30.03.2020, 21:50 Uhr

Start am Dienstag Das Klinikum in Amberg richtet eine Sichtungsstelle ein

Mehrere Container werden heute für die Sichtungsstelle vor der Zentralen Notaufnahme aufgebaut.  Foto: Klinikum/DietlMehrere Container werden heute für die Sichtungsstelle vor der Zentralen Notaufnahme aufgebaut. Foto: Klinikum/Dietl

Das Klinikum St. Marien Amberg richtet eine Sichtungsstelle vor der Zentralen Notaufnahme ein. Bereits heute sind dafür die Container aufgestellt worden. „Wir liegen gut im Zeitplan. Sollte nichts mehr dazwischen kommen, kann die Sichtungsstelle morgen Nachmittag starten“, so Tobias Meindl vom Klinikum.

Amberg. Neben der Notaufnahme werden mehrere Container aufgestellt. „Alle gehfähigen Patienten werden dort in einem ersten Schritt zunächst auf Covid-19-Verdacht abgeklärt. Patienten ohne Infektionsverdacht werden dann wie bisher in der Notaufnahme weiter behandelt. Patienten mit Covid-19-Verdacht werden in einem weiteren Container untersucht. Nach dieser Untersuchung wird entschieden, ob der Patient stationär aufgenommen werden muss“, erklärt Klinikumsvorstand Manfred Wendl. Mit der Sichtungsstelle soll der Betrieb der Zentralen Notaufnahme entzerrt und die Infektionsprävention erhöht werden. Besetzt ist die Sichtungsstelle Tag und Nacht. „Wir führen hier keine routinemäßigen, ambulanten Abstriche durch“, so noch einmal der Appell.

Wie bereits erwähnt müssen alle ambulanten Patienten und Besucher am Haupteingang seit vergangenem Freitag außerdem eine Eigenerklärung zur Risikoeinschätzung ausfüllen. Diese Stelle ist von Montag bis Freitag von 7 bis 19 Uhr besetzt. Außerhalb dieser Zeiten müssen alle über die Sichtungsstelle gehen.

Durch die große Hilfsbereitschaft vieler Näherinnen ist ausreichend selbstgenähter Mund-Nasenschutz aus Stoff zur Verfügung. Als weitere Maßnahme wird dieser nun an alle Mitarbeiter verteilt. Dies dient ebenfalls der Verbesserung der Infektionsprävention für alle Mitarbeiter und Patienten.

Derzeit befinden sich neun bestätigte Covid-19-Patienten sowie 41 Verdachtsfälle im Klinikum zur Behandlung. „Leider haben wir auch bei unseren Mitarbeitern erste positiv bestätigte Fälle. Wir folgen hier den Richtlinien des Robert-Koch-Instituts“, erklärt Wendl. „Die betroffenen Mitarbeiter sind jetzt solange in häuslicher Quarantäne bis keine Infektion mehr nachweisbar ist.“

Trotz der gestiegenen Zahlen, gibt der Klinikumsvorstand Entwarnung: „Wir haben die Situation im Griff und sind gut vorbereitet. Wir haben zwei Stationen und erhöhte Kapazitäten in den Intensivstationen mit Überwachungs- und Beatmungsmöglichkeit für Covid-19-Patienten.“ Waren es vorher 25 Intensivbetten mit Beatmungsmöglichkeit für Erwachsene, sind die Kapazitäten mittlerweile auf 33 Intensivbetten mit Beatmungsmöglichkeit angestiegen. Darüber hinaus ist eine Aufstockung auf bis zu 45 Intensivbetten mit Beatmung möglich. Die Anträge für die Zuteilung weiterer Beatmungsgeräte sind bereits beim Ministerium gestellt.

„Auch wenn wir Stationen für Covid-19-Patienten frei halten, wollen wir noch einmal ausdrücklich darauf hinweisen: Die Versorgung für Patienten mit akuten Beschwerden oder Verletzungen läuft nach wie vor im Normalbetrieb weiter“, betont Manfred Wendl. Es ist auch in dieser Situation wichtig, dass Patienten akute Beschwerden zeitnah abklären lassen, um notwendige Behandlungen zum Beispiel bei Herzinfarkten und Schlaganfällen sofort einleiten zu können. Dafür steht die Zentrale Notaufnahme des Klinikums neben den niedergelassenen Ärzten wie bisher uneingeschränkt zur Verfügung.


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