den Patienten, aber auch Mitarbeitern und den Besuchern. Daher sind im Klinikum St. Elisabeth viele Händedesinfektionsmittel-Spender aufgebaut. Vor kurzem hat das Klinikum St. Elisabeth das Gold-Zertifikat der bundesweiten „Aktion Saubere Hände“ erhalten.

Von den knapp 2000 Kliniken in Deutschland dürfen 62 Häuser die „Saubere Gold-Hand“ tragen.

Bei Beratungen und Beobachtungen vermitteln die drei Hygienefachkräfte des Klinikums Claudia Hilmer, Christian Jobst und Gerlinde Laßkorn den Mitarbeitern die nötigen Kenntnisse. Theoretische Basis sind die fünf Indikationen der Händedesinfektion - zum Beispiel vor und nach jedem Patientenkontakt. Diese fünf Situationen, in denen eine Händedesinfektion nötig ist, stellten die Schüler des zweiten Ausbildungsjahres der Krankenpflegeschule am Aktionstag an verschiedenen Stationen den Besuchern anschaulich und interaktiv vor.

Die JTG-Schüler der 8 a und b waren im Rahmen des Biologieunterrichts zur Veranstaltung gekommen. Sie erfuhren, dass Gründlichkeit bei der Händedesinfektion wichtig ist, da sich bis zu zehn Millionen Keime alleine auf einer Hand befinden können. Mit Desinfektionsmittel sollten die Hände 30 Sekunden lang eingerieben werden. Dabei dürfen auch der Daumen und die Fingerkuppen nicht vergessen werden. Bei einer Demonstration mit UV-Licht war die Überraschung groß, als trotz vermeintlich ordentlichen Einreibens an vielen Stellen noch Benetzungslücken auf den Händen sichtbar waren.

Eine Fachärztin für Labormedizin erklärte den Besuchern unterschiedliche Nährmedien, auf denen Bakterien wachsen. Unter dem Lichtmikroskop konnten Form und Färbung von Bakterien bestaunt werden. Beeindruckend war auch das Rollenspiel mit Krankenpflegeschülerinnen. Trotz Handschuhen hatten die betreuenden Schwestern Keime auf den Händen. Kleine Mikrolöcher sind der Grund. Auch nach dem Patientenkontakt mit Handschuhen müssen die Hände desinfiziert werden. -urs-


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